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Radikal liberale Affären

1. März 2018 um 13:54

Man ist ja allerhand gewohnt von unseren Politikern, die sich von Kasachen finanzieren lassen (SVP) und gerne auf Kosten der Steuerzahler um die Welt fliegen, ohne messbare Ergebnisse mitzubringen.

Nun haben sich die Spitzen der FDP Waadt, die sich dort radikal-liberal nennt, ein neues Spielchen einfallen lassen, das an Originalität nicht zu überbieten ist: FDP-Staatsrat Pascal Broulis, der von Lausanne aus regiert, versteuerte, von der Regierung abgesegnet, einen grossen Teil seines Einkommens in einer fast eine Stunde Autofahrt entfernten steuergünstigeren Gemeinde.

Die steuerlich unter seiner Aufsicht stehende FDP-Nationalrätin Isabelle Moret, die im letzten Jahr auch Bundesrätin werden wollte, überweist einfach jährlich 30 000.– Franken, und dies seit knapp zehn Jahren, à conto an Steuern nach Lausanne, dies bei einem von ihr angegebenen Bruttoeinkommen von CHF 300 000.—durch beratende Tätigkeiten zuzüglich ihrem Einkommen als Nationalrätin, das auch gegen CHF 140 000.—betragen müsste.

Wenn es Schlamperei im kantonalen Steueramt in Lausanne war, das Parteifreund Broulis offensichtlich sehr präzise im Griff hat, hat dieser ein Problem. Haben beide ein wenig gekungelt, schadet es der Partei.

Solche Fälle hatten in der Vergangenheit auch die CVP und die SP. Der vom Steueramt verfolgte Staatsbürger fragt sich, warum immer nur in der Politik solche Sonderfälle auftreten.

Der Zürcher Stadtrat hat viele Jahre die charmante Lösung gefunden, dass er privilegierte Staatswohnungen an Freundinnen und Freunde zu Tiefstpreisen vermietete, darunter an eine Zürcher Nationalrätin der CVP.

Unsere phantastische Demokratie, wo viele zahlen und wenige profitieren, kommt mir vor wie ein alter Teppich: schmutzig und voller Löcher.

Die Ursache liegt darin, dass alle Parteien es peinlich vermeiden, unabhängige Persönlichkeiten zu gewinnen und zu befördern. Wer etwas einfältig ist, kann mit Sicherheit Bundesrat werden. Mit juristisch meist sorgfältig abgesicherter Inzucht wird die Demokratie konsequenter ruiniert als durch stimmfaule Demokraten.

Jetzt wollen wir sehen, wie die beiden prominenten „Vaudois“, denen Frechheit nicht abzusprechen ist, ihren Kopf aus der Schlinge ziehen. Vielleicht meldet sich auch gar niemand, der ihnen die Schlinge reichen will.

Fast wie bei der Post – aber das ist ein Fall für die CVP.

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