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Monatsarchiv für März 2018

BorisJohnson, Donald Trump und Emmanuel Macron als Wundertäter?

Mittwoch, den 28. März 2018 um 17:21

Donald Trumps Haarschnitt hat die ganze Welt seit nunmehr zwei Jahren bewegt. Aber was ist mit dem Haarschnitt von Boris Johnson, dem Aussenminister von „Great Britain“?.

Während Trumps Haare eher schitter aussehen, trägt der ex-Journalist Johnson eine Friseur, die einem Kaktus ähnelt. Niemand regt sich darob auf.

Emmanuel Macron tritt diesen beiden Helden aalglatt rasiert entgegen. Er ist der junge Napoléon, der Europa auf die Gleise des Erfolgs stellen will. Er ist gegen den Parlamentarismus, denn vor allem seine Parlamentarier haben nichts zu sagen. Er ist Westeuropas erste Nation, die eine „illiberale Demokratie“ zu realisieren versucht. Orban und Erdogan lassen grüssen.

In Frankreich gibt es keinen Grund zum Jubel. Macrons Wahl entsprach eher einer glücklichen Fügung als geplantem Vorgehen. Was Charles de Gaulle unter „grandeur“ verstand, wird von seinem illegitimen Urenkel und neue Realpolitik verwandelt. Die Macron’sche vertikale Machtausübung kommt, wie er sagt, „jupiterhaft daher“. Die Reformen finden nicht von unten, sondern von oben statt.

Die damit verbundene bedenkliche Schwächung des französischen Parlaments ist noch nicht gross aufgefallen. Die Macron-Neueparlamentarier sind in ihren Wahlkreisen unbekannt, d.h. die Regierung schwimmt im Limbo.

„France is back“, sagt Macron, aber Angela Merkel will davon nichts wissen und begegnet ihm mit äusserster Zurückhaltung. Seine Politik des Staatsdirigismus kommt in Berlin nicht wirklich gut an.

Macron wird nach Ostern von Donald Trump zu einem Staatsdinner in Washington erwartet. Jetzt wird sich zeigen, ob er mehr Franzose oder Europäer ist. Seine Frau ist jedenfalls Deutschland sehr geneigt. Vielleicht hilft dies.

Wunderbares Zürich – arme Zürcher

Freitag, den 23. März 2018 um 8:20

Wie ist die Welt schön am Zürichsee: Das an seinem nördlichen Ende gelegene Zürich ist, nach Wien, die zweitschönste Stadt Europas. Zwischen H-Bahnhof-, Langstrasse und dem Seefeld wandern und unterhalten sich jeden Tag Massen von Menschen. Die elegantesten Marken der Welt haben sich an der Limmat niedergelassen, weil hier die Post abgeht (anders als bei der wirklichen, der Schweizer Post).

Aber alles hat seinen Preis: Gegen jede zehnte Person in der Stadt Zürich läuft eine Betreibung, sagt Joanna Herzig von der Schuldenprävention der Stadt Zürich. Das Schaulaufen der männlichen wie weiblichen Schönheiten hat seinen Preis, und der ist meist hoch.

Wer nicht das richtige Auto fährt (Leasing!) und das angesagteste Smartphone vorweisen kann, wer nicht die schicksten Klamotten einer Supermarke trägt und beim Apéro versagt, weil er zwischen den teuren Getränken nicht unterscheiden kann, ist mega-out. Vom Wohnen nicht zu reden, das sich gerade junge Menschen nur in einer Kommune leisten können.

Zürich ist wunderbar, aber die Zürcher selber sind oft arm. Sie werden, jeder Zehnte, gnadenlos betrieben. Das Wasser steht ihnen bis an den Hals am Monatsende. Sie lächeln und tun so, als wären alle anderen Idioten.

Diese Menschen, zu über 50% Singles, die abends noch in den Ausgang müssen, was sie sich oft nicht leisten können, haben bei den jüngsten Stadtratswahlen wieder rotgrün gewählt. Warum? Weil unter Rotgrünen das Leben so einfach ist. Kämen nicht die Neubürgerlichen an die Macht, die eher grosszügig sind, müsste man mit Altbürgerlichen leben, wo Sparsamkeit erstes Gebot ist.

Dann wäre Zürich nicht mehr eine so tolle Stadt. Wir leben auf Schulden, ganz wie Donald Trump. Der weiss, wie es geht.

Leben die Märtyrer weiter?

Dienstag, den 13. März 2018 um 9:50

Martin Mosebach, ein in Deutschland und der Schweiz beliebter Schöngeist und katholischer Schriftsteller, hat sich darum verdient gemacht, in Ägypten die christliche Urkirche der Kopten zu besuchen. In seinem neuen Buch „Die 21. Eine Reise ins Land der koptischen Märtyrer“ (Reinbek) beschreibt er die andauernden Attentate auf die koptischen Christen in Ägypten.

Mosebach erwartet die Erweckung der Märtyrer und lässt in seinem Reisebericht die Hoffnung durchschimmern, die christliche Kirche werde daraus wieder auferstehen. Gleichzeitig macht er deutlich, auch in Europa könne uns ein gleiches Schicksal wie das der Kopten bevorstehen, wenn der Staat nicht mehr seine schützende Hand über die Kirche halte.

Leben Märtyrer weiter? Ja, aber nur bei den bekennenden Christen, die ihren Glauben leben. Deren Zahl sinkt in Europa geradezu dramatisch.

Vorgänger der koptischen Märtyrer in Ägypten waren Ende des 16. Jahrhunderts die rund 150 000 japanischen Christen. Missioniert vom Jesuitenpater Franz Xaver, wurden sie vom kaiserlichen Adel als Bedrohung angesehen und ausgerottet. Unter dem Eindruck des Schreckens verzichteten Franz Xaver und einige wenige andere Jesuiten auf ihren eigenen Glauben und lebten noch einige Jahrzehnte als Halbgefangene in Japan. Heute sind diese Märtyrer, denen unlängst ein Hollywoodfilm gewidmet wurde, weitgehend vergessen. In Japan hätten allerdings bis in die jüngste Gegenwart einige verborgene katholische Zellen überlebt, sagen kirchennahe Christen. Es kann eine Legende sein, wie vieles mehr.

Die Vertreibung der Christen aus Ägypten und dem Nahen Osten dauert an. Ich kann nicht erkennen, dass die christlichen Kirchen in den letzten vierzig Jahren erfolgreich dagegen etwas unternommen haben. Sie hätten mindestens die Mittel der atlantischen Diplomatie stärker einsetzen müssen. Auch hier versagt zu haben, ist die Schuld des sich christlich nennenden Westens.

Zwei Irrtümer: China und Italien

Donnerstag, den 8. März 2018 um 9:09

Politische Fehlentscheide beruhen auf Irrtümern in der Analyse. Warum sind politische Analysen oft so falsch? Weil sie Meinungen von Menschen widerspiegeln, die in ihrem Vorstellungkäfig gefangen sind oder eine Analyse liefern müssen, die „weiter oben“ Gefallen findet.

Nehmen wir zwei Beispiele:

  • Die Volksrepublik China hat in den letzten dreissig Jahren einen Aufstieg genommen, an dem in den USA und Westeuropa niemand glauben wollte. „China bricht zusammen“, mussten wir während einer Generation lesen und hören.

Ganz im Gegenteil haben nun die USA und Europa die grössten Schwierigkeiten, sich global zu behaupten. Die USA sind tief verschuldet, Europa ist fast regierungsunfähig geworden.

Xi Jinping wird von unseren Medien, die sehr amerikanisch geprägt sind, als Diktator hingestellt. Das wird ihn wenig kümmern, denn er hat die vollen Kassen und eine Vorstellung, wie er sein Land weiter entwickeln will.

Jetzt zentralisiert die chinesische Regierung ihre Kräfte; das wird wie die Beschleunigung eines Kreisels wirken. Ob Trump als grosser Gegenspieler dies auch schaffen wird, ist zu bezweifeln. Jetzt läuft sogar Südkorea, der langjährige Verbündete, den Nordamerikanern davon und verhandelt direkt mit den Nordkoreanern. Das sind politische Niederlagen des Westens, die wir ungern wahrnehmen.

  • Italien, „la bella Italia“, die siebtgrösste Wirtschaftsnation der Welt, hat gezeigt, dass es nicht mehr regierungsfähig ist. Südlich und nordöstlich von Rom herrscht der volle Aufstand, weil enttäuschte Massen dort die Vertreter von Cinque Stelle gewählt haben, ein Zirkusverein, der mit Demokratie nichts zu tun hat. „Die Italiener wählten das Schlaraffenland“ kommentierte die „Frankfurter Allgemeine“. Das Erwachen wird traurig sein. Die Regierungen des „Freien Westens“ hätten es vorgezogen, wenn die italienischen Sozialdemokraten weiter regiert hätten. Nicht einmal dieser Strohhalm hat funktioniert.

Ich hoffe, dass die EU diese Krisen überwindet, denn ein Zerbrechen dieses Hoffnungsvereins würde die Europäer, 8% der Weltbevölkerung, ins Chaos stürzen. Natürlich wünschen sich einige, die US-Amerikanern allen voran, dieser Zustand möge bald eintreten. Wir sollten diesen Sirenenklängen kein Vertrauen schenken.

