Cannabis-Konsumenten führen Tagebuch
12.09.2024
Im Kanton Zürich starten heute weitere 600 Personen in der schweizweit grössten Studie für die Erforschung und Regulierung des Konsums von THC-haltigem Cannabis. Damit verzeichnet das Projekt neu rund 2‘200 Teilnehmende. Durchgeführt wird die Studie von dem in Zürich ansässigen Verein Swiss Cannabis Research, der zusammen mit einem unabhängigen Forschungsteam der Universität Zürich und der Konjunkturforschungsstelle KOF/ETH in den kommenden fünf Jahren das Konsumverhalten von 7‘500 Proband:innen erforschen will.
„Wir sind auf Kurs. Seit der Eröffnung unserer ersten Verkaufsstellen im Mai nehmen heute bereits 2‘200 Proband:innen an unserer Studie teil“, sagt Paul-Lukas Good, Gründer und Präsident des Vereins Swiss Cannabis Research. Good hat den Verein Swiss Cannabis Research 2021 gegründet, um zusammen mit einem unabhängigen Forschungsteam der Universität Zürich und der Konjunkturforschungsstelle KOF/ETH langfristig auf eine verantwortungsvolle Regulierung des Konsums, Verkaufs und Vertriebs von THC-haltigem Cannabis zu nicht-medizinischen Zwecken hinzuarbeiten. Der Verein hat im Mai mit dem legalen Verkauf von Cannabis in 34 Gemeinden des Kantons Zürich begonnen und führt damit die schweizweit grösste cannabis-bezogenen Studie durch. Alle zwei Monate erhalten neue Studiengruppen die Möglichkeit im Kanton Zürich legal Cannabis zu erwerben. In der Studie steht „harm reduction“ im Vordergrund. Good erklärt: „Unser Studiendesign setzt auf Prävention. Deshalb bieten wir einem Teil der Proband:innen, nämlich denjenigen in der Studiengruppe «HR+», die Möglichkeit, ein Konsumtagebuch zu führen und informieren mit einer Podcast-Serie. Ziel ist es, den eigenen Konsum zu reflektieren und potenziell schädliche Muster frühzeitig zu erkennen.“
Schwarzmarkt mit eklatanten Schwächen
„Entgegen aller Erwartungen beobachten wir in unserer Studie zum heutigen Stand eine grosse Nachfrage bei Cannabisprodukten mit einem schwachen THC-Gehalt von fünf bis neun Prozent“. Zudem sind Produkte mit «20 Prozent THC-Gehalt» auch sehr beliebt, sagt Good und fügt an, dass der Gehalt im Schwarzmarkt durchschnittlich etwa 13-15 % betrage. „Der Schwarzmarkt handelt nicht nur illegal, sondern produziert offensichtlich an den Bedürfnissen seiner Kunden vorbei. Und dies erst noch mit minderwertiger Qualität.“
Klare Kriterien für Studienteilnahme
Grundsätzlich kann sich jede Person, die in einer der 34 partizipierenden Zürcher Gemeinden lebt über die Webseite des Vereins, unter https://pilotversuche.ch, für die Studie anmelden. Nach einem klar regulierten Onboarding-Prozess werden nur Personen zugelassen, die die gesetzlich vorgegebenen Zulassungsvoraussetzungen erfüllen: Die Proband:innen müssen bereits Konsumenten sein, volljährig, nicht schwanger sein, nicht stillen und keine mit Cannabis kontraindizierenden Vorerkrankungen haben. Good sagt: „Der Fokus unserer Studie liegt auf den ökonomischen und sozialen Folgen der Cannabislegalisierung, die wir für eine verantwortungsvolle Regulierung von Cannabisprodukten untersuchen werden.“ Good rechnet damit, dass aussagekräftige Daten frühestens nach ein bis zwei Jahren und abschliessend nach vier Jahren möglich sein werden. „Unser Ziel ist es, mit innovativen Forschungsdesigns wissenschaftliche Grundlagen für den politischen Entscheidungsprozess zu schaffen.“
Verkaufslokale in Zürich, Schlieren und Winterthur
Im Rahmen der Studie erhalten 5‘000 Proband:innen im Kanton Zürich die Möglichkeit, in einem geregelten Rahmen Cannabis zum Genuss zu konsumieren und in den Swiss Cannabis Center wie auch ausgewählten Apotheken legal kaufen zu können. Zusätzlich wird eine Kontrollgruppe à 2‘500 Cannabis-Konsument:innen untersucht, welche während der Studiendauer keinen legalen Zugang erhält. Sowohl die Tests als auch die Probanden werden während der gesamten Dauer der Studie durch Experten und Wissenschaftler begleitet: Ein unabhängiges Forschungsteam der Universität Zürich und der ETH verantwortet das Studiendesign, während Ärzte des Arud, dem schweizweit grössten Zentrum für Suchtmedizin, die Proband:innen betreuen.
