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Weblog
Archiv der Kategorie 'Kommunikation'
Tuesday, den 27. July 2010 um 8:28
Gestern habe ich keine Roche-Aktie gekauft, weil die Nachrichten über das Produkt Avastin völlig widersprüchlich waren. Natürlich könnte ich ein “gamble” machen, aber seit zehn Jahren “gamble” ich auf die Novartis-Aktie, die sich seither auch nur seitwärts bewegt hat. Weder Roche noch Novartis geben glaubwürdige Informationen über den Gang und die Art ihrer Geschäftstätigkeit ab, sodass sich viele Menschen ganz einfach zurückhalten, diesen Firmen ihr Vertrauen zu schenken.
Noch mehr gilt dies für die beiden Grossbanken UBS und CS, deren Bilanzen völlig undurchsichtig sind, die nicht wirklich kommunizieren, wie ihr Geschäftsmodell funktioniert, sodass man als Kunde und Aktionär in eine “blackbox” investiert, wo alleine die Hoffnung beflügelt. Das ist vielen zu wenjg.
Die grossen Konzerne haben gelernt, zu dem, was sie tun, zu schweigen. Von Oerlikon-Bührle erwartet man nichts Besseres mehr; Orascom behauptet, seine sehr teuren Wohnungen im provinziellen Andermatt würden sich gut verkaufen, sagt aber nicht, wie diese Kunden strukturiert sind (Fluchtgeld, Freunde). Dies alles weckt kein Vertrauen.
Wirklich erfolgreiche, wachstumsorientierte Unternehmen kommunizieren. Das hat Helmut Maucher gezeigt, der Nestlé vor dem Verkauf rettete und in eine Wachstumsphase führte. Das hat Peter Spuhler gezeigt, der aus dem Nichts einen stolzen Schweizer Bahnkonzern schuf. Das hat Dr. Konrad Hummler gezeigt, der mit seinen Partnern aus einer kaum existenten Bank die erfolgreichste Schweizer Privatbank, Wegelin & Co., schuf. Das hat Nicolas G. Hayek gezeigt, ein meisterhafter Kommunikator, der die Swatch Group schuf. Viele der “Schweiger” sind untergegangen: die alten Winterthurer Handelsfirmen, die Bechtler-Gruppe. Noch mehr quälen sich dahin, wie von Roll oder Mövenpick . Erfolgreiche Unternehmer kommunizieren; so einfach ist die Regel.
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Friday, den 23. July 2010 um 13:47
Die Stadt Zollikon, 12 500 Einwohner, ist so freisinnig geblieben, wie es früher einmal grosse Teile der Schweiz waren. Zum bevorstehenden 1. August hat man jedoch nicht den schweizerischen FDP-Präsidenten Fulvio Pelli eingeladen, der dringend nachfragen liess, er wolle reden und habe auch etwas zu sagen. Die Zolliker bieten dafür die Opernsängerin Vesselina Kasarova zur grossen 1. August-Rede auf der Allmend auf. Die weltweit gefeierte bulgarische Mezzo-Sopranistin ist den Zollikern lieber als der Tessiner Polittenor. Sie wurde 1997 eingebürgert und liebt die “Schweizer Disziplin”.
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Friday, den 23. July 2010 um 7:35
Ganz besonders kluge und technisch intelligente Menschenkaufen den iPad, weil er den Menschen klüger und mächtiger macht als alles andere zuvor. Gut gesagt. In Wirklichkeit ist der iPad ein Porn-Pad, sind doch die pornografischen Filme die wichtigste App und Umsatzträger, gewissermassen “Der Heilige Gral der Porno-Industrie”. Der Tablet-Computer ist für ernsthafte Menschen de facto als Instrument unbedeutend. Wer klug ist, sammelt nicht viele Informationen, sondern die richtigen und analysiert sie korrekt. Unsere Medien sind zu PR-Maschinen von Apple verkommen und keinem Chefredaktor fällt ein, diesen Wahnsinn zu stoppen.
