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Archiv der Kategorie 'Sport'

Das neue Basler Fussball-Wunder

Freitag, den 12. Juni 2009 um 11:12

Gelbgold auf tiefem Dunkelblau leuchtet das Signet des FC Basel, in goldenem Blond die Kopfhaare von Gigi Oeri, der Präsidentin des FC Basel, und die ihres neuen Trainers Thorsten Fink. Blau wie der Fond hinter ihnen strahlen beider eigene Augen, dazu noch perfekt tief gebräunt im Duo. Der FC Basel hat ein neues Image. Christian Gross, der alte Held, wurde, wie es bei Gladiatoren immer schon üblich war, nach etlichen Verlusten abserviert. Thorsten darf zeigen, ob er es bringt. Als Zürcher darf man die Basler beneiden, denn der GC liegt gnadenlos am Boden, ein Nebenskriegsschauplatz der Finanzkrise, denn er wurde von Angehörigen des Finanzplatzes ruiniert, die vorgaben Fussball zu lieben, aber nur die Traumrenditen englischer Clubs zu ihren besten Zeiten im Auge hatten. Der FC Zürich ist zwar mehrfacher Meister, aber der alte Arbeiterclub ermangelt jeglichen Charmes, den auch die Familie Canepa nicht zu vermitteln vermag, rote Haare hin oder her. Helianes rotes Haar gegen Gigis blonde Strähnen, welches Bild! Es sind zwei Gastarbeitermädchen aus Österreich und Süddeutschland, die den Schweizer Fussball retten wollen. Zürich, neue Schmach!, schafft nicht einmal ein eigenes Stadion, das längst fertig sein sollte. Die Credit Suisse schlich aus dem Projekt durch die Hintertür davon, die freisinnige Stadtelite hofft nun auf 10 000 Fans, von denen jeder 1000 Stutz bezahlen soll. Ein hoffnungsloser Fall.

Vancouver schlägt Zürich

Dienstag, den 9. Juni 2009 um 12:06

Die Erhebung von “The Economist” hat in einem Punkt recht: Vancouver ist in Sachen Lebensqualität tatsächlich besser als Zürich. Die Stadt hat sich in den letzten 10 Jahren ungeheuer gut entwickelt. Sie ist wirtschaftlich erfolgreich, hat ein kleines sehr kompaktes sauberes Zentrum, liegt direkt am Meer mit Stränden, und wenn man im Winter die Lionsgate Bridge überquert, hat man das Skigebiet GrouseMountain direkt an die Stadt angrenzend. Neben der Nachtansicht vom Hausber auf Vancouver, scheint die Skyline von New York nur noch als kleines Lämpchen. Die besten Skigebiete Noramerikas sind in 1 h 20 min erreichbar: Whistler und Blackcomb.

Erschreckend aber ist, dass Zürich einen Platz hinter Genf stehen soll. “The Economist” hat sich hier lediglich an der Internationalität orientiert. Das hat rein gar nichts mit Lebensqualität zu tun. Genf ist eine furchtbar langweilige Stadt und hat diese Platzierung nie im Leben verdient. Manchmal frage ich mich wirklich, welche Schwachköpfe zu solchen Ergebnissen kommen.

Fidel Stöhlker

Flugplatz Dübendorf: Talentfreie Planungsbüros

Dienstag, den 9. Juni 2009 um 7:53

Dübendorf gehört mit den Südanflügen nicht gerade zur Naherholungszone von Zürich. Das haben die Planungsbüros aus Frankfurt, Stuttgart und Zürich alle offenbar nicht begriffen. Auf dem Flugplatz Dübendorf müssten Wohnungen entstehen und ein Erholungspark für gross und klein. Dübendorf hat die einmalige Chance, sich als attraktiver Standort für Familien zu entwickeln, sofern aus dem Flugplatz etwas sinnvolles entsteht. So könnte man zum Beispiel einen grossen See anlegen, wo man einen Strand findet und z.B. eine Wasserskianlage. Zwei Restaurants am See würden die Besucher anziehen und die Sportler ebenso. Damit könnten die Dübendorfer für ihre Familienfreundlichkeit werben. Die Frankfurter aber wollen viel Wohnfläche=Ertrag. Feddersen und Klostermann viel Grünfläche, die es rund um Dübendorf eh schon gibt. Die Stuttgarter sehen Wohnfläche=Ertrag und Güller Güller aus Zürich ein Biotop, das nicht nutzbar aber vielleicht kurz mal nett anzuschauen ist.

