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Archiv der Kategorie 'Gesellschaft'

Unser Glück in der Nische

Mittwoch, den 4. Juli 2018 um 16:36

Zwischen Grössenwahn und Bescheidenheit sind die Emotionen des durchschnittlichen Schweizers angesiedelt. Das ist hervorragend, denn die US-Amerikaner der Trump-Zeit sind nur grössenwahnsinnig, den Deutschen hat man die GröWa ausgetrieben, was sie nicht bescheidener gemacht hat, und die Liechtensteiner geben sich ganz bescheiden, weil sie reicher als die Schweizer sind.

Roger Federer stützt unseren Grössenwahn, die Fussball-Nationalmannschaft, sich auf dem gleichen Weg wähnend, holte uns in die Wirklichkeit zurück.

Unsere Politiker, vom Gemeindepräsidenten aufwärts, kultivieren die Bescheidenheit, wahrscheinlich, weil sie nach jenen aus Singapur zu den bestbezahlten der Welt gehören.

Unsere Künstler und Schriftsteller sind extrem bescheiden, weil sie sich selber nicht mehr zur Weltklasse zählen, Europaklasse wäre schon gut.

Sogar die Pfarrer sind extrem bescheiden geworden; si wagen sich kaum mehr auf die Strasse, weil die Mütter ihre Kinder vor ihnen in Sicherheit bringen.

In der Wirtschaft sind wir auch nicht so gross, wie einige unserer Medien dies gerne darstellen. Präsidenten und CEO’s gehören, nach jenen in den USA, zu den bestbezahlten der Welt. Aber sonst?

Die 23 reichsten Europäer weisen alle ein Vermögen von über 20 Mia. Euro aus. Das ist die finanzielle Oberklasse Europas. Weitere zehn können noch knapp mithalten, darunter auch die Basler Familien Hoffmann und Oeri mit 17,5 Mia; der Sturz der Roche-Aktie hat sie fünf Milliarden Euro gekostet.

Dann beginnt schon die Aminus-Elite. Prominentester Schweizer Vertreter ist die Familie Dr. Christoph Blocher mit 13,5 Mia. Euro.

Kein Wunder, dass der Preis für ein anständiges Haus mit Umschwung am Züri- wie am Genfer See bei Fr. 30 Mio. beginnt. Damit nähert man sich der Kasachstan-Klasse, die zusammen mit russischen, ägyptischen und saudischen Oligarchen die Oberklasse bildet.

Der Rest der Einwohner des Landes darf sich zu den Nischenbewohnern zählen, nicht unbedeutend, aber „négligéable“.

Unter den 100 umsatzstärksten Unternehmen der Welt sind nur Glencore (13. Keine Glückszahl, wie das laufende US-Verfahren zeigt) und Nestlé (67) zu finden. Novartis und Roche, wenn auch nicht so gross, können aber an den Börsen bisher mithalten.

Wir müssen den Gedanken annehmen, ein Nischenland zu sein. Wir leben, mit mindestens 300 000 Millionären und 800 000 eher armen Menschen in einer historischen Nische. Noch die meisten unserer Grosseltern waren arm und sparsam. Den Luxus der heutigen Jugend konnte man sich vor 50 Jahren vielerorts nicht vorstellen. Wie lange der Traum noch währt, lässt sich nicht errechnen. Grosse Teile des Mittelstands leben in einer Blase.

Wir gehören zu Europa, denn mit acht Prozent der Weltbevölkerung, die laufend weniger werden, zählt auch Europa zu den Zwergen  dieser Welt. Unsere grosse Zeit ging mit den europäischen Empires vor siebzig Jahren zu ende. Als das Bankgeheimnis leichtfertig aufgegeben wurde und die Globalisierung die Schweiz voll ergriff, begann der Ausverkauf vieler Schweizer Firmen ins Ausland. Seither gilt: Wenn „Schweizer“ auf dem Türschild steht, ist dies immer öfter „fake news“.

Lasst uns den Spätsommer Europas und der Schweiz geniessen. Die Winter werden kälter. Schon zieht es an allen Ecken.

Alle unsere Weltuntergänge….

Freitag, den 22. Juni 2018 um 14:50

Als ich ein Jugendlicher war, hiess es, unsere Welt werde in zwei Milliarden Jahren von der sich ausdehnenden Sonne verbrannt werden.

Als ich 20 Jahre älter war, lernte ich, dass die Sonne sich langsam ausdehne und wir vielleicht schon in 500 Millionen Jahren ersticken würden.