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Thursday, den 22. July 2010 um 11:22
Schon wieder wird der Weltuntergang für das Jahr 2100 angesagt, wenn die Sterne in einer Konstellation stehen, die als Äonenwandel, wie ihn die Römer nannten, begriffen wird. Wem dies zu lange dauert, findet leicht US-Quellen, die einen grossen Atomkrieg als latent bezeichnen. Man spreche zwar nicht darüber, aber es sei besser, die Zivilschutzräume schon einmal aufzurüsten. Niall Ferguson, der berühmte schottisch-britische Wirtschaftshistoriker, schreibt in seinem Buch “The ascent of money”, wir würden uns heute in einer Situation befinden wie 1914. Bis zum Jahr 2017 wollen die Protestanten die Lutherbibel einer Durchsicht unterziehen und neu auflegen. Auch die katholische Kirche überarbeitet die Einheitsübersetzung, allerdings ohne Beizug der Protestanten. Vorläufig halte ich “Die gute Nachricht” noch für die beste Übersetzung der Bibel ins Deutsche. Es könnte sein, dass wir sie noch brauchen.
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Thursday, den 22. July 2010 um 11:22
Die grosse Frage ist, ob man Journalisten aus dem Stand zu PR-Beratern machen kann. Antwort: Es funktioniert in neun von zehn Fällen nicht. Ein gutes Beispiel ist BP (”Deepwater Horizon”), die einen ehemaligen Starjournalisten der “Financial Times” als PR-Chef eingesetzt haben. Mit welcher Konsequenz?
- Millionen USD wurden für Imageinserate ausgegeben, die in den USA niemand bewegten.
- Appelliert wurde an die “fair minded Americans”, die sicher wüssten, dass BP alles tut, was menschenmöglich ist. Diese glaubten es nicht.
- BP CEO Tony Hayward, ein typischer Eiswürfel-Topmanager mit Obxbridge-Akzent, kam nirgendwo gut an. Keiner sagte es ihm.
- BP Chairman Carl-Henric Svanberg sprach von den “small people”, die ihm leid täten. Diese waren nicht “amused at all”.
Hayward versagte vor dem US-Kongress, quatschte dann unglücklich. Merke: Einer hört immer zu, heute.
Gute PR sind anspruchsvoller denn je. UBS, CS, Novartis, BP und viele andere wissen, was damit gemeint ist.
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Thursday, den 22. July 2010 um 7:21
Vor zehn Jahren hat “Le Temps” herausgefunden, dass die meisten Schweizer Journalisten links sind. Heute ist die Ringier-Linke unter Führung von Frank A. Meyer nach Berlin vertrieben, während Grosse-Bley einen “Blick” macht, der brutal, aber professionell ist. Die “bleeding heart”-Familie von Michael Ringier hat sich aus dem Geschäft des Journalismus’ verabschiedet und dies an Deutsche übergeben, was angesichts 20 Jahre währender Niederlagen vernünftig ist. Der “tagi” hat zwar noch Jean-Marie Büttner, ist aber sonst in die Mitte gerückt. Die WoZ hat keine Power mehr seit Constantin Seibt dort ausgetreten und zum “tagi” gewechselt hat. Die leichten Links-Reflexe der NZZ-Redaktion sind sofort wieder gebodigt worden. Die SRG serviert gerade die Altlinken ab, um an deren Stelle die modische EU-Intelligenz zu setzen. Die einst liberale “Weltwoche” ist SVP-aktiv. Und sonst? Die Liebe der Journalisten zu den Grünen und (weniger) Grünliberalen ist allgegenwärtig; bekanntlich verlangt echte Liebe keine Erklärung. Die Sommaruga-Sozis werden triumphieren, aber diese erneute Anhebung des SP-Profils wird der Schweizer Arbeiterklasse wenig nützen. Die FDP stirbt, die Linke ist tot. Die Konzerne der A-Schweiz regieren ungeniert, die B-Schweiz erhebt den Anspruch, weiterhin Politik zu machen.
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Wednesday, den 21. July 2010 um 11:29
Die grosse Frage ist, ob man Journalisten aus dem Stand zu PR-Beratern machen kann. Antwort: Es funktioniert in neun von zehn Fällen nicht. Ein gutes Beispiel ist BP (”Deepwater Horizon”), die einen ehemaligen Starjournalisten der “Financial Times” als PR-Chef eingesetzt haben. Mit welcher Konsequenz?
