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Die Schweiz als Sendepause in Europa

5. Juli 2017 um 15:29

Geht es um die Zukunft des eigenen Landes oder diejenige Europas nimmt die Schweiz die Rolle der Sendepause ein.

Im Oberwallis lebt Thor („Der Hammer“) Kunkel; er hat die neue politische Kampagne der deutschen AfD entworfen, ein Verein streitsüchtiger alter Herren und ehrgeiziger jüngerer Frauen. In Biel lebt eine ihrer Vizepräsidentinnen.

Die im Zürcher Unterland ansässige Agentur Segert-GOAL, ebenfalls deutscher Herkunft, betätigt sich in die gleiche politische Richtung, sei es für die AfD oder Haiders Nachfolger in Österreich. Das Zürcher Unter- oder Weinland war seit Jahrzehnten ein Hort nationalen Selbstbewusstseins; jetzt haben sich die SVP-Intellektuellen vom Land in die Städte verlagert.

Warum ziehen sich derlei Menschen gerne in die „heile Schweiz“ zurück? Erstens ist es zwischen Bodensee und Lago Maggiore schöner als in den deutschen Städten, zweitens verdient und lebt sich besser im Süden Deutschlands.

Wie der mit Millionen von Steuergeldern geförderte Schweizer Film nirgendwo in der Welt auch nur zur Kenntnis genommen wird, schickt Pro Helvetia Schweizer Schriftsteller und andere Künstler rund um den Globus, nur um auch dort keinerlei Eindrücke zu hinterlassen.

In der Europapolitik sind wir ohnehin eine glatte Null. Weltpolitisch sind wir bedeutungslos geworden, es sei denn als Betreiber von Hotels zwischen Genf und Crans Montana, wo wir den ausländischen Diplomaten die Betten machen.

Gibt es noch fortschrittliche Schweizer, die sich mit Europas oder der Weltelite messen können? Empfehlungen sind willkommen.

Ein Kommentar zu “Die Schweiz als Sendepause in Europa”

  1. Thor Kunkel

    Guten Morgen Herr Stöhlker,
    mein Ur-Grußvater stammte aus dem schönen Berner Oberland, ich darf mich Ihnen hiermit also empfehlen : Der Pass ändert ja nichts an der Herkunft, oder? 😉 Außerdem bekomme ich ihn 2019 zurück.
    Anbei übersende ich Ihnen noch einen Auszug aus einem Essay, das ich 2013 publiziert habe, Titel Unter Indianern.Sie finden es in dem philosophischen Wanderführer Wanderful, Eichborn-Verlag.

    „Man muss die Schweiz in nichts hineinbehaupten, aber in einer Hinsicht ist sie vorbildlich: Sie ist die Antithese zum normierten Einheitseuropa und der schlagende Beweis, dass es eben auch anders geht. Sie straft alle Lügen, die behaupten, es gäbe keine Alternative. In der Schweiz jedenfalls geht es anders – nämlich einig in der Vielfältigkeit, plebizitär demokratisch, förderalistisch und wirtschaftlich liberal.
    Die direkte Demokratie erlaubt es den Schweizern mitzubestimmen. So gehört es sich wohl auch in einer gut funktionierenden Demokratie, das Volk bleibt der heimliche Souverän, der sich per Volksentscheid gegen die realitätsfernen Träume der Politiker durchsetzen kann, wie das Minarettverbot zeigt. Die tatsächlich Betroffenen haben das letzte Wort, sie bestellen das Parlament, nicht die politische Kaste. So – nicht durch politische Phraseologie – hat sich ein Wirtschaftsklima erhalten, das einer breiten Bevölkerungsschicht noch immer Wohlstand beschert. Da kann man nur sagen, Chapeau. (…)
    Es lässt sich ja nicht länger verkennen, dass die EU auf eine Monokultur hinauslaufen muss, eine Zivilisation von Einheitsmenschen, – entwurzelt, ohne kulturelle Identität, geschlechtsneutral, wenn es denn geht, mobil-flexibel im Weltwirtschaftsgetriebe, überall einsetzbar, weil nirgends zu Hause, hin und her verschiebbar, je nachdem, wie es der Wirtschaft gefällt. Ob sich der Verlust von Heimat und Kultur auf Dauer wirklich durch den heiligen Euro und kulinarische »Ausländerei« aufwiegen lassen? Und wie weit sind wir noch in Europa von Hermann Löhns düsterer Vision einer Endzeitgesellschaft entfernt: »Bald wird man in der ganzen Welt überall dieselben Menschentypen, dieselben Städtebilder, dieselben langweiligen Bars haben.«

    Grüsse aus Berlin Thor Kunkel

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