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Weblog "Early Bird"

Wollen wir im Dienst der USA Pleite gehen?

5. März 2018 um 10:18

Die USA haben eine Finanz- und Handelspolitik, die man nur als Kopfschuss-Politik bezeichnen kann. Waren die USA 120 Jahre Vorreiter einer liberalen Wirtschaftspolitik, verkümmern sie nun unter Präsident Donald Trump zu einer nationalistischen „Realpolitik“, die jeglicher Substanz entbehrt.

Die USA sind im Begriff, bankrott zu gehen. Gleichzeitig agieren sie aggressiv gegen praktisch alle anderen Staaten, die bis vor kurzem mit ihr befreundet waren.

Wenn die USA sich nun, in falscher Überheblichkeit, isolieren vom Rest der Welt, werden die Handelsströme sich um die USA herum entwickeln. Europa, Indien, Asien und China werden nicht darauf warten, was in diesem provinziellen Washington D.C. entschieden wird.

Die Schweiz hat bereits für 250 Milliarden USD amerikanische Anleihen gekauft. Viele unserer grossen Konzerne, wie Novartis, Roche und Nestlé, sind in hohem Masse vom US-Markt abhängig. Müssen wir nun im Dienst der USA Pleite gehen?

Ich denke, die Welt ist gross. Von Argentinien bis Nigeria öffnen sich grosse Märkte, Schindler, Sika, LafargeHolcim und viele andere Schweizer Unternehmen müssen die Welt als Markt, mehr noch als früher, erkennen. Unsere vermutete Abhängigkeit von den USA müssen wir verkürzen. Das sind „old white men“, von denen wir uns nicht beeindrucken lassen sollten.

Radikal liberale Affären

1. März 2018 um 13:54

Man ist ja allerhand gewohnt von unseren Politikern, die sich von Kasachen finanzieren lassen (SVP) und gerne auf Kosten der Steuerzahler um die Welt fliegen, ohne messbare Ergebnisse mitzubringen.

Nun haben sich die Spitzen der FDP Waadt, die sich dort radikal-liberal nennt, ein neues Spielchen einfallen lassen, das an Originalität nicht zu überbieten ist: FDP-Staatsrat Pascal Broulis, der von Lausanne aus regiert, versteuerte, von der Regierung abgesegnet, einen grossen Teil seines Einkommens in einer fast eine Stunde Autofahrt entfernten steuergünstigeren Gemeinde.

Die steuerlich unter seiner Aufsicht stehende FDP-Nationalrätin Isabelle Moret, die im letzten Jahr auch Bundesrätin werden wollte, überweist einfach jährlich 30 000.– Franken, und dies seit knapp zehn Jahren, à conto an Steuern nach Lausanne, dies bei einem von ihr angegebenen Bruttoeinkommen von CHF 300 000.—durch beratende Tätigkeiten zuzüglich ihrem Einkommen als Nationalrätin, das auch gegen CHF 140 000.—betragen müsste.

Wenn es Schlamperei im kantonalen Steueramt in Lausanne war, das Parteifreund Broulis offensichtlich sehr präzise im Griff hat, hat dieser ein Problem. Haben beide ein wenig gekungelt, schadet es der Partei.

Solche Fälle hatten in der Vergangenheit auch die CVP und die SP. Der vom Steueramt verfolgte Staatsbürger fragt sich, warum immer nur in der Politik solche Sonderfälle auftreten.

Der Zürcher Stadtrat hat viele Jahre die charmante Lösung gefunden, dass er privilegierte Staatswohnungen an Freundinnen und Freunde zu Tiefstpreisen vermietete, darunter an eine Zürcher Nationalrätin der CVP.

Unsere phantastische Demokratie, wo viele zahlen und wenige profitieren, kommt mir vor wie ein alter Teppich: schmutzig und voller Löcher.

Die Ursache liegt darin, dass alle Parteien es peinlich vermeiden, unabhängige Persönlichkeiten zu gewinnen und zu befördern. Wer etwas einfältig ist, kann mit Sicherheit Bundesrat werden. Mit juristisch meist sorgfältig abgesicherter Inzucht wird die Demokratie konsequenter ruiniert als durch stimmfaule Demokraten.

Jetzt wollen wir sehen, wie die beiden prominenten „Vaudois“, denen Frechheit nicht abzusprechen ist, ihren Kopf aus der Schlinge ziehen. Vielleicht meldet sich auch gar niemand, der ihnen die Schlinge reichen will.

Fast wie bei der Post – aber das ist ein Fall für die CVP.

Ist Karl Schweri noch 42 Franken wert?