Diese vier Varianten sind Dübendorf dringend abzuraten aber Baudirektor Markus Kägi wird sicher zeigen, wieviel er von Regionalentwicklung versteht. Ratsam wäre, junge Familien und vorallem die Dübendorfer Bevölkerung einzubeziehen. Dann entsteht das, was sich die Bevölkerung wünscht und nicht, was der Politiker braucht, um an seiner Polularität zu feilen.

Fidel Stöhlker

Nicht einmal Baseball haben die Amerikaner erfunden

Dienstag, den 18. November 2008 um 8:36

An dieser Stelle wird häufig gezweifelt, ob die US-Amerikaner wirklich derart kreativ und “sich ständig neu erfindend” sind, wie gerade derzeit behauptet wird. Bisher behaupteten die Amerikaner, das erste Baseball-Spiel habe 1839 in Cooperstown bei New York stattgefunden. Die eigentlich englische Herkunft des Sports wurde vom Tycoon Albert Spalding verschleiert, der sich damit als Ur-Amerikaner profilieren wollte. In Wirklichkeit liegen Berichte aus England schon aus dem Jahr 1755 vor, 1797 von der englischen Schriftstellerin Jane Austen bestätigt, dort habe man dieses Spiel schon lange vor den Amerikanern beherrscht. Man erinnere sich daran, dass die grosse Zeit des Hollywood-Films auf Europäer zurückgeführt werden kann und Walt Disney die europäische Märchenwelt plünderte. Grosse amerikanische Musik ist nicht ohne europäischen Hintergrund denkbar und amerikanische Literatur, die ihren Namen verdient, bezieht sich stets auf europäischen Hintergrund. Und der Computer wurde von Konrad Zuse erfunden.

BR Schmid – Künftig ohne Kopfschmerzen

Mittwoch, den 12. November 2008 um 10:48

Bundesrat Schmid hat endlich eingesehen, dass er sein Amt nicht mehr im Griff hat. Ein gemütlicher Berner dem man nicht gerade angesieht, dass er auch Sportminister ist, nimmt den Hut und tritt zurück. Die desolate Situation der Schweizer Armee hat ihn zu Fall gebracht. Ein Berner mit einem sturen Kopf, doch so oft wie er mit seinem Kopf gegen die Wand gelaufen ist, dürfte er künftig keine Kopfschmerzen mehr haben. Mit den Nettigkeiten und Gefälligkeiten “Kollegen” gegenüber dürfte in der nahen Zukunft schluss sein. Eine grossartige Entwicklung. Nur, wer wird folgen? Ihnen Herr Bundesrat Schmid wünsche ich aber gute Genesung und geniessen Sie die Pension.

Fidel Stöhlker

Die Psychologie des Generals

Donnerstag, den 16. Oktober 2008 um 9:43

Blaise Nkufo: Von Köbi Kuhn zur Persona Non Grata erklärt, blüht er unter Ottmar Hitzfeld auf und erzielt jetzt auch in der Schweizer Nationalmannschaft Tor um Tor. Seltsam, wie Köbi Kuhn so lange auf den Stürmer verzichten konnte. Der liebe Köbi Kuhn war offenbar alles andere als ein feinsinniger Psychologe. Das Kuschelumfeld der Nationalmannschaft galt nur für Spieler, die sich bedingungslos unterordneten. Es fehlte das “verrückte” Element in der Mannschaft, welches den Unterschied ausmacht. Ottmar Hitzfeld, über dessen psychologische Fähigkeiten nicht diskutiert werden muss, scheint seinen Spielern das Gefühl zu vermitteln, dazuzugehören, was ihm Nkufo mit Toren dankt. Dasselbe gilt für Behrami. Der gebürtige Kosovare hatte lange einen schweren Stand in der Nationalmannschaft. Heute ist er eine der Stützen der Multikulti-Truppe. Schade, hat der Fussballverband Hitzfeld nicht bereits nach der WM 2006 geholt. Mit ihm würde man heute noch von der Euro 2008, die bereits vergessen ist, reden. Den Sieg der Schweiz gestern in Griechenland hätte ich der Mannschaft nicht zugetraut. So konzentriert und engagiert, wie die Schweizer gestern auftraten, hat man die Mannschaft in den letzten zweieinhalb Jahren nicht mehr gesehen. Das macht Hoffnung, auch wenn der Weg bis zur WM 2010 noch weit ist und die Scharte der Niederlage gegen Luxemburg mit Siegen gegen die Griechen und gegen Israel zu Hause wettgemacht werden muss. Dem Spiel der Schweizer zuzuschauen, machte gestern Spass. Immerhin.