Als mit dem Club of Rome die Umweltbewegung aufkam, sprach man von 100 Millionen Jahren, die uns noch zur Verfügung stehen.

Jetzt lässt die „Neue Zürcher Zeitung“ in ihrer Weisheit, vertreten durch René Scheu, ihren Feuilletonchef, Hans Widmer zu Wort kommen, den härtesten McKinsey-Chef in der Schweiz des letzten Jahrhunderts. Er stellt sich aber als Unternehmer vor, was er auch einmal gewesen ist.

Hans Widmer, ein Nuklearphysiker, gibt uns noch 500 Jahre bis zum Weltuntergang. Entweder würden wir gescheiter oder der Menschheit sei nicht mehr zu helfen.

Mag sein, dass er Recht hat. Physiker haben immer Recht, meinen kluge Köpfe. Mit Ausnahme von Friedrich Dürrenmatt, der sie eher als Wirrköpfe auf die Bühne brachte.

Ich glaube nicht an Weltuntergänge in ferner Zukunft.

Ich sehe derart viele Weltuntergänge in der Gegenwart, dass mich die fernen nur wenig interessieren.

Ich sehe die Weltuntergänge in vielen Familien, sei dies durch Krankheit oder durch Exit und seine Schwestern verursacht.

Ich sehe Weltuntergänge in den Millionen Kindern, die jährlich abgetrieben, missbraucht oder misshandelt werden.

Ich sehe Weltuntergänge in Europa, wo einst stolze Nationen, wie Griechenland oder Italien, langsam verkümmern.

Ich sehe einen Weltuntergang für das einstige weisse Herrenvolk in den USA kommen, wo man einen Caligula zum Präsidenten machte.

Ich sehe den Untergang des über 2000jährigen Europas kommen, wenn wir uns nicht von den USA lösen und Osteuropa mit Russland zu unserem Partner machen.

Ich sehe in der Schweiz keine Elite mehr, denn die „Neue Zürcher Zeitung“ publiziert derart dumme und hoch spekulative Artikel, dass man das Vertrauen in die letzte Schweizer Elitezeitung verlieren könnte; aber es ist ja nur die Zeitung der alten Elite, die in Kürze abgestorben sein wird.

Dumme Sprüche wirken nachhaltig

Montag, den 7. Mai 2018 um 15:36

Jetzt, wo Alexander Tschäppät, Tschäppät II. als Berner Stadtpräsident, mit 66 Jahren zu früh verstorben ist, fällt auf, wie die Medien ihn kennzeichnen: „Mit Tschäppät verliert Bern seinen grössten Fan.“ Sonst gab es nicht viel über ihn zu sagen; zuletzt entschied sich das Berner Stimmvolk gegen die von ihm vorgeschlagene Nachfolgerin.

Tschäppät nannte sich gerne selber den grössten Fan der Bundesstadt, die er einmal „die schönste der Welt nannte.“ Letzteres stimmt sicher nicht, obwohl der Stadtkern im Aarebogen sicher von grossem mittelalterlichem Reiz ist.

Der Ausdruck „grösster Fan“ gehört zu jener Kindersprache, die Mode geworden ist. Hinter ihm versteckt sich keinerlei messbare Qualität, denn Fan kann man von allem sein.

Noch schlimmer sind jene Politiker und sogar Unternehmer, die „mit Herzblut“ für etwas arbeiten. Ganz so, als sei Herzblut etwas ganz besonderes, was nicht der Fall ist. Diese oft zu hörende Aussage ist völlig bedeutungslos; schlimmer ist nur der Walliser Werbeslogan „Wallis – ins Herz g’meisselt“. Man muss sich derlei nur einmal vorstellen und wird sofort davon Abstand nehmen, denn die Sache kann nur blutig enden.

Natürlich trifft diese Befindlichkeit auf manche Walliserinnen und Walliser zu, die tatsächlich in einem sehr schönen Kanton von besonderer Eigenart leben. Wer zur Emigration gezwungen wurde, wird immer „hemveh“ ins Wallis haben.

Aber ihn ins einzelne Herz zu meisseln, ist eine Aussage, die sich mehr an die Walliser richtet als an jene Touristen, die man anzusprechen sucht. Solche Inserate und TV-Spots werden meist deshalb von den Verantwortlichen bewilligt, weil man sich damit seiner eigenen Würde bewusst werden will. In der Schule würde man sagen: „Thema verfehlt, aber lustig.“

Sind die Chinesen besser als wir?

Donnerstag, den 3. Mai 2018 um 11:57

Ich denke schon, denn seit 30 Jahren wächst dort die Wirtschaft, wie wir dies seit 50 Jahren nicht mehr erlebt haben.