26. Februar 2018 um 17:10

Was sind die alten Schweizer Unternehmer aus dem 19. und 20. Jahrhundert noch wert? NZZ Libro wirft derzeit Bücher über die alten Helden der Schweizer Wirtschaft auf den Markt: Alfred Escher, 58 Franken, Walter Fust, 48 Franken oder Robert Holzach für günstige 30 Franken.

Längst sind die Männer in Vergessenheit geraten, welche die Schweiz gross gemacht haben. Bruno Saager war schon mysteriös zur Zeit seines Lebens. Er brachte das südafrikanische Goldgeschäft in die Schweiz, das einige Jahrzehnte später als „Blutgold“ wieder aufgegeben wurde. Karl Schweri, der Gründer von Denner, war der härteste Einkäufer, den ich je kennen lernte. Er liess sich nur beeindrucken, wenn der Ruf eines der Produkte, das er dringend brauchte, so gut war, dass er einfach nicht darauf verzichten konnte. „Villiger Cigars“ mussten als Schweizer Edelprodukt ins Regal und er machte Zugeständnisse.

Robert Holzach war der letzte hoch gebildete Schweizer Grossbankier, der die Public Affairs mindestens so gut beherrschte wie Helmut Maucher, der langjährige CEO und VRP von Nestlé. Zürich verdankt Robert Holzach das Hotel Widder und die James Joyce-Bar, um nur zwei Beispiele zu nennen. Vieles von dem, was er kulturell schaffen liess und erwarb, wanderte unter seinen Nachfolgern in die Auktionshäuser.

Soeben ist ein Zuger im Begriff, in den Schweizer Pantheon aufzusteigen: Sergio Marchionne, der in seiner Zeit bei Alusuisse und Lonza nicht nur Martin Ebner und Christoph Blocher reich gemacht hat, sondern auch der Turiner Industriellenfamilie Agnelli wieder zu ihrem Vermögen verhalf.

Marchionne, ein Italo-Kanadier, dessen Schweizer Karriere bei Deloitte und mit dem Niedergang der Alusuisse begann, die er sezierte wie ein Züchter seine toten Vögel, wird sich demnächst in einen Halbruhestand zurückziehen. Seine Beute, die er erkämpft hat, wird auf 600 Mio. Euro geschätzt. Damit lässt sich etwas anfangen.

Calmy-Rey-Interview macht SRF unglaubwürdig

16. Februar 2018 um 15:17

Heute hatte ich das seltene Vergnügen, auf SRF 1 die Sendung „Rendez-vous am Mittag“ zu hören. Alt Bundesrätin Micheline Calmy-Rey wurde dort zu zehn Jahre Kosovo interviewt.

Solche Sendungen machen den führenden Radiosender in der Deutschen Schweiz völlig unglaubwürdig. Es war ein typisches Service Public-Interview, das man seit einiger Zeit als „native advertising“ bezeichnet. Bei Watson kostet ein solcher Werbebeitrag 8 000.—Franken.

Dem Fragesteller gelang es, und er folgte damit seinem Informationsauftrag, der ihm nur eingeschränkte Autonomie gibt, der Altpolitikerin keine einzige kritische Frage zu stellen. Alles war in Watte gepackt und wurde sanft vernebelt. Calmy-Rey durfte von ihrem Denkmal im Kosovo berichten, von dem vielen Geld, das aus der Schweiz in den Kosovo fliesst, und seufzen, als sie nach den Erfolgen seit zehn Jahren befragt wurde.

Entlocken liess sie sich nur die Aussage, der Kosovo könne erst stabilisiert werden, eine „gouvernance“ entwickeln, wenn Serbien seine Auseinandersetzung mit ihm beende. Sie setze auf die EU in Brüssel, dies zu bewirken.

Ach ja, sie sagte auch, sie lehre nun an der Universität Genf Schweizer Aussenpolitik. Arme Studenten, die derlei hören müssen.

Jetzt verstehe ich die Katalanen

1. Februar 2018 um 10:14

Wenn jeder reiche Schweizer Kanton einfach so seine Selbständigkeit wollte, wie die Walliser dies immer wieder verlauten lassen, wäre dies für die Schweiz nicht gut.

Ebenso war ich unsicher, ob der Wunsch der Katalanen nach Selbständigkeit wirklich Sinn macht. Sie sind reich, aber warum wollen sie ein eigenes Land werden?

Jetzt verstehe ich die Katalanen.

