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Grösste Schweizer Cannabis-Studie startet im Kanton Zürich


Grösste Schweizer Cannabis-Studie startet im Kanton Zürich
18.03.2024
Neuer Schub für die Erforschung und Regulierung des Konsums von THC-haltigem Cannabis in der Schweiz: Der in Zürich ansässige Verein Swiss Cannabis Research lanciert im Kanton Zürich die schweizweit grösste Cannabis-Studie und plant diese zusammen mit einem unabhängigen Forschungsteam der Universität Zürich und der Konjunkturforschungsstelle KOF/ETH in den kommenden fünf Jahren mit rund 7‘500 Proband:innen durchzuführen.
„Mehr als ein Drittel der Schweizerinnen und Schweizer haben in ihrem Leben bereits Cannabis konsumiert und gelten nach heutigem Recht als kriminell“, sagt Paul-Lukas Good, Gründer und Präsident des Vereins Swiss Cannabis Research. Der Zürcher Anwalt kennt sich mit rechtlichen Fragen aus und betont: „Politik und Gesellschaft haben erkannt, dass wir in der Schweiz eine solide wissenschaftliche Evidenz benötigen, um über die Regulierung von Cannabis zu sprechen. Es kann nicht sein, dass wir in der Schweiz einerseits harmlose Konsument:innen kriminalisieren und andererseits den Handel kriminellen Drogenbanden überlassen, für die Cannabis nebst härteren Drogen, Waffen oder Prostitution bloss eine weitere profitable Handelsware darstellt. Ein Produkt, das allein in der Schweiz einen jährlichen Umsatz von rund einer halben Milliarde Franken generiert. Die Politik hat dies erkannt und verschiedene Schweizer Städte leisten gerade bahnbrechende Pionierarbeit bei der Forschung zum Cannabis-Konsum.“
 
7‘500 Proband:innen in fünf Jahren
 
Good hat den Verein Swiss Cannabis Research 2021 gegründet, um zusammen mit einem unabhängigen Forschungsteam der Universität Zürich und der Konjunkturforschungsstelle KOF/ETH langfristig auf eine verantwortungsvolle Regulierung des Konsums, Verkaufs und Vertriebs von THC-haltigem Cannabis zu nicht-medizinischen Zwecken hinzuarbeiten. Soeben hat der Verein vom BAG grünes Licht erhalten und startet per 2. Mai 2024 in 34 Gemeinden des Kantons Zürich mit der schweizweit grössten cannabis-bezogenen Studie. Folgeprojekte in Bern und St. Gallen befinden sich bereits in Planung.
 
