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Matthias Humm wird neuer Präsident von Swiss Cannabis Research


Matthias Humm wird neuer Präsident von Swiss Cannabis Research
08.07.2026
Der Zürcher Verein Swiss Cannabis Research ernennt Matthias Humm zu seinem neuen Präsidenten. Der langjährige Suchtberater führt damit zusammen mit der Universität Zürich und dem KOF Institut ETH Zürich die schweizweit grösste Studie für die Erforschung und Regulierung des nicht-medizinischen Konsums von THC-haltigem Cannabis durch. Der Verein begleitet im Kanton Zürich heute rund 7’500 Studienteilnehmende, wovon zwei Drittel zu Forschungszwecken in einem regulierten Rahmen legal Cannabis konsumieren. Im Kanton St. Gallen hat der Verein soeben eine zweite Studie lanciert, an der 5'000 Personen teilnehmen können. Mit Matthias Humm verstärkt Swiss Cannabis Research seine Präventionsprogramme für Cannabiskonsumierende
„Ich freue mich sehr, dass ich meine Expertise als langjähriger Suchtberater in Zürich neu in den Dienst der schweizweit grössten Cannabis-Studie stellen darf“, betont Matthias Humm, der während der vergangenen zwölf Jahre beim Drogeninformationszentrum (DIZ) gewirkt hat. Er koordinierte dort unter anderem das mobile und das ambulante Drug-Checking, verantwortete Schulungen zu Suchtfragen und setzte das städtische Cannabis-Projekt „Züri Can“ um.
 
„Mit Matthias Humm erhält Swiss Cannabis Research einen ausgewiesenen Experten, der mit seiner langjährigen Erfahrung dazu beitragen wird, dass im Kanton Zürich der Modellbetrieb für den regulierten Cannabis-Markt der Zukunft entsteht“, betont Paul-Lukas Good, der das Präsidium des Vereins ablegt und sich als Studienleiter auf die Erforschung der Auswirkungen einer Cannabis-Regulierung fokussiert.
 
Schwarzmarkt gefährlicher als allgemein bekannt
Um den Schwarzmarkt auszubremsen ist man sich in Fachkreisen einig: “Für Konsumierende muss ein unkomplizierter Zugang ermöglicht und ein attraktives legales Angebot bereitgestellt werden, das die nachgefragten Bedürfnisse umfassend abdeckt. Sonst wird der Schwarzmarkt weiter florieren“, sagt Matthias Humm und betont: „Vielen ist nicht bewusst, welche akuten und langfristigen Risiken der Schwarzmarkt birgt. Synthetische und halbsynthetische Cannabinoide, andere nicht-psychoaktiven Streckmittel wie Brix, Sand oder Zucker, aber auch Schimmel sowie Rückstände von Pflanzenschutz- und Düngemitteln können ein hohes Risiko darstellen und im Fall von synthetischen Cannabinoiden sogar fatale Folgen haben.“
 
Die neue Webseite des Vereins fokussiert entsprechend auf wesentliche Aspekte der Prävention und schafft damit für Konsumierende ein wichtiges Angebot, wie Humm erklärt: „Um die Risiken des Cannabiskonsums zu vermitteln, bieten wir neben allgemeinen Informationen zu Cannabis und Safer Use-Konzepten neu verschiedene Programme an, die beispielsweise vor einer potenziellen Zunahme des Konsums warnen oder Veranlagungen für psychische Erkrankungen erkennen. Gleichzeitig wird sich der Verein neu auch mit Fachstellen und Schulen koordinieren, um Workshops durchzuführen.“
 
Zürcher Studie fast voll – in St. Gallen sind Plätze frei
Seit dem Start der Studie im Mai 2024 verfügen heute im Kanton Zürich rund 5‘000 Personen via Swiss Cannabis Research über einen sicheren Zugang zu legalem Cannabis – knapp 2‘500 Teilnehmende führen als Kontrollgruppe ihren Cannabiskonsum auf dem Schwarzmarkt weiter. Der Verein führt damit die schweizweit grösste cannabis-bezogene Studie durch. Für die Evaluation der Studie ist ein unabhängiges Forschungsteam der Universität Zürich und dem KOF Institut ETH Zürich verantwortlich. Soeben hat der Verein eine zweite Studie im Kanton St. Gallen lanciert, an der insgesamt 5‘000 Personen teilnehmen können. Rund zwei Drittel der Teilnehmenden erhalten während fünf Jahren Zugang zu legalem Cannabis über spezielle Verkaufsstellen, Apotheken oder erstmals auch per Postversand, während ein Drittel als Kontrollgruppe weiterhin keinen legalen Zugang erhält. Der Cannabisverkauf soll im Kanton St. Gallen voraussichtlich ab Herbst 2026 starten; erste Studienergebnisse werden nach ein bis zwei Jahren, die Abschlussresultate nach fünf Jahren erwartet.
 
Klare Kriterien für Studienteilnahme im Kanton St. Gallen
Grundsätzlich kann sich jede volljährige Person, die im Kanton St. Gallen in einer der teilnehmenden Gemeinden lebt über die Webseite des Vereins, unter www.stgallen.pilotversuche.ch, für die Studie anmelden. Nach einem klar regulierten Aufnahmeprozess werden nur Personen zugelassen, die die gesetzlich vorgegebenen Zulassungsvoraussetzungen erfüllen: Die Teilnehmenden müssen bereits Cannabis-Konsument:innen sein, nicht schwanger sein, nicht stillen und keine mit Cannabis kontraindizierenden Vorerkrankungen aufweisen. Die Aufnahmegespräche finden in St. Gallen, Winterthur und Zürich statt.
 
Über den Verein Swiss Cannabis Research
Der in Zürich ansässige Verein Swiss Cannabis Research unterstützt die Forschung zum Thema Cannabis und arbeitet langfristig auf die verantwortungsvolle Regulierung des Konsums, Verkaufs und Vertriebs von THC-haltigem Cannabis zu nicht-medizinischen Zwecken hin. In Zusammenarbeit mit der Universität Zürich, dem KOF Institut ETH Zürich und dem Arud Zentrum für Suchtmedizin führt der Verein schweizweit verschiedene Forschungsprojekte durch, mit dem Ziel, während der nächsten drei Jahre im Kanton Zürich rund 7‘500 Personen und im Kanton St. Gallen 5'000 Personen bei einem reglementierten Cannabis-Konsum zu begleiten. Folgeprojekte in weiteren Schweizer Kantonen befinden sich in Planung.  
 
Kontakt für Rückfragen:
Matthias Humm
Vereinspräsident
Verein Swiss Cannabis Research
Telefon: 078 767 56 77