Gibt es Gründe dafür?

Jack Cheng von der chinesischen Tesla-Alternative Nio sagt: „Deutsche Autobauer sind noch zu unflexibel. Sie machen Ferien im Juli und August. So funktioniert das heute nicht mehr. Wir arbeiten rund um die Uhr.“

Es mag sein, dass wir in Westeuropa sozialer geworden sind. Wie lange wir uns das noch leisten können, ist fraglich.

Schweizer Verleger, ist das ein Beruf?

Freitag, den 20. April 2018 um 17:15

Noch vor einer Generation galt es als Berufung, Verleger zu sein. Ein Verleger war ein grosser Mann, der über Bildung und den Willen zur Führung verfügt, der in seinen Publikationen die Welt knetet wie einen Tennisball.

Ein Verleger war stolz darauf, in seinem redaktionellen Rennstall über Spitzenjournalisten zu verfügen, die ihm halfen, an Einfluss zu gewinnen. Er trank seinen Champagner aus ihren Hirnschalen, wie Paul Sethe es formulierte, den heute keiner mehr kennt.

Einer unserer talentierten Jungverleger heisst Marc Walder, ein äusserst sympathischer immer noch jugendlich wirkender Mann, dem soeben zehn Prozent der Anteile des Ringier Verlags vermacht wurden.

Was sagt Walder in einem Interview mit Matthias Ackeret, dem Verleger des Branchenmagazins „Persönlich“, das sich durch eine starke redaktionelle Abhängigkeit von seinen Partnerorganisationen auszeichnet? Walder: „…obwohl ich, abgesehen vom Wirtschafts- und Auslandteil der NZZ, praktisch keine Zeitung mehr konsumiere.“

Ein Printverleger, der stolz darauf ist, keine Zeitung mehr zu konsumieren. Es ist anzunehmen, dass der einst sich selbst als „guten Journalisten“ bezeichnende Partner von Walder, Michael Ringier, auch schon lange keine Printmedien mehr „konsumiert“.

Konsumiert man Medien eigentlich? Diesen Begriff gab es früher nie. Man kaufte sie, man liebte sie und man verzichtete eher auf ein Frühstück als auf die Lektüre des „Spiegel“ oder der „Zeit“.

Wer den Niedergang der Printmedien beklagt und den Ausverkauf einst guter Redaktionen betreibt und selber keine Printmedien mehr liest, sollte sich nicht wundern, wenn ihm auch die Kunden den Rücken kehren.

. Sagen die Metzger, sie würden keine Würste mehr essen?

. Sagen die Bäcker, sie würden keine Brote mehr kauen?

Seit tamedia die Schweiz erobert hat, musste ich hintereinander die „Berner Zeitung“ und den „Bund“ abbestellen, weil deren redaktioneller Inhalt dem „Tagi“ immer mehr angeglichen wurde.

Demnächst werde ich auch die „Zürichsee Zeitung“ und die „Basler Zeitung“ abbestellen müssen, weil deren eigenständiger Charakter schon auf Null gesenkt wurde oder vor einer solchen Nivellierung steht.

Daraus wäre zu schliessen, dieser Berufsstand, der sich Unternehmer nennt, hat sich selbst vernichtet. Durch Leistungsverweigerung.

Wunderbares Zürich – arme Zürcher

Freitag, den 23. März 2018 um 8:20

Wie ist die Welt schön am Zürichsee: Das an seinem nördlichen Ende gelegene Zürich ist, nach Wien, die zweitschönste Stadt Europas. Zwischen H-Bahnhof-, Langstrasse und dem Seefeld wandern und unterhalten sich jeden Tag Massen von Menschen. Die elegantesten Marken der Welt haben sich an der Limmat niedergelassen, weil hier die Post abgeht (anders als bei der wirklichen, der Schweizer Post).

Aber alles hat seinen Preis: Gegen jede zehnte Person in der Stadt Zürich läuft eine Betreibung, sagt Joanna Herzig von der Schuldenprävention der Stadt Zürich. Das Schaulaufen der männlichen wie weiblichen Schönheiten hat seinen Preis, und der ist meist hoch.

Wer nicht das richtige Auto fährt (Leasing!) und das angesagteste Smartphone vorweisen kann, wer nicht die schicksten Klamotten einer Supermarke trägt und beim Apéro versagt, weil er zwischen den teuren Getränken nicht unterscheiden kann, ist mega-out. Vom Wohnen nicht zu reden, das sich gerade junge Menschen nur in einer Kommune leisten können.

