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Tagesarchiv für 5. Mai 2009

Schweizer sind besondere Europäer

Dienstag, den 5. Mai 2009 um 16:47

Markus Seiler, der neue Chef des Nachrichtendienstes, sagt es so einfach, wie es wir unseren im Ausland zur Verteidigung des Schweizer Bankgeheimnisses reisenden Bundesräten gegeben sein sollte: „Der Schweizer hat grundsätzlich höhere Erwartungen an den Schutz der Privatsphäre als andere – und das zu Recht.“ Andere Europäer wie US-Amerikaner wollen nicht verstehen, dass in der Schweiz die „volonté générale“, der Volkswille, seit 160 Jahren ausgeprägter ist als am Rhein oder am Potomac. Seiler will, ganz sein Chef Ueli Maurer, dessen staatsmännische Kunst allseits Bewunderung findet, „den besten Nachrichtendienst der Welt“ schaffen. Anspruchsvoll waren wir immer schon.

Paul Bulcke sieht neue Risiken

Dienstag, den 5. Mai 2009 um 13:37

Helmut Maucher hat als CEO von Nestlé immer den strahlenden Glanz eines aufsteigenden Konzerns präsentiert, Peter Brabeck folgte ihm ganz passabel und zeigte Konzepte. Paul Bulcke spricht von Schwierigkeiten, so „Wir müssen uns das Vertrauen der Kunden erhalten.“ Er gibt zu, die langen Transportwege würden die Qualitätskontrolle schwieriger machen. Der Umgang mit den Medien ist für ihn „stress“, dem er bisher nicht ausgesetzt war. Er fürchtet dies und findet es auch reizvoll. Sagt ihm niemand, dass derlei Antworten neue Fragen aufwerfen?

Vergangener Glanz

Dienstag, den 5. Mai 2009 um 13:37

Unter den zehn grössten Banken der Welt ist keine Schweizer Bank mehr zu finden. Hat früher die alte UBS, bevor sie in der Aera Marcel Ospel ruiniert wurde, die Fahne der Schweiz hoch gehalten, und ist ihr die CS in einigem Abstand gefolgt, haben nun die Chinesen, die US-Amerikaner und einem englische Bank (HSBC) die Führung übernommen. Auch eine spanische, eine japanische und eine brasilianische Bank sind in die Spitze vorgerückt. Jetzt wird es Zeit, dass wir uns Gedanken machen, wer global die Schweiz noch repräsentiert.

Das Ende von .ch

Dienstag, den 5. Mai 2009 um 13:36

Es war wohl der Wunsch aller Beteiligter, rasch reich zu werden, der sie dazu verleitete, Sascha Wigdorowits zu folgen, als er .ch auf die Beine stellen wollte. Andy Rihs war zwar schon sehr reich, wie einige andere Aktionäre auch, aber der Versuch, sich auf ein Spielchen einzulassen, war wohl noch grösser als die Vernunft. Erst die anlaufende Wirtschaftskrise gab .ch den Rest. Von Jack Welsh konnte man früh lernen, dass künftig nur noch die Nr. 1 in jedem Markt gute Gewinne machen wird. Das war von Anfang an „20 Minuten“. Bei uns in der Schweiz lernen wir langsamer. Die Aktionäre gaben wohl auch deshalb auf, wie niemand absehen kann, wann die jetzt laufende Wirtschaftskrise zuende sein wird. Dauert sie noch 4-5 Jahre, was ernsthafte Stimmen voraussagen, wäre das Desaster noch grösser geworden. Wer früher solide fundiert war, hat derzeit noch den längeren Atem. Die Entlassungen in der Redaktion der „NZZ“, die CEO Polo Stäheli angelastet werden, lösen viel böses Blut aus. Auch beim „tagi“ werden jetzt die ersten Änderungskündigungen ausgesprochen. Das wird noch ein böses Jahr werden.

Michael Ringier ist ganz erstaunlich

Dienstag, den 5. Mai 2009 um 10:18

Der Chef des Ringier Konzerns, wird er fotografiert, steht mindestens gerade da, beide Hände, gut eidgenössisch, tief in den Hosentaschen. Dies ganz im Gegensatz zu Moritz Leuenberger, der sich dieser Tage ablichten liess, stehend wie ein Korkenschraubenzieher, total verdreht von Hand bis Fuss, sodass man sich fragen muss, wozu? Der „Mittelland Zeitung“ verdanken wir die Aussage des Zürcher Grossverlegers: „Mit 18 musste ich die NZZ lesen (Anm. freiwillig hat er es nicht getan) – wir hatten nichts anderes. Warum habe ich sie gelesen? Damit ich wenigstens über das Sportgeschehen informiert war. Ich habe mich damals sicher nicht für den Auslandteil interessiert.“ Dreimal Tusch für die Interviewer Olivier Baumann und Christian Dorer. Unter gebildeten Kreisen liest man mit 18 den Auslandteil, aber Tennisspieler? Wer meint, dies sei ein Ausrutscher, wird im gleichen Interview von Michael Ringier belehrt: „Es liest ohnehin niemand drei verschiedene Tageszeitungen, um sich eine Meinung zu bilden.“ Herr Verleger, wer will sich eine Meinung bilden, liest er nur eine Zeitung? Mit wem verkehren Sie? Der „MZ“ sei Dank für dieses Interview. Ich kenne es nur deshalb, weil ich täglich mehr als drei Zeitungen lese, um mir eine Meinung zu bilden.