Verkaufslokale und Informationszentren in Zürich
 
Im Kanton Zürich erhalten 5‘000 Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer neu die Möglichkeit, in einem geregelten Rahmen Cannabis zum Genuss zu konsumieren und in eigens eröffneten Cannabis-Praxen, den Swiss Cannabis Centern, und Apotheken legal kaufen zu können. Zusätzlich wird eine Kontrollgruppe à 2‘500 Cannabis-Konsumenten untersucht, welche während der Studiendauer keinen legalen Zugang erhält. In Zürich werden die ersten Swiss Cannabis Center am 2. Mai 2024 an der Konradstrasse 1 beim Hauptbahnhof Zürich, in Winterthur und Schlieren eröffnet. Sowohl die Tests als auch die Probanden werden während der gesamten Dauer der Studie durch Experten und Wissenschaftler begleitet: Ein unabhängiges Forschungsteam der Universität Zürich und der ETH verantwortet das Studiendesign, während Ärzte des Arud, dem schweizweit grössten Zentrum für Suchtmedizin, die Proband:innen betreuen. Good betont: „Wie vom Bundesrat gefordert, wird der Verkauf von Cannabis nicht gefördert. Das Verkaufspersonal in den Swiss Cannabis Centern erhält keine Anreize, möglichst viel zu verkaufen. Unser Konzept soll die Teilnehmenden der Studie vielmehr unterstützen, massvoll und möglichst ohne Tabak zu konsumieren. Deshalb wird ein Teil der Einnahmen für die sachliche Information bzw. für die Sucht-Prävention aufgewendet.“
Klare Kriterien für Studienteilnahme
Grundsätzlich kann sich jede Person, die in einer der 34 partizipierenden Zürcher Gemeinden lebt über die Webseite des Vereins, unter www.swisscannabis-center.ch, für die Studie anmelden.
Nach einem klar regulierten Onboarding-Prozess werden nur Personen zugelassen, die die gesetzlich vorgegebenen Zulassungsvoraussetzungen erfüllen: Die Proband:innen müssen bereits Konsumenten sein, volljährig, nicht schwanger sein, nicht stillen und keine mit Cannabis kontraindizierenden Vorerkrankungen haben. Auf der Warteliste des Vereins befinden sich bereits 3‘000 Personen, welche an der Studie teilnehmen wollen.
Good sagt: „Der Fokus unserer Studie liegt auf den ökonomischen und sozialen Folgen der Cannabislegalisierung, die wir für eine verantwortungsvolle Regulierung von Cannabisprodukten untersuchen werden.“ Good rechnet damit, dass aussagekräftige Daten frühestens nach ein bis zwei Jahren und abschliessend nach vier Jahren möglich sein werden. „Unser Ziel ist es, mit innovativen Forschungsdesigns wissenschaftliche Grundlagen für den politischen Entscheidungsprozess zu schaffen.“
 
Einfacher Zugang bedeutet mehr Sicherheit
 
Die Einfachheit des Zugangs zu qualitativ einwandfreiem Cannabis sei aus Sicht des Vereins von besonderer Bedeutung, da ohne einen einfachen Zugang der Schwarzmarkt, der heute häufig über Bestellung per Chat, Bezahlung per Bitcoin und Lieferung per Post operiert, nicht verdrängt werden kann.
Good pocht dabei auch auf die Verantwortung des einzelnen Cannabis-Konsumenten: „Wer in seiner individuellen Lebensführung auf den Kauf fair hergestellter Produkte Wert legt, regional einkauft und auf Qualität achtet, wird auch beim Konsum eines Genussmittels wie Cannabis nicht darum herumkommen, sich ethische Fragen zu stellen.“
So führt der Verein verschiedene Cannabis-Sorten und -produkte im Angebot, welche in Schweizer Bio-Qualität von Produzenten aus den Kantonen Freiburg und Schwyz kultiviert und hergestellt werden. Good ist überzeugt: „Den Grundstein für eine verantwortungsvollen Regulierung von Cannabis wollen wir heute mit dem Start unserer Studie legen.“  
 
Über den Verein Cannabis Research
 
Der in Zürich ansässige Verein Swiss Cannabis Research unterstützt die Forschung zum Thema Cannabis und arbeitet langfristig auf die verantwortungsvolle Regulierung des Konsums, Verkaufs und Vertriebs von THC-haltigem Cannabis zu nicht-medizinischen Zwecken hin. In Zusammenarbeit mit der Universität Zürich, der Konjunkturforschungsstelle KOF/ETH und dem Arud Zentrum für Suchtmedizin führt der Verein schweizweit verschiedene Forschungsprojekte durch, mit dem Ziel, während der nächsten fünf Jahre im Kanton Zürich rund 7‘500 Proband:innen bei einem reglementierten Cannabis-Konsum zu begleiten. Folgeprojekte in weiteren Schweizer Städten befinden sich bereits in Planung. 
 
Bildlegende
Paul-Lukas Good, Präsident, Verein Swiss Cannabis Research
Camille Roseau-Good, Vorstand, Verein Swiss Cannabis Research
 
Kontakt für Rückfragen:
Paul-Lukas Good
Vereinspräsident
Verein Swiss Cannabis Research
Telefon: 076 562 87 84