- Millionen USD wurden für Imageinserate ausgegeben, die in den USA niemand bewegten.
- Appelliert wurde an die “fair minded Americans”, die sicher wüssten, dass BP alles tut, was menschenmöglich ist. Diese glaubten es nicht.
- BP CEO Tony Hayward, ein typischer Eiswürfel Topmanager mit Obxbridge-Akzent, kam nirgendwo gut an. Keiner sagte es ihm.
- BP Chairman Carl-Henric Svanberg sprach von den “small people”, die ihm leid täten. Diese waren nicht “amused at all”.
Hayward versagte vor dem US-Kongress, quatschte dann unglücklich. Merke: einer hört immer zu, heute.
Gute PR sind anspruchsvoller denn je. UBS, CS, Novartis, BP und viele andere wissen, was damit gemeint ist.
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Wednesday, den 21. July 2010 um 11:25
Mit “Züridütsch”, obwohl es, dem Englischen in der Welt vergleichbar, in fast allen Kantonen der Deutschen Schweiz gesprochen wird, kommt man in Basel und Bern nicht weit. “Berndütsch” und “Baseldütsch”, werden sie einmal beherrscht, sind die richtigen Türöffner in die Herzen der jeweiligen Bewohner. “San Galler Ditsch” ist wieder etwas ganz anderes, das Bündnerische ohnehin. Wer den richtigen Akzent beherrscht, kommt weiter. Lange war das “Bündner Dütsch” wegen seiner tiefen kehligen Laute in den Medien die beliebteste Variante. Jetzt hat das “Wallisertitsch” längst aufgeholt. Die 70 000 echten Oberwalliser gelten als unverfälschte Schweizer mit einem wunderbaren Dialekt. Rainer Maria Salzgeber und vielen anderen sei Dank.
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Wednesday, den 21. July 2010 um 8:07
Mit Züridütsch, obwohl es, dem Englischen in der Welt vergleichbar, in fast allen Kantonen der Deutschen Schweiz gesprochen wird, kommt man in Basel und Bern nicht weit. “Berndütsch” und “Baseldütsch”, werden sie einmal beherrscht, sind die richtigen Türöffner in die Herzen der jeweiligen Bewohner. “San Galler Ditsch” ist wieder etwas ganz anderes, das Bündnerische ohnehin. Wer den richtigen Akzent beherrscht, kommt weiter. Lange war das “Bündner Dütsch” wegen seiner tiefen kehligen Laute in den Medien die beliebteste Variante. Jetzt hat das “Wallisertitsch” längst aufgeholt. Die 70 000 echten Oberwalliser gelten als unverfälschte Schweizer mit einem wunderbaren Dialekt. Rainer Maria Salzgeber und vielen anderen sei Dank.
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Monday, den 19. July 2010 um 12:05
Obwohl bei uns im Land an privaten Institutionen, Fachhochschulen und Universitäten tausende von Journalisten ausgebildet werden, gibt es zu wenig qualifizierte Journalisten. Deshalb importieren unsere Verleger deutsche (in der Westschweiz französische) Journalisten, um ihre Publikationen attraktiv zu machen. Das “Migros-Magazin” präsentiert jetzt auch eine stv. Chefredaktorin aus Deutschland, die sicher demnächst den in die Jahre gekommenen Chefredaktor ablösen wird. Jacqueline Jane Bartels macht den üblichen munteren Eindruck, den man von einer “Düütschen” erwartet und schreibt in jenem Paprika-Stil, den Leser unter 50 heute erwarten. Die personelle Neuerwerbung des Migros-Konzerns hat jedoch nicht verhindern können, dass es in einem siebenspaltigen Titel im gleichen Heft Nr. 29 heisst “Mit zottigen Witzen macht man keinen Stich.” Der verantwortliche Redaktor muss gut 300 Jahre alt sein, denn die Trennung zwischen “zottig” und “zotig” erfolgte gegen 1700 n. Chr. Denkbar ist auch, dass der Redaktor den Ausdruck “sottigi Witz” meinte, womit er den Leser auf eine ganz andere Spur führen würde.
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