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Monatsarchiv für Februar 2018

Ist Karl Schweri noch 42 Franken wert?

Montag, den 26. Februar 2018 um 17:10

Was sind die alten Schweizer Unternehmer aus dem 19. und 20. Jahrhundert noch wert? NZZ Libro wirft derzeit Bücher über die alten Helden der Schweizer Wirtschaft auf den Markt: Alfred Escher, 58 Franken, Walter Fust, 48 Franken oder Robert Holzach für günstige 30 Franken.

Längst sind die Männer in Vergessenheit geraten, welche die Schweiz gross gemacht haben. Bruno Saager war schon mysteriös zur Zeit seines Lebens. Er brachte das südafrikanische Goldgeschäft in die Schweiz, das einige Jahrzehnte später als „Blutgold“ wieder aufgegeben wurde. Karl Schweri, der Gründer von Denner, war der härteste Einkäufer, den ich je kennen lernte. Er liess sich nur beeindrucken, wenn der Ruf eines der Produkte, das er dringend brauchte, so gut war, dass er einfach nicht darauf verzichten konnte. „Villiger Cigars“ mussten als Schweizer Edelprodukt ins Regal und er machte Zugeständnisse.

Robert Holzach war der letzte hoch gebildete Schweizer Grossbankier, der die Public Affairs mindestens so gut beherrschte wie Helmut Maucher, der langjährige CEO und VRP von Nestlé. Zürich verdankt Robert Holzach das Hotel Widder und die James Joyce-Bar, um nur zwei Beispiele zu nennen. Vieles von dem, was er kulturell schaffen liess und erwarb, wanderte unter seinen Nachfolgern in die Auktionshäuser.

Soeben ist ein Zuger im Begriff, in den Schweizer Pantheon aufzusteigen: Sergio Marchionne, der in seiner Zeit bei Alusuisse und Lonza nicht nur Martin Ebner und Christoph Blocher reich gemacht hat, sondern auch der Turiner Industriellenfamilie Agnelli wieder zu ihrem Vermögen verhalf.

Marchionne, ein Italo-Kanadier, dessen Schweizer Karriere bei Deloitte und mit dem Niedergang der Alusuisse begann, die er sezierte wie ein Züchter seine toten Vögel, wird sich demnächst in einen Halbruhestand zurückziehen. Seine Beute, die er erkämpft hat, wird auf 600 Mio. Euro geschätzt. Damit lässt sich etwas anfangen.

Calmy-Rey-Interview macht SRF unglaubwürdig

Freitag, den 16. Februar 2018 um 15:17

Heute hatte ich das seltene Vergnügen, auf SRF 1 die Sendung „Rendez-vous am Mittag“ zu hören. Alt Bundesrätin Micheline Calmy-Rey wurde dort zu zehn Jahre Kosovo interviewt.

Solche Sendungen machen den führenden Radiosender in der Deutschen Schweiz völlig unglaubwürdig. Es war ein typisches Service Public-Interview, das man seit einiger Zeit als „native advertising“ bezeichnet. Bei Watson kostet ein solcher Werbebeitrag 8 000.—Franken.

Dem Fragesteller gelang es, und er folgte damit seinem Informationsauftrag, der ihm nur eingeschränkte Autonomie gibt, der Altpolitikerin keine einzige kritische Frage zu stellen. Alles war in Watte gepackt und wurde sanft vernebelt. Calmy-Rey durfte von ihrem Denkmal im Kosovo berichten, von dem vielen Geld, das aus der Schweiz in den Kosovo fliesst, und seufzen, als sie nach den Erfolgen seit zehn Jahren befragt wurde.

Entlocken liess sie sich nur die Aussage, der Kosovo könne erst stabilisiert werden, eine „gouvernance“ entwickeln, wenn Serbien seine Auseinandersetzung mit ihm beende. Sie setze auf die EU in Brüssel, dies zu bewirken.

Ach ja, sie sagte auch, sie lehre nun an der Universität Genf Schweizer Aussenpolitik. Arme Studenten, die derlei hören müssen.

Jetzt verstehe ich die Katalanen

Donnerstag, den 1. Februar 2018 um 10:14

Wenn jeder reiche Schweizer Kanton einfach so seine Selbständigkeit wollte, wie die Walliser dies immer wieder verlauten lassen, wäre dies für die Schweiz nicht gut.

Ebenso war ich unsicher, ob der Wunsch der Katalanen nach Selbständigkeit wirklich Sinn macht. Sie sind reich, aber warum wollen sie ein eigenes Land werden?

Jetzt verstehe ich die Katalanen.

König Felipe hat in Madrid seiner 12jährigen Tochter Leonor einen der höchsten Orden des Landes verliehen, den Orden vom Goldenen Vlies. Wäre ich im Besitz dieses Ordens (ich  habe einige österreichische, die in Wien dort der letzte Kaiser Franz-Joseph verliehen hat), ich würde ihn sofort zurückgeben.

Er ist entwertet, denn welche Leistung hat die liebe Leonore dafür erbracht?

König Felipe hat bisher kein Talent gezeigt, sein Land auch regieren zu können. Er lebt von der Dummheit von Millionen, die ihm vom Strassenrand aus zuwinken. Er lebt von den Parteien in Madrid, die ihn als Vorzeige-Puppe brauchen, um das Volk zu beruhigen, wenn sie versagen sollten.

Die Katalanen haben keine Lust mehr, diesen Unfug im 21. Jahrhundert weiter mit zu machen.

Ich verstehe sie. Puigdemont an die Macht.

 
     
     
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