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Calmy-Rey-Interview macht SRF unglaubwürdig

16. Februar 2018 um 15:17

Heute hatte ich das seltene Vergnügen, auf SRF 1 die Sendung „Rendez-vous am Mittag“ zu hören. Alt Bundesrätin Micheline Calmy-Rey wurde dort zu zehn Jahre Kosovo interviewt.

Solche Sendungen machen den führenden Radiosender in der Deutschen Schweiz völlig unglaubwürdig. Es war ein typisches Service Public-Interview, das man seit einiger Zeit als „native advertising“ bezeichnet. Bei Watson kostet ein solcher Werbebeitrag 8 000.—Franken.

Dem Fragesteller gelang es, und er folgte damit seinem Informationsauftrag, der ihm nur eingeschränkte Autonomie gibt, der Altpolitikerin keine einzige kritische Frage zu stellen. Alles war in Watte gepackt und wurde sanft vernebelt. Calmy-Rey durfte von ihrem Denkmal im Kosovo berichten, von dem vielen Geld, das aus der Schweiz in den Kosovo fliesst, und seufzen, als sie nach den Erfolgen seit zehn Jahren befragt wurde.

Entlocken liess sie sich nur die Aussage, der Kosovo könne erst stabilisiert werden, eine „gouvernance“ entwickeln, wenn Serbien seine Auseinandersetzung mit ihm beende. Sie setze auf die EU in Brüssel, dies zu bewirken.

Ach ja, sie sagte auch, sie lehre nun an der Universität Genf Schweizer Aussenpolitik. Arme Studenten, die derlei hören müssen.

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