Philippe Welti

Sarah Palin auf den Spuren von Georgieboy

Mittwoch, den 10. September 2008 um 13:33

Obwohl Benzin in den USA an der Tankstelle immer noch billiger ist als bei uns, klagen die Amerikaner heftiger als wir über den Preisanstieg. Dabei sind die USA jenes Land auf der Erde, das am meisten restriktiv ist mit der Bewilligung nur “drilling areas”. George W. Bush hat noch im Juni die Küste vor Florida für Ölfirmen zur Suche freigegeben. Sarah Palin hat in Alaska grosszügig Drillrechte gewährt und will damit weiterfahren. Jetzt werden Wandzeichnungen der frühen Völker und Naturschutzgebiete geopfert, damit “Joe Sixpack” weiter seinen Dodge fahren darf.

Schweizer Fussball: Mit Sozialarbeiter zum Erfolg

Freitag, den 29. August 2008 um 16:56

Die Schweizer Fussballklubs gleichen heute interkulturellen und meist auch sehr heterogenen Interessengemeinschaften. Es erstaunt deshalb nicht, dass immer mehr soziokulturelle Eigenschaften im Management der Klubs gefragt sind. Vor einem Monat entliessen die Berner Young Boys ihren Trainer, den ausgebildeten Primarlehrer Martin Andermatt. Heute wird die Multikultitruoppe von Vladimir Petkovic geführt, einem Sozialarbeiter. Dieser war vor seinem Engagement in Bern zu 100 % für die Caritas im Tessin tätig. Mit ihm ist der Erfolg nach Bern zurückgekehrt. Erstmals seit 21 Jahren haben die Berner Yougn Boys den Monat August im UEFA-Cup überlebt.

Philippe Welti

Gemeindeversammlungen sind nicht mehr repräsentativ

Freitag, den 4. Juli 2008 um 9:19

An den meisten Gemeindeversammlungen in der Deutschen Schweiz beteiligen sich nicht mehr als zwei bis fünf Prozent aller Bürger. Das hat viele negative Folgen:
- Das demokratische Engagement der Bürger, als bedeutendste Legitimation der Schweiz, tendiert langsam gegen null.
- Die Parteien, meist Ausdruck lokaler Interessenvertreter, treffen Entscheide zugunsten ihrer “Freunde”.
- Die Qualität der Gemeindeentwicklung ist infrage gestellt.

Dazu passt, dass die Gemeinden immer weniger qualifizierte Persönlichkeiten finden, die für öffentliche Ämter zur Verfügung stehen. In der Folge zieht die kantonale Bürokratie immer mehr Gemeindeaufgaben an sich. Demnächst gibt es die Pässe nicht mehr in der Gemeinde, sondern nur noch bei der kantonalen Verwaltung. Der Traum von der Schweizer Demokratie, die einmal vom Volk erkämpft wurde, verflüchtigt sich. Die Konzerne haben kein wirkliches Interesse mehr daran (Probleme der B-Schweiz gegen Erwartungen der A-Schweiz). Das Schweizer Volk lebt mehr auf dem Land als in den Städten, wo Ausländer und Integrierte zwar viel leisten, ihnen die Mitwirkung aber nicht gestattet wird. Interessen lösen Ideale ab.

Köbis Buben auf dem Weg zur EURO’08-Schlachtbank

Donnerstag, den 27. März 2008 um 10:27

Köbi Kuhn ist ein alter Mann. Diesen Eindruck erweckte er gestern während und nach dem Spiel. Der Übungsleiter der Schweizer Fussballnationalmannschaft erweckte nicht den Eindruck, als ob er seiner Mannschaft Impulse vermitteln könnte. Er wirkte lieb und nett – wie immer – und streute sich Asche aufs Haupt: Die Leistung der von ihm zusammengestelltren Mannschaft sie katastrophal gewesen; das stimmt. Ein kommunikativer Faux-pas ist allerdings, dass er kein Wort darüber verlor, ob und welche Massnahmen er nun zu ergreifen denkt. Das macht wenig Hoffnung auf eine erfolgreiche Europameisterschaft. Köbis Zeit ist bald abgelaufen. Das macht Hoffnung. Mehr dazu hier.

Philippe Welti

 
     
     
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