Zürich ist wunderbar, aber die Zürcher selber sind oft arm. Sie werden, jeder Zehnte, gnadenlos betrieben. Das Wasser steht ihnen bis an den Hals am Monatsende. Sie lächeln und tun so, als wären alle anderen Idioten.

Diese Menschen, zu über 50% Singles, die abends noch in den Ausgang müssen, was sie sich oft nicht leisten können, haben bei den jüngsten Stadtratswahlen wieder rotgrün gewählt. Warum? Weil unter Rotgrünen das Leben so einfach ist. Kämen nicht die Neubürgerlichen an die Macht, die eher grosszügig sind, müsste man mit Altbürgerlichen leben, wo Sparsamkeit erstes Gebot ist.

Dann wäre Zürich nicht mehr eine so tolle Stadt. Wir leben auf Schulden, ganz wie Donald Trump. Der weiss, wie es geht.

Leben die Märtyrer weiter?

Dienstag, den 13. März 2018 um 9:50

Martin Mosebach, ein in Deutschland und der Schweiz beliebter Schöngeist und katholischer Schriftsteller, hat sich darum verdient gemacht, in Ägypten die christliche Urkirche der Kopten zu besuchen. In seinem neuen Buch „Die 21. Eine Reise ins Land der koptischen Märtyrer“ (Reinbek) beschreibt er die andauernden Attentate auf die koptischen Christen in Ägypten.

Mosebach erwartet die Erweckung der Märtyrer und lässt in seinem Reisebericht die Hoffnung durchschimmern, die christliche Kirche werde daraus wieder auferstehen. Gleichzeitig macht er deutlich, auch in Europa könne uns ein gleiches Schicksal wie das der Kopten bevorstehen, wenn der Staat nicht mehr seine schützende Hand über die Kirche halte.

Leben Märtyrer weiter? Ja, aber nur bei den bekennenden Christen, die ihren Glauben leben. Deren Zahl sinkt in Europa geradezu dramatisch.

Vorgänger der koptischen Märtyrer in Ägypten waren Ende des 16. Jahrhunderts die rund 150 000 japanischen Christen. Missioniert vom Jesuitenpater Franz Xaver, wurden sie vom kaiserlichen Adel als Bedrohung angesehen und ausgerottet. Unter dem Eindruck des Schreckens verzichteten Franz Xaver und einige wenige andere Jesuiten auf ihren eigenen Glauben und lebten noch einige Jahrzehnte als Halbgefangene in Japan. Heute sind diese Märtyrer, denen unlängst ein Hollywoodfilm gewidmet wurde, weitgehend vergessen. In Japan hätten allerdings bis in die jüngste Gegenwart einige verborgene katholische Zellen überlebt, sagen kirchennahe Christen. Es kann eine Legende sein, wie vieles mehr.

Die Vertreibung der Christen aus Ägypten und dem Nahen Osten dauert an. Ich kann nicht erkennen, dass die christlichen Kirchen in den letzten vierzig Jahren erfolgreich dagegen etwas unternommen haben. Sie hätten mindestens die Mittel der atlantischen Diplomatie stärker einsetzen müssen. Auch hier versagt zu haben, ist die Schuld des sich christlich nennenden Westens.

Mist aus der Dobelli-Quelle

Dienstag, den 30. Januar 2018 um 15:17

Wahrscheinlich liest niemand von mittlerer und gehobener Intelligenz die Aufsätze des Zürcher Sekundärphilosophen Rolf Dobelli, der im neuerdings umstrittenen Feuilleton der „Neue Zürcher Zeitung“ und im deutschen „Handelsblatt“ als Lebenshelfer zu Wort kommt.

Dobelli schreibt im „Handelsblatt“ vom 24. Januar 2018 unter dem Titel „Wer sein eigenes Rennen fährt, gewinnt“ den denkwürdigen Satz „Bildung ist heute nur noch als Hobby sinnvoll.“

Wahrscheinlich ist nur deshalb kein Sturm ausgebrochen, weil a) Niemand solchen Mist ernst nimmt und b) Dobelli, der kein ungebildeter Mensch ist, bei ernsthaften Menschen längst als falscher Prophet abgeschrieben ist.

Wer heute im Berufsalltag des globalen Kapitalismus‘ beruflich überleben will, gerät als Schmalspur-Spezialist bald einmal in die Situation, dass in Westeuropa Nichteuropäer als besser und billiger beurteilt werden und er deshalb bald einmal aussortiert wird.