König Felipe hat in Madrid seiner 12jährigen Tochter Leonor einen der höchsten Orden des Landes verliehen, den Orden vom Goldenen Vlies. Wäre ich im Besitz dieses Ordens (ich  habe einige österreichische, die in Wien dort der letzte Kaiser Franz-Joseph verliehen hat), ich würde ihn sofort zurückgeben.

Er ist entwertet, denn welche Leistung hat die liebe Leonore dafür erbracht?

König Felipe hat bisher kein Talent gezeigt, sein Land auch regieren zu können. Er lebt von der Dummheit von Millionen, die ihm vom Strassenrand aus zuwinken. Er lebt von den Parteien in Madrid, die ihn als Vorzeige-Puppe brauchen, um das Volk zu beruhigen, wenn sie versagen sollten.

Die Katalanen haben keine Lust mehr, diesen Unfug im 21. Jahrhundert weiter mit zu machen.

Ich verstehe sie. Puigdemont an die Macht.

Kleine Nachbemerkung zu Donald Trumps Davos-Besuch

31. Januar 2018 um 8:50

Der amerikanische Präsident verliess die Schweiz mit der freudvollen Bemerkung, er habe in Davos fünfzehn neue Freunde gewonnen. Er bezog sich dabei auf das Dinner mit wichtigen europäischen Politikern.

Joe Kaeser, österreichischer Chef des Siemens-Konzerns, machte bei der Begrüssung von „The Donald“ einen tiefen Diener, wie er in Wien bei Kaisers üblich gewesen ist. Dann versprach er dem Maulhelden aus Washington D. C., er werde dort für Milliarden eine neue Produktion von Gasturbinen aufbauen.

In München zurück, fielen die deutschen Medien über ihn er ob seiner Servilität und verschonten auch andere deutsche Wirtschaftsstars nicht, welche Trump in Davos die Honneurs machten. Bei Siemens fiel erschwerend ins Gewicht, dass Kaeser in Deutschland den Abbau der Turbinenproduktion mit vielen Entlassungen zuvor angekündigt hatte.

Schweizer Topmanager kamen ungeschoren davon. Keiner von ihnen war so wichtig, um an das Trump-Dinner geladen zu werden. Drei sogenannt Schweizer Unternehmen waren eingeladen: Novartis, Nestlé und ABB. Deren Chefs sind ein Inder und zwei Deutsche. Trump mag sich oft lächerlich machen, aber er ist der Mannschaftsführer des freien Westens. Schweizer Unternehmer und Spitzenmanager gehören nicht mehr an Tisch Nr. 1.

Mist aus der Dobelli-Quelle

30. Januar 2018 um 15:17

Wahrscheinlich liest niemand von mittlerer und gehobener Intelligenz die Aufsätze des Zürcher Sekundärphilosophen Rolf Dobelli, der im neuerdings umstrittenen Feuilleton der „Neue Zürcher Zeitung“ und im deutschen „Handelsblatt“ als Lebenshelfer zu Wort kommt.

Dobelli schreibt im „Handelsblatt“ vom 24. Januar 2018 unter dem Titel „Wer sein eigenes Rennen fährt, gewinnt“ den denkwürdigen Satz „Bildung ist heute nur noch als Hobby sinnvoll.“

Wahrscheinlich ist nur deshalb kein Sturm ausgebrochen, weil a) Niemand solchen Mist ernst nimmt und b) Dobelli, der kein ungebildeter Mensch ist, bei ernsthaften Menschen längst als falscher Prophet abgeschrieben ist.

Wer heute im Berufsalltag des globalen Kapitalismus‘ beruflich überleben will, gerät als Schmalspur-Spezialist bald einmal in die Situation, dass in Westeuropa Nichteuropäer als besser und billiger beurteilt werden und er deshalb bald einmal aussortiert wird.

Nur mit generalistischem Wissen, das Situationen in der Breite wie Tiefe zu erfassen vermag, ist, wenn andere Eigenschaften und Fähigkeiten auch vorhanden sind, eine oft wechselhafte berufliche Zukunft möglich.

Mehr muss man zu Dobelli, der in Deutschland ein Bestseller-Autor ist, nicht schreiben. Da das Allgemeinwissen vieler Deutscher seit Jahrzehnten systematisch abgesenkt wurde, erfüllt er eine nützliche Funktion: Er füllt die Hirne der Zahnarztbesucher und Sozialbetreuer mit jenem Schmalz, das die Synapsen zu verkleben vermag.

Einen Manager, der derlei liest, oder einen NZZ-Intellektuellen, der solches ernst nimmt, hat den Zug wirklich verpasst.

