Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Monatsarchiv für November 2017

Westeuropa und die EU unter Druck

Mittwoch, den 29. November 2017 um 11:36

Wladimir Putin tritt nicht ohne Grund als Sieger im Syrienkrieg auf, während die NATO-Strategen ganz leise geworden sind. Die Chinesen marschieren mit ihren Milliarden-Investitionen, dort hoch willkommen, in Mittel- und Osteuropa ein. Die osteuropäischen Visegrad-Staaten, meist Mitglieder der EU, laufen noch so gerne zu den Chinesen über.

Der „freie Westen“, die EU allen voran, zieht sich vom türkischen Staatschef Erdogan zurück; er findet auch Wladimir Putin nicht mehr standesgemäss. Vom Süden her kommen immer höhere Forderungen der afrikanischen Regierungen, sich mit Milliarden zu engagieren, aber dafür möglichst nichts zu verlangen.

Westeuropa und die EU sind unter Druck. Sie klammern sich an den „grossen Bruder“ USA, der allerdings nichts tut, um die Lage der Europäer zu verbessern. Im Gegenteil: Seine NATO-Truppen sollen jetzt frei und ungehindert durch Europa ziehen dürfen. Ziel: Russland.

Die Trump’sche USA, das weiss man zu genüge, sind ein unsicherer Partner geworden. Jetzt regiert „der erste weisse Präsident“ sagen die schwarzen US-Intellektuellen, weil Trump keine Anzeichen erkennen lässt, er wolle für die Minderheiten in seinem Land etwas tun. Und was kommt nach Trump und dessen Nachfolger?

Die Zeit der von Europäern und deren Enkeln dominierten WASP-USA geht in einer Generation ihrem Ende zu. Dann bleibt den weissen Bewohnern des Ostens und des Mittleren Westens nur eine Israel-Lösung, um ihre Macht zu bewahren: Das Land muss derart aufgeteilt werden, dass keine farbige Mehrheit jemals wieder in Washington die Macht erobern kann. Dann gibt es ein Amerika der reichen Weissen und eines der ärmeren Latinos, Asiaten/Chinesen und dunkelhäutigen Amerikaner.

Die EU schliesst sich nach Osten (Russland und China) ab oder bleibt auf Distanz. Im Süden (Afrika) besteht keine Aussicht auf Beruhigung.

Die Uhr tickt für die Welt der wenigen reichen und vielen ärmeren Weissen Europas. Sie sind alt, überschuldet, haben kaum noch Kinder und sind demnächst global unbedeutend. Haben wir die richtigen Verbündeten?

100 000 Schuss und einmal nachladen

Freitag, den 17. November 2017 um 16:07

Wer in den Tälern rund um den Simplon wandert, wo einst Schweizer Soldaten bereit waren, die aus Italien kommenden Faschisten vom Übertritt in die Schweiz abzuhalten, hört oft noch folgenden Witz:

„100 000 deutsche Soldaten marschieren in der Schweiz ein. Was tun wir? Wir feuern eine Salve, 100 000 Schuss. Und wenn nochmals 100 000 Deutsche kommen? Wir laden nach.“

Dieses Schweizer Selbstvertrauen wurde jetzt ernsthaft getrübt. Die Treffsicherheit der Schweizer Soldaten sinkt seit Jahren, denn die ausserdienstliche Schiesspflicht wird nicht mehr ernst genommen. Der Chef des Militärdepartementes, im Hauptberuf ein Winzer, hat jetzt neun Milliarden Franken angefordert, um die Schweizer Armee wieder aufzurüsten.

USA, die Macht des Guten?

Montag, den 13. November 2017 um 15:03

Mit Rührung lese ich im „Economist“ vom 11. November 2017: „Trotz aller Schwächen war Amerika lange Zeit die grösste Macht der Welt, um viel Gutes zu erreichen, indem es die liberale Ordnung aufrecht hielt und beispielhaft zeigte, wie die Demokratie funktioniert.“

Soll ich lachen? Zuerst ein Kontinent erobert und Millionen einheimischer Indianer ermordet, dann das Erbe des spanischen Imperiums angetreten und seit 1890 von Kuba bis zu den Philippinen viele Völker unterjocht. Vietnam und Kambodscha überfallen, die afghanischen Stämme unterdrückt, dann Jugoslawien zerstört. Schliesslich den Irak gleich zweimal überfallen und die Franzosen unterstützt, Libyen zum „failed state“ zu machen. Die Liste ist bei weitem nicht vollständig.

Trumps USA sind geführt von einer Regierung der Milliardäre und Generäle, die über die marode Ukraine am liebsten in Russland einmarschieren möchten. Wir Europäer haben von dieser „Macht des Guten“ nichts zu erwarten.

Und der Marshall-Plan, war das nichts? Die USA hatten Angst vor einer kommunistischen Revolution und wollten die Deutschen und andere Europäer prophylaktisch davon abhalten, um „griechische Zustände“ zu vermeiden.

„Macht des Guten“? Zum Lachen.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog