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Monatsarchiv für April 2018

Schweizer Verleger, ist das ein Beruf?

Freitag, den 20. April 2018 um 17:15

Noch vor einer Generation galt es als Berufung, Verleger zu sein. Ein Verleger war ein grosser Mann, der über Bildung und den Willen zur Führung verfügt, der in seinen Publikationen die Welt knetet wie einen Tennisball.

Ein Verleger war stolz darauf, in seinem redaktionellen Rennstall über Spitzenjournalisten zu verfügen, die ihm halfen, an Einfluss zu gewinnen. Er trank seinen Champagner aus ihren Hirnschalen, wie Paul Sethe es formulierte, den heute keiner mehr kennt.

Einer unserer talentierten Jungverleger heisst Marc Walder, ein äusserst sympathischer immer noch jugendlich wirkender Mann, dem soeben zehn Prozent der Anteile des Ringier Verlags vermacht wurden.

Was sagt Walder in einem Interview mit Matthias Ackeret, dem Verleger des Branchenmagazins „Persönlich“, das sich durch eine starke redaktionelle Abhängigkeit von seinen Partnerorganisationen auszeichnet? Walder: „…obwohl ich, abgesehen vom Wirtschafts- und Auslandteil der NZZ, praktisch keine Zeitung mehr konsumiere.“

Ein Printverleger, der stolz darauf ist, keine Zeitung mehr zu konsumieren. Es ist anzunehmen, dass der einst sich selbst als „guten Journalisten“ bezeichnende Partner von Walder, Michael Ringier, auch schon lange keine Printmedien mehr „konsumiert“.

Konsumiert man Medien eigentlich? Diesen Begriff gab es früher nie. Man kaufte sie, man liebte sie und man verzichtete eher auf ein Frühstück als auf die Lektüre des „Spiegel“ oder der „Zeit“.

Wer den Niedergang der Printmedien beklagt und den Ausverkauf einst guter Redaktionen betreibt und selber keine Printmedien mehr liest, sollte sich nicht wundern, wenn ihm auch die Kunden den Rücken kehren.

. Sagen die Metzger, sie würden keine Würste mehr essen?

. Sagen die Bäcker, sie würden keine Brote mehr kauen?

Seit tamedia die Schweiz erobert hat, musste ich hintereinander die „Berner Zeitung“ und den „Bund“ abbestellen, weil deren redaktioneller Inhalt dem „Tagi“ immer mehr angeglichen wurde.

Demnächst werde ich auch die „Zürichsee Zeitung“ und die „Basler Zeitung“ abbestellen müssen, weil deren eigenständiger Charakter schon auf Null gesenkt wurde oder vor einer solchen Nivellierung steht.

Daraus wäre zu schliessen, dieser Berufsstand, der sich Unternehmer nennt, hat sich selbst vernichtet. Durch Leistungsverweigerung.

Die Post ist schamlos

Montag, den 9. April 2018 um 9:57

Achtzig Millionen Franken zahlt die Post an die Kantone zurück, weil sie die Daten der Postautos gefälscht und deshalb falsche Subventionen bezogen hat. Das ist viel Geld.

Fast vier Milliarden Franken hat die Post mit Beteiligung des Bundesrats in aller Stille hinterzogen, um ihre eigene Pensionskasse zu sanieren.

Jetzt wissen wir, weshalb im ganzen Land die Poststellen abgebaut werden müssen. Die Post muss sparen – damit ihre Mitarbeiter mehr verdienen.

Der Traum vom geschenkten Geld

Montag, den 9. April 2018 um 9:56

In Crans-Montana, wo auch Susanne Ruoff, der CEO der Schweizer Post, ihren Wohnsitz hat, wurden die Bergbahnen kurzfristig und ohne Vorwarnung abgestellt. Ihr Besitzer, der tschechische Milliardär Radovan Vitek, hat von Crans-Montana und zwei weiteren Gemeinden auf dem Hochplateau für die Dauer von zehn Jahren einen Zuschuss von total zwei Millionen Franken jährlich verlangt. Die Gemeinden haben den Vertrag bisher noch nicht unterschrieben. Nun droht das Bundesamt für Verkehr mit Konzessionsentzug.

In Saas-Fee hat sich seit Jahren ein niederländisch-amerikanischer Hedge Fund-Manager eingenistet. Er hat bereits die grösste Einzelbeteiligung an den Saaser Bergbahnen und will, gegen Widerstand in der Gemeinde, nun die Mehrheit an den Bahnen erwerben. Die Vorgänge in Crans-Montana kommen für ihn zur falschen Stunde, denn Saas Fee, „Das Herz der Walser“, sieht nun, welche Risiken eine einseitige Abhängigkeit bieten kann.

Am klügsten hat es bisher Samih Sawiris in Andermatt gemacht. Er erhielt das riesige Gelände, wo früher die Schweizer Armee übte, praktisch gratis und hat seither weit über eine halbe Milliarde Franken in die Entwicklung von „El Gouna Nord“ gesteckt. Je grösser Neu-Andermatt wird, desto unbedeutender wird Alt-Andermatt, das Schweizer Bergdorf.

Der Traum vom geschenkten Geld sehr reicher Ausländer wird in unseren Bergdörfern gerne geträumt. Die Gemeindebehörden finden es ideal, wenn jemand kommt und hundert Millionen Franken und mehr in ihre marode Infrastruktur investiert. Obwohl es in Andermatt, Saas Fee und Crans-Montana sehr reiche Schweizer Unternehmer gibt, welche den Ausbau selber hätten finanzieren können, zogen sie es vor, die Ausländer ins Risiko zu senden. Wenn diese dann eines Tages die Rechnung stellen, herrscht grosses Staunen.

Chaibe Usländer!

 
     
     
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