An diesen Standorten können Teilnehmende Cannabis-Produkte kaufen:
An diesen Standorten können Teilnehmende Cannabis-Produkte kaufen:
· Swiss Cannabis Center, Konradstrasse 1, 8005 Zürich
· Swiss Cannabis Center, Schulstrasse 2 , 8953 Schlieren
· Swiss Cannabis Center, Technikumstrasse 92/94, 8400 Winterthur
· Medbase Apotheke Helvetiaplatz, Langstrasse 39, 8004 Zürich
· Medbase Apotheke Berninaplatz, Schaffhauserstrasse 241, 8057 Zürich
· Medbase Apotheke Kreis 11, Querstrasse 15, 8050 Zürich
· TopPharm Apotheke zum Erzberg, Zugerstrasse 27, 8810 Horgen
· Bahnhof Apotheke Stettbach, Am Stadtrand 1, 8600 Dübendorf
Einfacher Zugang bedeutet mehr Sicherheit
Die Einfachheit des Zugangs zu qualitativ einwandfreiem Cannabis sei aus Sicht des Vereins von besonderer Bedeutung, da ohne einen einfachen Zugang der Schwarzmarkt, der heute häufig über Bestellung per Chat, Bezahlung per Bitcoin und Lieferung per Post operiert, nicht verdrängt werden kann.
Good pocht dabei auch auf die Verantwortung des einzelnen Cannabis-Konsumenten: „Wer in seiner individuellen Lebensführung auf den Kauf fair hergestellter Produkte Wert legt, regional einkauft und auf Qualität achtet, wird auch beim Konsum eines Genussmittels wie Cannabis nicht darum herumkommen, sich ethische Fragen zu stellen.“
So führt der Verein verschiedene Cannabis-Sorten und -produkte im Angebot, welche in Schweizer Bio-Qualität von Produzenten aus den Kantonen Freiburg und Schwyz kultiviert und hergestellt werden. Good ist überzeugt: „Den Grundstein für eine verantwortungsvollen Regulierung von Cannabis wollen wir heute mit dem Start unserer Studie legen.“
Über den Verein Swiss Cannabis Research
Der in Zürich ansässige Verein Swiss Cannabis Research unterstützt die Forschung zum Thema
Cannabis und arbeitet langfristig auf die verantwortungsvolle Regulierung des Konsums, Verkaufs und Vertriebs von THC-haltigem Cannabis zu nicht-medizinischen Zwecken hin. In Zusammenarbeit mit der Universität Zürich, der Konjunkturforschungsstelle KOF/ETH und dem Arud Zentrum für Suchtmedizin führt der Verein schweizweit verschiedene Forschungsprojekte durch, mit dem Ziel, während der nächsten fünf Jahre im Kanton Zürich rund 7‘500 Proband:innen bei einem reglementierten Cannabis-Konsum zu begleiten. Folgeprojekte in weiteren Schweizer Städten befinden sich bereits in Planung.
Cannabis und arbeitet langfristig auf die verantwortungsvolle Regulierung des Konsums, Verkaufs und Vertriebs von THC-haltigem Cannabis zu nicht-medizinischen Zwecken hin. In Zusammenarbeit mit der Universität Zürich, der Konjunkturforschungsstelle KOF/ETH und dem Arud Zentrum für Suchtmedizin führt der Verein schweizweit verschiedene Forschungsprojekte durch, mit dem Ziel, während der nächsten fünf Jahre im Kanton Zürich rund 7‘500 Proband:innen bei einem reglementierten Cannabis-Konsum zu begleiten. Folgeprojekte in weiteren Schweizer Städten befinden sich bereits in Planung.
Kontakt für Rückfragen:
Paul-Lukas Good
Vereinspräsident
Verein Swiss Cannabis Research
Telefon: 076 562 87 84