Die Kunst des Seins nach Martin Meyer

30. Januar 2018 um 15:17

Ein Buch zum Verschenken der anspruchsvollen Klasse legt Martin Meyer vor. Es ist sein elftes Werk bei Hanser, dem besten deutschen Literaturverlag. Sein Titel lautet „Gerade gestern“ und ist damit für Menschen, die jetzt „Ganz im Heute“ leben sollen, eine Herausforderung bis hin zu einer Provokation. Wer jenes „Morgen“ im Auge hat, die von Unsicherheiten geprägte Landschaft der Zukunft, wird in Martin Meyers Werk erleichtert feststellen, dass „Gerade gestern“ auch keine gemütliche Zeit gewesen ist. Er mag erschrecken, wie rasch jene Dinge und Zustände wertlos geworden sind, die ihm kürzlich noch lieb waren.

Dr. Dr. h.c. Martin Meyer ist Träger zahlreicher Auszeichnungen. Seine grösste Leistung ist sicher die Tätigkeit als Redakteur der „Neue Zürcher Zeitung“, deren Feuilleton er von 1992 bis 2015 intellektuellen Glanz verlieh. Er ist ein sanfter Aufklärer, dem es aber durchaus geschehen konnte, dass er einer Spur folgte, die dann eine Explosion zur Folge hatte, die weit über die Landesgrenzen wahrgenommen wurde.

Sein „exploit“ ist ein nachdenklicher, stellenweise fast ein wenig trauriger, immer aber von einer distanzierten Eleganz des Ausdrucks getragen, die auch einem disruptiven Vorgang, wie John F. Kennedys Ermordung es gewesen ist, noch sanfte Rundungen verleiht. Man spürt, die Geschichte raspelt das erschreckend Verstörende weg. Was bleibt, ist „nostalghia“.

Meyer zählt zu den Schweizer Entertainer-Philosophen, die dem Bürgertum auch heute noch jene sanften Erregungen vermitteln, die Schlimmeres ahnen lassen, aber die Brutalität der direkten Konfrontation vermeiden.

Wenn er Marcel Reich-Ranicki beschreibt, wie er sich von den krawattenlosen Journalisten distanziert, in deren Kopf „wenig aufgeräumt sei“, kommentiert Meyer trocken: „Das wollen wir einmal so stehen lassen.“

Diese alte Zürcher und Schweizer Noblesse, dem Heimischen verbunden, aber der Welt weit aufgetan, war es, die dem NZZ-Feuilleton über Jahrzehnte hinweg jene Klasse gab, die es heute wieder sucht. René Scheu hat jetzt nach unüblich kurzer Zeit Rolf Dobelli von der Pflicht des Kolumnenschreibens wieder entbunden. Während eine ganze Reihe grossartiger Journalisten das NZZ-Feuilleton ohne Nachruf freiwillig verlassen haben, erhielt der Zürcher Vorzimmer-Stoiker einen solchen aus der Feder seines Kurzzeit-Auftraggebers. Ein Teil der NZZ-Leserelite atmet auf.

Peter Sloterdijk, dessen Aufsätze in den grossen deutschen Medien kaum mehr zu finden sind, hat im NZZ-Feuilleton Asyl gefunden. Dort konstatiert er Ende Januar 2017 „den Zerfall der amerikanischen Klammer“, was weiter vorn in der NZZ, dem Auslandteil, so hart noch nie geschrieben wurde.

„Mittlerweile ist die Rolle der Schweiz in der Welt unhörbar geworden“, sagt Pierre Simonitsch, lange Zeit UNO-Korrespondent und Grossreporter europäischer Medien. Dies zu vermeiden ist die grösste Herausforderung für die „Neue Zürcher Zeitung“, die als letztes Schweizer Verlagsprodukt ausserhalb des Landes noch wahrgenommen wird.

Martin Meyer löst diesen und andere Vorgänge auf seine Art, schreibt er doch im Kapitel „Contemporary“: „Ich enthalte mich der Stimme und stelle nur fest: Selbst als zeitiger Zeitgenosse hat man heute seine Probleme.“

Ich empfehle daher Zeitgenossen, die nicht bei jedem Grossereignis einen Herzkrampf erleiden wollen, ganz ohne Einschränkung die Lektüre von „Gerade gestern“, erschienen bei Hanser. Es ist eine Überlebenslektüre, welche die Kunst des Seins an Beispielen vermittelt, die uns noch gegenwärtig sind.

