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Weblog
Archiv der Kategorie 'Kommunikation'
Wednesday, den 10. March 2010 um 8:42
Peter Littmann, einer der berühmtesten deutschsprachigen Marketingprofessoren, lässt uns wissen: “Für arme Menschen ist Shopping kein Spass.” Ja, das habe ich mir immer gedacht.
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Wednesday, den 10. March 2010 um 8:32
Die bekannten drei Affen, welche sich die Augen, die Ohren und den Mund zu halten, um nichts zu sehen, zu hören und zu sagen, haben eine Steigerung erhalten. Publizist Roger de Weck, ein Edelgeist unseres Landes, hält geheimnisvoll beide Hände über dem Hinterkopf verschränkt, um uns mitzuteilen, dass die Wahl von Roger Federer zum Werbeträger von Rolex ein Fehler sei, weil beide nicht zueinander passen würden. Roger Federer, auf den Rolex-Inseraten, hält beide Hände hinter dem Nacken gekreuzt und blickt, ganz Rolex-Träger, selbstsicher lächelnd in die Zukunft. Was bedeutet dies?
- A) Wer die Hände über dem Hinterkopf verschränkt, macht sich grösser, gibt seinem Oberkörper und speziell dem Kopf eine Aura, fast einen Heiligenschein.
- B) Wer die Hände hinter dem Nacken kreuzt, liegt entweder besiegt auf dem Boden und sucht sich vor weiteren Angriffen zu schützen. Sitzend jedoch schiebt diese Haltung den Kopf nach vorn, sodass die Person sich attraktiver darbietet, weil sie näher beim Betrachter ist.
Die Haltungen, welche de Weck und Federer angenommen haben sind von beiden bewusst gewählt. Während die Affen sich letztlich verstecken, handelt es sich bei dem Selbstdarsteller-Duo um einen eher pfauenhaften Wettbewerb, wo der Schönste gewinnen will.
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Tuesday, den 9. March 2010 um 8:54
Kaum ein Berufsstand hat in der Schweiz in den letzten 20 Jahren derart zugenommen, wie jener der Professoren für Kommunikation. Jede Hochschule und Fachhochschule wird seither überlaufen von Studenten, die PR-Berater oder Journalist werden wollen. Während Journalismus ein absterbender Beruf für kleine Eliten ist, nimmt die Zahl jener, die sich PR-Berater nennen, laufend zu. Eine der in der Schweiz renommiertesten Kommunikations-Professorinnen ist die an der Uni St. Gallen arbeitende Miriam Meckel, eine Deutsche, die im Umfeld des ehrgeizigen und später gestürzten SP-Politikers Wolfgang Clement gross wurde, der auch mit seinem Düsseldorfer Medienzentrum Schiffbruch erlitt. Prof. Meckels Marktwert stieg durch die Liaison mit der deutschen TV-Plaudertante Anne Will. Zwei gebildete Frauen in den Vierzigern, die sich Arm in Arm von der dominierenden Männergesellschaft abwenden, lösen natürlich Spannungsfelder besonderer Art aus. Prof. Meckel hat in den letzten zwei Jahren manches geschrieben, das sich rasch lesen liess, mehr aber noch Interviews gegeben, die in der internationalen Tabelle publizistischer Leistungen nicht zählen. Jetzt hat sie einer “Tagi”-Journalistin (Motto: Frau spricht zu Frau, Herz zu Herz) in einem neuen Interview gestanden, sie habe einen “burnout” erlebt und daher einige Monate mit “weinenden Managern” in einer Klinik verbracht. Machen wir es kurz (Details im “Tagi” vom 6. 3. 10, Seite 33), die Kommunikationsprofessorin empfiehlt “den Müssiggang” und “den Weg zum Ziel” zu machen. Mein Verdacht, wer nur noch über sich selber schreibt, wie dies im geplanten Meckel’schen Burnout-Buch der Fall sein soll, hat als Kommunikationsprofessorin wenig zu sagen. In der Schweiz offeriert man solchen Managern eine Denkpause in Harvard und dann den gepflegten Ausstieg. In allen Schweizer Hochschulen, jetzt auch an der Uni Bern, haben die deutschen Professoren in Kommunikationsangelegenheiten die Führung übernommen: Jarren in Zürich, Russ-Mohl in Lugano sind wohl die Besten. Aufgrund der Globalisierung spielt Kommunikation nach Schweizer Art, sei es auch nur die in den Medien, praktisch keine Rolle mehr. Ohne in einen Blocher’schen SVP-Stil zu verfallen, darf doch die Frage gestellt werden, ob eine selbständige Nation wie die Schweiz nicht die Kraft haben müsste, ihre eigene Kommunikationsaufgabe zu definieren. Man stelle sich vor, in Deutschland würden nur amerikanische und in Frankreich nur deutsche Professoren dozieren – undenkbar! Was “die Meckel” in St. Gallen zugunsten ihrer Studenten wirklich geleistet hat, wird man, wie stets in solchen Fällen, kaum erfahren, weil sich die Lehrstuhlinhaber untereinander schützen. Die Hochschul-Kommunikatoren kommunizieren nicht oder nur dann, wenn es der Karriere dienlich ist. Verdacht ist daher erlaubt.
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Monday, den 8. March 2010 um 10:14
Wie Martin Meyer im Feuilleton der NZZ die evangelische ex- Bischöfin Margot Kässmann skelettieren lässt (”kleinbürgerliche Herkunft”, “gesinnungsstolze Übereinstimmung mit dem eigenen Ich”), darf als Triple-A-Dessert bezeichnet werden. Manchmal darf man bei solchen Texten ein wenig atemlos werden, erlebt man doch, wie das Grossbürgertum sich von Aufsteigern distanziert. Diese kurzfristige Atemlosigkeit geschieht mir seit einiger Zeit auch bei der Lektüre der Köppel’schen “Weltwoche”. Dort habe ich die Eigenart entwickelt, zuerst die echt bezahlten Inserate zu suchen (in der vergangenen Woche 2 2/3-Seiten auf einen Textumfang von 66 Seiten). Die “Weltwoche” ist in vielem besser geworden in den letzten acht Monaten, aber der nicht nachlassende Verdacht, sie diene der politischen Rechten (die auch für die Defizite aufkommt), hält sie als Parteiblatt am Boden.
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Friday, den 5. March 2010 um 13:39
Immer dann, wenn man einmal Radio DRS hören möchte, weil die Nachrichten wichtig sein könnten, drängen sich die Verkehrsmitteilungen in das aktuelle Programm, weshalb der kluge Mensch nur sofort den Sender abstellen kann. Ebenso im Schweizer Fernsehen, wo seit Wochen ein dunkelhäutiges Mädchen über den Bildschirm tanzt und uns ein Sprecher von Swissaid wissen lässt, sie sei von einem “skrupellosen Grossgrundbesitzer” ausgenutzt und vertrieben worden. Mit Swissaid hätten sich “alle Dorfbewohner ihren Besitz zurück erkämpft.” Ist Swissaid eine neue Guerillatruppe, die sich aus Spendengeldern finanziert? Wie soll man diese Aussagen verstehen? Derlei Informationen machen immobil, lösen Ängste aus und lassen den Bürger verstummen. Gegen Verkehrsnachrichten lässt sich nichts tun, wenn man Chopin hören möchte. Wir können höchstens den Geldbeutel öffnen, um weitere skrupellose Grundstücksbesitzer zu verjagen. Waren es übrigens Weisse oder Schwarze? Ebenso eindrücklich war auf DRS 2 das Ganztagesprogramm über den Solothurner Schriftsteller Peter Bichsel, ein kurlig raunendes Museumsobjekt aus dem vergangenen Jahrhundert, das einer Schweiz angehört, die sich heute im Prekariat verwirklicht. Derlei macht Eindruck, weshalb jedermann zu einem Kotau vor dieser Hochkultur verpflichtet ist, aber nach Bichsel kamen Milena Moser und Martin Suter, womit der sinkende Bildungsstand weiter Kreise verdeutlicht wird. Wäre die Schweiz alleine davon betroffen, würde dies die Welt wenig interessieren, aber auf Ronald Reagan folgten George W. Bush und Sarah Palin, auch dies eine Leiter des Abstiegs für die US.Konservativen.
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Friday, den 5. March 2010 um 8:12
Es wäre an der Zeit, jeden Schweizer, aber sicherheitshalber nur solche, die seit mindestens drei Generationen im Lande sind, zu Botschaftern der Schweiz zu ernennen, wenn sie ins Ausland reisen. Sie können dann deutlich machen, dass sie in ihren Koffern kein Geld zurück in die Schweiz schmuggeln, um damit den Finanzplatz zu retten. Solche Botschafter hat auch das Fürstentum Liechtenstein ernannt, als es mit seinem Ruf am schlimmsten stand. Zu solchen Botschaftern seines Landes will auch das israelische “Ministerium für Aufklärung” seine Mitbürger machen, sollten sie ins Ausland reisen. Wenn dann in London Schweizer Volksbotschafter mit liechtensteinischen und israelischen Volksbotschaftern ins Thai-Restaurant gehen, können sie sich gegenseitig darüber aufklären, weshalb derlei notwendig ist. Juli Edelstein, israelischer Minister für Aufklärung, weiss es: “Die Medien sind an allem schuld.” Dem können die Medien nur eines entgegen setzen: Wir brauchen endlich Medienbotschafter.
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Wednesday, den 3. March 2010 um 11:04
Die Kuppelshow “Swissdate” ist Geschichte. Die Sendung ist nicht daran gescheitert, dass sich zu wenige Kandidatinnen und Kandidaten verkuppen lassen wollten. Vielmehr sind die Gründe anderswo zu suchen. Mit Gabriela Ursprung, der Nachfolgerin von Joël Gilgen, kam der rasante Absteig. Die Frau ohne Glamour-Faktor und mit noch weniger Einfühlungsvermögen, bei der man immer den Eindruck hatte, sie habe ihre Texte schön auswendig gelernt wie eine Schülerin, ist die Verkörperung des Züri-Trash-Lebenstils. Wollen das die Leute wirklich sehen? Ich glaube nicht. Der Einbezug der Sex-Beraterin und des Horoskopes waren nur noch letzte Zuckungen eines bereits im Sterben liegenden Konzeptes. Die ganze unbeholfene Ernsthaftigkeit, mit der Ursprung ihre Kandidaten verkuppelte, hatte etwas Anstrengendes. Mit ein bisschen mehr Augenzwinkern und einem anderen Moderator hätte das Gefäss eine Chance gehabt.
Philippe Welti
Allgemein, Gesellschaft, Kommunikation | 2 Kommentare »
Wednesday, den 3. March 2010 um 8:40
Gehen Sie durch einen Bambuswald und Sie werden die Stämme kaum voneinander unterscheiden können. Ringier und die AZ-Medien haben jetzt redaktionelle Zentralbüros eingerichtet, die, das ist der Sinn der Sache, effizienter arbeiten müssen als ihre leicht verträumten Vorgänger. Verleger Peter Wanner macht darauf aufmerksam, dass die Redaktion des journalistisch sehr erfolgreichen “Sonntag” einen eigenen Standort behält, “weil sich der Sonntag mit Primeurs und heissen Geschichten anders profiliert als die AZ”. Das lässt aufhorchen! Wer ein eigenes Profil erkämpft hat, darf das Privileg des Abstands für sich nutzen. Wir lernen daraus: Der Kampf um das eigene Profil ist entscheidend dafür, nicht im Pool aufgehen zu müssen.
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Tuesday, den 2. March 2010 um 8:15
Vor zwei Jahren war jeder “grand chef” noch darauf stolz, jederzeit per e-mail erreichbar zu sein, um dann antworten zu können. Tempi passati. Dieser e-mail Tsunami hat dazu geführt, dass sich immer mehr Topmenschen dem e-mail-Verkehr verweigern. “Sorry, ich habe wirklich keine Zeit mehr, meine e-mails zu beantworten.” Das ist eine neue Entwicklung, welche die e-mail-Demokratie infrage stellt. Wer von Chefs etwas will, muss wieder einen Brief schreiben oder vorstellig werden. Gute Nachricht für die Post und die Vorzimmer-Damen.
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Monday, den 1. March 2010 um 14:01
Ce n’est pas sur les rendements que comptent ceux qui déposent de l’argent sale en Suisse : ils cherchent avant tout à contourner l’impôt qu’ils auraient à verser dans leur pays d’origine. C’est pourquoi les gestionnaires suisses de fortune en profitent depuis des années, ne lésinant pas sur les frais d’administration. Maintenant que la Suisse ne fait plus de différence entre la soustraction d’impôt et la fraude fiscale, elle a perdu cet atout concurrentiel. Alors pourquoi des étrangers fortunés continueraient-ils d’apporter leur argent en Suisse ? C’est ce que vont se demander de plus en plus de déposants ces prochaines années. Les banques suisses devraient pouvoir répondre haut et clair : parce que nous sommes les meilleures pour la stabilité, la sécurité, les services et les performances. Dommage que les banques privées suisses soient maintenant trop loin du compte pour en dire autant. Lire l’article dans le “Temps” d’aujourd’hui.
Philippe Welti
Allgemein, Wirtschaft, Kommunikation | Keine Kommentare »
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