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Archiv der Kategorie 'Wirtschaft'

UBS: Schweizer Einfluss rückläufig

Thursday, den 29. July 2010 um 7:42

Die kurzfristigen Erfolge der Investmentbanker des UBS-Konzerns sind für Oswald Grübel, den CEO, ein guter Grund “very happy” zu sein über die “pretty good results”. Letztlich bedeutet dies, dass der Schweizer Einfluss auf die grösste Auslandbank mit Sitz in der Schweiz weiter rückläufig ist. Der Jubel über den Anstieg der UBS-Aktien auf Fr. 18.– kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Zehntausende Schweizer Aktionäre, darunter viele UBS-Mitarbeiter, durch den Sturz der UBS-Aktie Milliarden verloren haben. Weil ich früh verkaufte, kam ich mit einem sechsstelligen Minus davon Vier Franken mehr machen den Hasen nicht fett. Diesen in der Aera Ospel ausgelösten Schock kann auch ein Oswald Grübel, dem die Kommunikation ohnehin wenig gegeben ist, nicht mit einem anständigen Zwischenergebnis wegwischen. Anständig? Noch immer fliessen Milliarden an Kundenvermögen ab. Die Schweiz ist einer der drei wichtigsten Märkte des UBS-Konzerns, aber ausgebaut wird in Asien, weshalb ein chinesisches VR-Mitglied auch Sinn macht. Es wäre jedoch waghalsig, die andauernden Schwächen der Bank im Schweizer, europäischen wie im US-Markt zu leugnen, dazu die Fr. 500 Mia. Kreditrisiken in den Büchern. Oswald Grübel hat seine sauren zwei Jahre als “Retter der UBS” abverdient. Er wird die Chance wahrnehmen, im richtigen Augenblick seinen Nachfolger präsentieren zu lassen, um seinen Ruf als bedeutendster Sanierer zweier Schweizer Grossbanken in den Geschichtsbüchern zu verankern. Was aus VR-Präsident Kaspar Villiger wird, der nun wirklich kein “global banker” ist, müssen wir sehen.

Vergesst die Nationen

Thursday, den 29. July 2010 um 7:42

Wer braucht eigentlich Nationen, wenn sie keine Armee mehr haben und die Steuern nicht mehr selbständig festlegen können? Die Schweiz hat keine funktionsfähige Armee mehr und die Steuern für Unternehmen so tief angesetzt, dass wir hoch attraktiv sind für einreisende Ausländer. Bieten wir diesen steuerlichen Vorteil nicht mehr, werden die “Söldner der Konzerne” (Dr. Konrad Hummler, Wegelin & Co.) in das nächste Land weiter ziehen, z. Bsp. nach Singapur. In Griechenland drohen die Firmen mit Abwanderung, weil der Finanzminister von ihnen höher Steuern verlangt, um das Land zu sanieren. Solche Spesen übernimmt üblicherweise das Volk, das aber in Athen auf den Strassen demonstriert. Wir sollten die Nationen auflösen, denn für die Erhaltung demokratischer Führer wie Sarkozy, Merkel und Berlusconi lohnt sich der ganze Aufwand nicht mehr. Kosten und Ertrag stehen für eine Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr im richtigen Verhältnis.
Gegenüber der EU ist auch Skepsis angebracht. Dort werden industrielle Grossprojekte gefördert, deren Ertrag nicht gesichert ist, dort fliesst das Geld für die Landwirtschaft in die Taschen der Konzerne und des europäischen Adels, dort werden Militärkommandos für Somalia finanziert, was mindestens so sinnlos ist wie der NATO-Einsatz in Afghanistan. Alt Staatssekretär Prof. Dr. Franz Blankart meint, in der Schweiz “hätten Politik und Wirtschaft den angeblichen Königsweg der bilateralen Verträge hochgejubelt.” Gerade für einen Erzfreisinnigen ist dies ein hartes Urteil. Die Beitrittsbefürworter, wie Prof. Dieter Freiburghaus, können sich auch nur zur Aussage aufraffen “Ich selber finde die EU nicht wahnsinnig attraktiv, aber es würde der Schweiz wohl einige Impulse geben, wenn sie mitmachen würde.” Impulse? Immerhin hat Peter Spuhler, dessen politischer Oberstratege Dr. Christoph Blocher wieder zur Hellebarde gegen den EU-Beitritt greifen will, aus dem EU-Kohäsionsfonds für Stadler Rail 80 Mio Euro für Züge in Estland erhalten. Und “Walti” Frey (Emil Frey-Gruppe), der Finanzchef der SVP, macht in der EU höhere Umsätze als in der Schweiz.