Nur mit generalistischem Wissen, das Situationen in der Breite wie Tiefe zu erfassen vermag, ist, wenn andere Eigenschaften und Fähigkeiten auch vorhanden sind, eine oft wechselhafte berufliche Zukunft möglich.

Mehr muss man zu Dobelli, der in Deutschland ein Bestseller-Autor ist, nicht schreiben. Da das Allgemeinwissen vieler Deutscher seit Jahrzehnten systematisch abgesenkt wurde, erfüllt er eine nützliche Funktion: Er füllt die Hirne der Zahnarztbesucher und Sozialbetreuer mit jenem Schmalz, das die Synapsen zu verkleben vermag.

Einen Manager, der derlei liest, oder einen NZZ-Intellektuellen, der solches ernst nimmt, hat den Zug wirklich verpasst.

Warum „tachles“ für die Schweiz wertvoll ist

Montag, den 4. Dezember 2017 um 10:57

Das mutigste Magazin der Schweiz ist nicht dasjenige des „Tagesanzeiger“ und auch nicht der „Schweizer Monat“, sondern „tachles“, das jüdische Wochenmagazin in der Schweiz, wo Chefredaktor Yves Kugelmann die Verantwortung trägt.

„tachles“, das seinen liberalen Charakter zum Ärger der konservativen Juden in der Schweiz nicht verbirgt, informiert besser über Israel als alle anderen Schweizer Medien. Diesen fehlt zumeist der Sachverstand wie der Mut, sich mit „jüdischen Fragen“ ernsthaft zu beschäftigen. Yves Kugelmann hat dies mit seinem Team während Jahren geleistet. Nun wollen die Gerüchte nicht verstummen, dass seine jüdischen Sponsoren unter grossem Druck das Feld verlassen wollen.

Schade, denn wie wüsste ich sonst, dass Israels Premier Binyamin Netanya sich mit allen gesetzlichen Tricks an der Macht halten will, schreibt in „tachles“ Richard C. Schneider, vormals ARD. Und Jacques Ungar, ein brillanter Journalist, wirft dem gleichen Premier vor, er betreibe „mit Gesetzen Schindluder“.

Dort lese ich auch, wie Kolumbien einen Israeli ausweist, weil er illegalen Tourismus betrieb, mit Drogen handelte und Sex mit Minderjährigen anbot.

Wie wüsste ich sonst, dass Yossi Levi Sfari, Israels Konsul in Istanbul, von der eigenen jüdischen Gemeinde geschnitten wird, weil er dort, als Homosexueller, mit seinem Partner geschnitten wird.

Wie wüsste ich sonst, dass Israels Präsident Reuven Rivlin sich geweigert hat, jenen jüdischen Soldaten zu begnadigen, der einen schwer verletzten Terroristen exekutierte. Dafür wird er als Nazi beschimpft. Netanyahu mag ihn ohnehin nicht, weshalb Israels Identität fraglich ist, schreibt Zvi Barel in „tachles“.

Die einst berühmt-berüchtigten „Cambridge Five“, ein in England erfolgreicher Spionage-Ring, gehörten zu einem Kreis, „der stark jüdisch geprägt war“, schreibt Shai Holer, den Film „Auf Ediths Spuren“ besprechend.

„tachles“ freut sich auch darüber, dass unter den 20 Bewerberinnen zur „Miss Germany“ die 21jährige Tamar Morali ist. Sie freut sich darüber, dass „trotz der dunklen Vergangenheit Deutschlands“ dort die jüdische Gemeinde blühe.

Ich wünsche mir, dass auch „tachles“ weiter blüht. Mutige Redaktionen werden immer seltener.

100 000 Schuss und einmal nachladen

Freitag, den 17. November 2017 um 16:07

Wer in den Tälern rund um den Simplon wandert, wo einst Schweizer Soldaten bereit waren, die aus Italien kommenden Faschisten vom Übertritt in die Schweiz abzuhalten, hört oft noch folgenden Witz:

„100 000 deutsche Soldaten marschieren in der Schweiz ein. Was tun wir? Wir feuern eine Salve, 100 000 Schuss. Und wenn nochmals 100 000 Deutsche kommen? Wir laden nach.“

Dieses Schweizer Selbstvertrauen wurde jetzt ernsthaft getrübt. Die Treffsicherheit der Schweizer Soldaten sinkt seit Jahren, denn die ausserdienstliche Schiesspflicht wird nicht mehr ernst genommen. Der Chef des Militärdepartementes, im Hauptberuf ein Winzer, hat jetzt neun Milliarden Franken angefordert, um die Schweizer Armee wieder aufzurüsten.

 
     
     
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