Die Schweiz hat sich in Brüssel mit ihrem Angebot eines Schiedsgerichts schrecklich vergaloppiert. Bundesrat Cassis macht die gleichen Fehler wie sein Westschweizer Vorgänger Didier Burkhalter. Als Steuerzahler fragt man sich immer, weshalb man diesen diplomatischen Unfug finanzieren muss.

Wollen wir im Dienst der USA Pleite gehen?

Montag, den 5. März 2018 um 10:18

Die USA haben eine Finanz- und Handelspolitik, die man nur als Kopfschuss-Politik bezeichnen kann. Waren die USA 120 Jahre Vorreiter einer liberalen Wirtschaftspolitik, verkümmern sie nun unter Präsident Donald Trump zu einer nationalistischen „Realpolitik“, die jeglicher Substanz entbehrt.

Die USA sind im Begriff, bankrott zu gehen. Gleichzeitig agieren sie aggressiv gegen praktisch alle anderen Staaten, die bis vor kurzem mit ihr befreundet waren.

Wenn die USA sich nun, in falscher Überheblichkeit, isolieren vom Rest der Welt, werden die Handelsströme sich um die USA herum entwickeln. Europa, Indien, Asien und China werden nicht darauf warten, was in diesem provinziellen Washington D.C. entschieden wird.

Die Schweiz hat bereits für 250 Milliarden USD amerikanische Anleihen gekauft. Viele unserer grossen Konzerne, wie Novartis, Roche und Nestlé, sind in hohem Masse vom US-Markt abhängig. Müssen wir nun im Dienst der USA Pleite gehen?

Ich denke, die Welt ist gross. Von Argentinien bis Nigeria öffnen sich grosse Märkte, Schindler, Sika, LafargeHolcim und viele andere Schweizer Unternehmen müssen die Welt als Markt, mehr noch als früher, erkennen. Unsere vermutete Abhängigkeit von den USA müssen wir verkürzen. Das sind „old white men“, von denen wir uns nicht beeindrucken lassen sollten.

Radikal liberale Affären

Donnerstag, den 1. März 2018 um 13:54

Man ist ja allerhand gewohnt von unseren Politikern, die sich von Kasachen finanzieren lassen (SVP) und gerne auf Kosten der Steuerzahler um die Welt fliegen, ohne messbare Ergebnisse mitzubringen.

Nun haben sich die Spitzen der FDP Waadt, die sich dort radikal-liberal nennt, ein neues Spielchen einfallen lassen, das an Originalität nicht zu überbieten ist: FDP-Staatsrat Pascal Broulis, der von Lausanne aus regiert, versteuerte, von der Regierung abgesegnet, einen grossen Teil seines Einkommens in einer fast eine Stunde Autofahrt entfernten steuergünstigeren Gemeinde.

Die steuerlich unter seiner Aufsicht stehende FDP-Nationalrätin Isabelle Moret, die im letzten Jahr auch Bundesrätin werden wollte, überweist einfach jährlich 30 000.– Franken, und dies seit knapp zehn Jahren, à conto an Steuern nach Lausanne, dies bei einem von ihr angegebenen Bruttoeinkommen von CHF 300 000.—durch beratende Tätigkeiten zuzüglich ihrem Einkommen als Nationalrätin, das auch gegen CHF 140 000.—betragen müsste.

Wenn es Schlamperei im kantonalen Steueramt in Lausanne war, das Parteifreund Broulis offensichtlich sehr präzise im Griff hat, hat dieser ein Problem. Haben beide ein wenig gekungelt, schadet es der Partei.

Solche Fälle hatten in der Vergangenheit auch die CVP und die SP. Der vom Steueramt verfolgte Staatsbürger fragt sich, warum immer nur in der Politik solche Sonderfälle auftreten.

Der Zürcher Stadtrat hat viele Jahre die charmante Lösung gefunden, dass er privilegierte Staatswohnungen an Freundinnen und Freunde zu Tiefstpreisen vermietete, darunter an eine Zürcher Nationalrätin der CVP.

Unsere phantastische Demokratie, wo viele zahlen und wenige profitieren, kommt mir vor wie ein alter Teppich: schmutzig und voller Löcher.

Die Ursache liegt darin, dass alle Parteien es peinlich vermeiden, unabhängige Persönlichkeiten zu gewinnen und zu befördern. Wer etwas einfältig ist, kann mit Sicherheit Bundesrat werden. Mit juristisch meist sorgfältig abgesicherter Inzucht wird die Demokratie konsequenter ruiniert als durch stimmfaule Demokraten.

Jetzt wollen wir sehen, wie die beiden prominenten „Vaudois“, denen Frechheit nicht abzusprechen ist, ihren Kopf aus der Schlinge ziehen. Vielleicht meldet sich auch gar niemand, der ihnen die Schlinge reichen will.

Fast wie bei der Post – aber das ist ein Fall für die CVP.

 
     
     
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