Vatikanische Bilanztechnik

Wednesday, den 28. July 2010 um 12:55

Der Vatikan hat ein Budget von Euro 250 Mio., wovon gut 80 Mio vom Peterspfennig und 50 Mio. von der Vatikanbank. Dies Budget ist nicht identisch mit dem dem Heiligen Stuhls, das der Papst direkt verwaltet und bedeutet grösser ist. “Propaganda Fide”, die mächtige Glaubenskongregation zur Evangelisierung der Völker, hat ein Vermögen von rund neun Mia. Euro. Ein ehemaliger KcKinsey-Mann, Ettore Gotti Tedeschi, soll nun Ordnung machen.

eBanking fast ein Flop

Wednesday, den 28. July 2010 um 12:49

Irgendwie zweifle ich seit langem. Nur 15 % aller Schweizer nutzen das eBanking. Sehe ich den Aufwand, mit welchem die Banken seit Jahren diese Dienstleistung anbieten, finde ich das wenig. Wie wichtig für die intelligenten Schweizer das Internet wirklich ist, weiss niemand. Ich weiss, dass sehr viele, sehr erfolgreiche Schweizer sich weigern, diese Spielzeuge zu benutzen. Gelangweiltes urbanes Volk mag dies tun und sich wichtig fühlen. Die meisten haben Wichtigeres zu tn.

BP mit neuem Chef und alten Problemen

Tuesday, den 27. July 2010 um 9:34

Bob Dudley soll es richten. Ein neuer Chef, der bereits die alten Probleme als Krisenmanager genau kennt, soll jetzt möglich machen, was bisher misslang. BP steckt in der tiefsten Krise. Die Deepwater Horizon entpuppte sich nicht als Geldquelle, sondern als Grund für den 17 Milliarden Dollar Verlust des Konzerns. Dudley muss als Amerikaner das Image des britischen Öl-Giganten wieder aufbauen. Eine Monsteraufgabe in diesem speziellen Fall. Schafft es Dudley nicht, trotz seiner Nähe zu den Südstaaten, die Stimmung in der Bevölkerung wieder anzuheben, wird dieser Job auch für ihn als Falle enden. Schafft er es, mit der Ausgleichsbohrung den weiteren Austritt von Öl zu stoppen, wird er als amerikanischer Held gefeiert. Bisher hatte er als Chef-Krisenmanager auch keine Lösung für den Golf von Mexico, womit Tony Hayward zum Bauernopfer wird. Dudley hat nur eine Chance, wenn er seine Kommunikation nach aussen intelligenter als diejenige von Hayward orchestriert.

Fidel Stöhlker

Roger Federer, Brad Dougan und Oswald Grübel

Tuesday, den 27. July 2010 um 8:30

Brady Dougan, Oswald Grübel und dessen VR-Präsidenten Kaspar Villiger nimmt man die hohen Einkünfte übel; dies vor allem dann, wenn man sie mit den Einkommen ihrer normalen Schweizer Mitarbeiter vergleicht. Bei Roger Federer bejubeln die Medien dessen hohe Einkünfte, obwohl Tennis eigentlich eine eher triste Sportart ist. Was verdient eigentlich jener Mitarbeiter von Roger Federer, der ihm den Tennisschläger spannt?