Credit Suisse-Investmentchef sagt Volksrevolution voraus

18. Dezember 2017 um 15:32

Diese langweiligen Hochglanz-Magazine der Banken sind meist keinen Blick wert. In einer Cafépause am Schreibtisch nahm ich mir deshalb das „Bulletin“ 4/17 der Credit Suisse vor. Dort liess sich der Investment-Chef der Grossbank präsentieren, optisch wie ein jüngerer Harvey Weinstein, nur ohne 5-Tage-Bart, der sagte: „Die Leute werden rebellieren wie während der Französischen Revolution.“

Michael Strobaek, der sich „als Mann der klaren Worte“ bezeichnet, verkündete auf die Frage, wie man den Lebensunterhalt der arbeitslosen Menschen im Westen sichert: „Durch eine Art bedingungsloses Grundeinkommen, sonst werden die Leute rebellieren wie während der Französischen Revolution, als sie den Adel zur Guillotine auf die Place de la Concorde geschleift haben.“

Eine Vollbeschäftigung wird es im Westen nach Strobaek künftig nicht mehr geben. „Millionen von Leuten werden arbeitslos werden“, sagt der Grossdenker der Credit Suisse.

Wie das bedingungslose Grundeinkommen finanziert werden soll, weiss Strobaek nicht. Die Antwort auf diese Frage müssten wir als Gesellschaft noch finden.

Derlei unlustige Jahresend-Prophezeiungen sind wir üblicherweise nur von der politischen Linken gewohnt. Strobaek beruhigt deshalb, kurzfristig könne es noch genügend Arbeit geben, „allenfalls zu tieferen Löhnen“.

Ohnehin seien es die über 60jährigen, die ihre Interessen auf Kosten der anderen, vor allem der Jungen, durchsetzen würden. Nicht schlechtes Pensionskassen-Management, das oft von den Banken verantwortet wird, sondern die Umverteilung zwischen den Generationen sei schuld an der schlechten Performance der zweiten Säule.

Was die alten Menschen, arbeitslos, künftig tun könnten, ist für Strobaek klar: „…werden sie sich in der Betreuung älterer Menschen oder auch von Kindern engagieren können.“

Weil der freie Westen die Puste verliert, empfiehlt er heute schon seinen Kindern, nach Asien zu gehen, um Mandarin zu lernen. „Die westliche Welt wird nicht mehr die bestimmende Macht der Zukunft, Englisch nicht mehr die Hauptsprache sein.“

Die Mehrheit der Schweizer wird ob solcher Stellungnahmen hochrangiger Ausländer in der Schweiz wenig glücklich sein. Sie nimmt sie auch gar nicht zur Kenntnis, denn wer liest schon das „Bulletin“ der Credit Suisse, der einstigen Ur-Zürcher Grossbank der Spitzenklasse, von Alfred („Gotthard“) Escher gegründet, die heute von einem globalisierten Afrikaner geführt wird?

Ist das noch die Schweiz, deren Bevölkerung selbstbewusst ihre Zukunft bestimmt?

Strobaeks Enthüllungsrhetorik macht die Härte der Auseinandersetzungen deutlich, die uns bevorstehen.

NZZ/Wanner – ein Merger of equals?

8. Dezember 2017 um 14:46

Viel wurde in den letzten 25 Jahren über „mergers of equals“ berichtet. Das stimmte nie, denn immer gab es einen Sieger.

Wenn nun der Aargauer Verleger Peter Wanner mit der NZZ eine Regionalmedien-Allianz schliesst, wo beide die Hälfte der Aktien halten, bedeutet dies zweierlei:

  • Das Ende der familiären Verleger-Ambitionen der Familie Wanner. Es gibt künftig keinen grossen, selbständigen Verleger Wanner mehr. Keinen Vater und keinen Sohn Wanner mehr, die ihr eigenes Verlagshaus leiten werden.
  • Das unternehmerische Gewicht ist derzeit gut balanciert, aber bei den „operations“ zeigt sich ein leichter Vorteil zugunsten der NZZ. Dieser kleine Vorteil kann genügen, künftig ausgebaut zu werden. Das ist typisch Etienne Jornod.

Verlierer sind unabhängige Meinungsbildner auf nationaler Ebene. Es wird einen gemeinsamen Mantel für die regionalen Redaktionen geben, also weniger Individualität, weniger Föderalismus, weniger regional sich aufbauende Meinungsbildung, mehr Zentralisierung.

Verlierer sind natürlich schwächere Journalisten, die jetzt grosszügig aussortiert werden. Wir leben in einem Wettbewerb, der den Schwachen, seien sie ganz oben oder weiter unten, keine Chancen mehr lässt. Sie können dann PR-Berater werden.

 
     
     
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