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Monatsarchiv für Mai 2018

Dumme Sprüche wirken nachhaltig

Montag, den 7. Mai 2018 um 15:36

Jetzt, wo Alexander Tschäppät, Tschäppät II. als Berner Stadtpräsident, mit 66 Jahren zu früh verstorben ist, fällt auf, wie die Medien ihn kennzeichnen: „Mit Tschäppät verliert Bern seinen grössten Fan.“ Sonst gab es nicht viel über ihn zu sagen; zuletzt entschied sich das Berner Stimmvolk gegen die von ihm vorgeschlagene Nachfolgerin.

Tschäppät nannte sich gerne selber den grössten Fan der Bundesstadt, die er einmal „die schönste der Welt nannte.“ Letzteres stimmt sicher nicht, obwohl der Stadtkern im Aarebogen sicher von grossem mittelalterlichem Reiz ist.

Der Ausdruck „grösster Fan“ gehört zu jener Kindersprache, die Mode geworden ist. Hinter ihm versteckt sich keinerlei messbare Qualität, denn Fan kann man von allem sein.

Noch schlimmer sind jene Politiker und sogar Unternehmer, die „mit Herzblut“ für etwas arbeiten. Ganz so, als sei Herzblut etwas ganz besonderes, was nicht der Fall ist. Diese oft zu hörende Aussage ist völlig bedeutungslos; schlimmer ist nur der Walliser Werbeslogan „Wallis – ins Herz g’meisselt“. Man muss sich derlei nur einmal vorstellen und wird sofort davon Abstand nehmen, denn die Sache kann nur blutig enden.

Natürlich trifft diese Befindlichkeit auf manche Walliserinnen und Walliser zu, die tatsächlich in einem sehr schönen Kanton von besonderer Eigenart leben. Wer zur Emigration gezwungen wurde, wird immer „hemveh“ ins Wallis haben.

Aber ihn ins einzelne Herz zu meisseln, ist eine Aussage, die sich mehr an die Walliser richtet als an jene Touristen, die man anzusprechen sucht. Solche Inserate und TV-Spots werden meist deshalb von den Verantwortlichen bewilligt, weil man sich damit seiner eigenen Würde bewusst werden will. In der Schule würde man sagen: „Thema verfehlt, aber lustig.“

Warum ich Juden spannend finde

Freitag, den 4. Mai 2018 um 15:47

Niemand in Europa, und in der
Schweiz schon gar nicht, wagt es, mit den Juden auf Augenhöhe zu diskutieren. Diese, wie ich seit Jahren beobachte, schenken sich selber gar nichts, dies aber mit einer Eleganz, die ich bei Westeuropäern vermisse.

Jüngstes Beispiel: Die amerikanischen Diaspora-Juden distanzieren sich von der Politik Netanyahus, weshalb Naftali Bennett, auch kein kleines Kaliber, der israelische Bildungsminister, nach New York eilte.

Als wichtigste Herausforderung nannte er „die Masse von Juden, die sich vom Judentum und Israel distanzieren“. 75 % der amerikanischen Juden seien so wenig engagiert, um nicht einmal eine Wut auf Israel zu haben.

Es sei nun an Israel, nachdem die Diaspora-Juden Israel 70 Jahre lang geholfen haben, dass Israel den Diaspora-Juden hilft, so Bennett. Die Gemeinden in Israel und der Welt müssten zusammen arbeiten, „um das jüdische Schicksal zu erfüllen – das Gute tun und eine gebrochene Welt reparieren“.

Die Art, wie der Vorsitzende der rechtsnationalen Partei „Das jüdische Haus“ die Diaspora-Juden aufs Kreuz legt, die sich von Netanyahus Politik distanziert haben, ist anspruchsvoll.

Wir können nur davon lernen.

Sind die Chinesen besser als wir?

Donnerstag, den 3. Mai 2018 um 11:57

Ich denke schon, denn seit 30 Jahren wächst dort die Wirtschaft, wie wir dies seit 50 Jahren nicht mehr erlebt haben.

Gibt es Gründe dafür?

Jack Cheng von der chinesischen Tesla-Alternative Nio sagt: „Deutsche Autobauer sind noch zu unflexibel. Sie machen Ferien im Juli und August. So funktioniert das heute nicht mehr. Wir arbeiten rund um die Uhr.“

Es mag sein, dass wir in Westeuropa sozialer geworden sind. Wie lange wir uns das noch leisten können, ist fraglich.

 
     
     
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