UBS und CS kämpfen um Neugeld

Tuesday, den 27. July 2010 um 8:28

Die Credit Suisse bucht knapp die Hälfte ihres Neugeldes in der Schweiz, sei es von Schweizern oder Ausländern. Aus Westeuropa kamen in den letzten Jahren weniger alsfünf Prozent des Neugeldes, was überrascht. Wozu der Aufwand? An diesem Beispiel ist erkennbar, dass die UBS schwer darunter gelitten hat, dass aus dem Schweizer Markt über CHF 200 Mia. abgeflossen sind und zu wenig Neugeld gewonnen wurde. Die Expansion in Asien ist nicht ohne Tücken, denn die Asiaten legen ihr Geld vorzugsweise gerne bei asiatischen Banken an. Schweizer Banken kommen erst in zweiter Linie.

A-Schweizer sind beweglicher

Monday, den 26. July 2010 um 8:04

Viktor Wekselberg hat seinen Wohnsitz am Züriberg verlassen, wo er jährlich 1,9 Mio. Franken Steuern bezahlte. Neu wohnt der vielfache Milliardär im zugerischen Oberwil, wo er nur noch gut die Hälfte der Zürcher Steuern bezahlen muss. Als Vertreter der global ausgerichteten A-Schweiz hat er sich nun dort angesiedelt, wo die von ihm präsidierte Rusal, der weltgrösste Aluminiumkonzern, eine Handelsgesellschaft betreibt. Rusal arbeitet eng mit dem grössten Schweizer Konzern, der Glencore, ebenfalls in Zug, zusammen. Was lernen wir daraus? Die steuerlich begünstigten A-Schweizer sind beweglicher als die national orientierten B-Schweizer. Die beiden einzigen echten “global villages” der Schweiz sind Genf und Zug, denn in beiden Städten wird der Begriff “Schweiz” ganz anders definiert als in St. Gallen oder Fribourg.

Teure Löcher

Wednesday, den 21. July 2010 um 11:00

Englands grösster Konzern, BP, beteuert seit drei Monaten seine Handlungsfähigkeit und sein Können. Das Loch vor der mexikanischen Küste, wo Öl in grossen Mengen ausläuft, ist eine Tragödie für die angrenzenden Staaten. Die Praxis vieler solcher Konzerne, “kontrollierte Risiken” hinzunehmen, ist die Ursache. Das gleiche ist dem UBS-Konzern passiert, dessen grössenwahnsinniges Team um Marcel Ospel den Geldtanker in den USA auf das Riff auflaufen liess, von dem es sich nur unter Hinnahme von Milliardenverlusten lösen könnte. 200 Milliarden Franken haben alleine die Bankkunden abgezogen, weil sie nicht ohne Grund befürchten mussten, die UBS würde untergehen wie die BP-Plattform “Deepwater Horizon”. Wenn der Aktienkurs des UBS-Konzerns den Entwicklungen vorausläuft, was die Bankiers gerne behaupten, ist es um die grösste Schweizer Bank nicht gut bestellt. Uns allen wäre wohler, wenn die Bank des Emirs von Katar (grösster Aktionär), des Singapur Wealth Fund und zahlreicher US-Fonds, wie auch ihrer Mitarbeiter, endlich performen würde. Aber die Löcher scheinen in der Schweiz so wenig gestopft zu sein wie im Golf von Mexiko.
Eines haben BP und UBS gemeinsam: Sie sind nach der Krise kleiner als zuvor.

Elegant

Wednesday, den 21. July 2010 um 7:32

Seit Jahren sind es die grossen Konzerne gewohnt, von den US- und EU-Behörden mit Forderungen in Millionen- und Milliardenhöhe überzogen zu werden. Sie zahlen meist teuer für Fehltritte gegenüber den Marktpartnern, den Mitarbeitern und anderen “stakeholders”. Im Fall der Tabakkonzerne hat die EU eine elegantere Lösung gewählt. Philipp Morris, Japan Tobacco und BAT zahlen innerhalb von 20 Jahren rund 600 Mio. Franken an die EU-Staaten, die damit den Zigaretten-Schwarzhandel bekämpfen wollen. In die Schweiz einreisende Ausländer, Geschäftsleute wie Touristen, liefern jährlich an die Verkehrsbehörden der Kantone gegen 80 Mio. Franken alleine für Verkehrsbussen ab, davon die Deutschen Fr. 36 Mio. Schlechtes Benehmen geht ins Geld, sei dies bei den Konzernen oder den Privaten.

 
     
     
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