Marie-Hélène Miauton weiss mehr

Dienstag, den 5. Mai 2009 um 10:01

Eine der liebenswürdigsten und fachlich kompetentesten Schweizerinnen, die ich kenne, ist Marie-Hélène Miauton, die Inhaberin des Instituts für Wirtschafts- und Sozialforschung MIS in Lausanne und Bern. Die in Marokko geborene Tochter eines Schweizers und einer Französin hat in ihrer Studie „Sophia 2009“ soeben analysiert, dass die Schweizer zuversichtlicher noch als vor drei Jahren in die Zukunft blicken. Schweizer Führungskräfte wollen jedoch, politisch und wirtschaftlich, mehr im Land verändern als das – konservative – Schweizer Volk. Wir sind ganz offensichtlich angesichts der Wirren der Welt auf die Verteidigung des Erworbenen vorbereitet. Ein Beispiel: 45 % aller Führungskräfte würden die Verhandlungen mit der EU wieder aufnehmen, aber nur 25 % des Volks.

Greater Paris Region und City State Schweiz

Dienstag, den 5. Mai 2009 um 8:10

Wie der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy soeben die gut 11 Mio. Einwohner zählende künftige Greater Paris Region vorgestellt hat, sollte bei uns Aufmerksamkeit wecken. Man sieht verdichtete Hochhauszonen und ländliche Parks mit Bauernhäusern vergleichbaren Einrichtungen. Die Schweiz mit 7,6 Mio. Einwohnern ist, daran gemessen, ein eher kleinerer City State, der sich den Luxus von Quartieren, Kantone genannt, leistet, die mit grossem finanziellen Aufwand viel Mismanagement produzieren. Wir können uns dies noch leisten. Wer die Schweiz an diesem „Sarko-Projekt“ misst, wird leicht feststellen, dass wir der schönste City State der Welt sind mit Grün- Berg- und Seezonen, von denen anderen nur träumen können. Der City State Schweiz hat meines Wissens nur zwei Promotoren, der St. Galler Bankier Dr. Konrad Hummler, der über die Neugestaltung des Landes intensiv nachdenkt, und Dr. Thomas Helds „Avenir Suisse“, die einmal einen Vorstoss unternommen hat, dem seither nichts mehr folgte. Merke: Wir müssen unsere Binnenbarrieren abbauen, um unsere legendäre Schweizer Effizienz zu bewahren. Wer dies verhindern will, macht alle ärmer (oder verschuldeter, was auf das Gleiche herauskommt).

Ende von Loeb?

Dienstag, den 5. Mai 2009 um 7:48

Das traditionelle Berner Kaufhaus Loeb, einst eine Berner Edelmarke, hat heute, bei rückläufigen Umsätzen, noch 450 Mitarbeiter. Obwohl bereits die Hälfte der Ladenfläche nicht mehr selbst betrieben, sondern vermietet wird, ist auch das Finanzergebnis schlecht. Das von Kaspar Loeb, dem Vater von Nicole Loeb, einst – in besseren Zeiten – glanzvoll geführte Unternehmen stagniert seit Jahren. Damit ist Loeb auch heute noch Ausdruck der Berner Kultur. Es ist jedoch absehbar, dass ein Kaufhaus dieser Grössenordnung auf Dauer keine Zukunft hat; die kreativen Impulse sind zu schwach, weil die finanzielle und organisatorische Kraft dafür verloren gegangen ist. Loeb ist damit ein Beispiel für viele Schweizer Familienfirmen: Der unternehmerische Impuls geht verloren, man lebt von den Immobilien – als Rentier. Die Berner Stadtregierung fördert solches Denken, denn auch wer dort gut verdient, darf in den billigen städtischen Wohnungen wohnen bleiben. Weil die Stadt Bern auf ein konsequentes Wohnungsmanagement verzichtet, woran der Steuerzahler Interesse haben muss, wird der dort wohnende obere Mittelstand subventioniert. Auch dies fördert die Rentiers-Haltung; man lebt sparsam und grün-konservativ, Leistung wird zum Unwort.

 
     
     
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