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Monatsarchiv für Juli 2017

Schweiz hat mehr jugendliche Arbeitslose als Mexiko

Dienstag, den 25. Juli 2017 um 11:38

Wenn wir den OECD-Statistiken Glauben schenken wollen, hat die Schweiz mit 8,4% der 15-20jährigen eine höhere Jugendarbeitslosigkeit als Mexiko (7,7%). In Deutschland sind es sogar nur 7,1%.

Derlei Zahlen werden bei uns nicht kommuniziert. Sie zeigen deutlich, dass der Binnenmarkt Schweiz schwach geworden ist und seit nahezu zehn Jahren kaum ein Wachstum aufweist.

Wir können gerne sagen, dass Frankreich, Portugal, Italien, Spanien und Griechenland, alle mit über 20%, schlechtere Zahlen aufweisen, aber Spitzenklasse, „Das Land der Auserwählten“, wie der Tagi jüngst schrieb, sind wir bei weitem nicht mehr.

Ein schwaches Europa gegen viele Helden?

Freitag, den 21. Juli 2017 um 9:09

Donald Trump will den Deutschen den russischen Erdgas-Hahn abdrehen. Wenn er sein US-Gas nach Deutschland liefern darf, wird das US-Handelsdefizit beträchtlich sinken. Wie wir die Amerikaner kennen, werden dann die Erdgas-Preise rasch steigen. Die Deutschen können nur ärmer werden.

Was Tajjib Erdogan in der Türkei treibt, sieht auch nach grosser Entschlossenheit aus. 22 Deutsche sitzen dort schon als des Landesverrats verdächtig in den türkischen Gefängnissen ein. Wer sich an Lawrence von Arabien erinnert, weiss, was dies bedeutet.

Machen die beiden NATO-Stars USA und Türkei gemeinsame Sache gegen die Deutschen, dabei noch von Israel unterstützt, ergibt dies ganz neue Koalitionen. Wir müssen die im Zerfall befindliche westliche Welt dann neu denken.

Die polnische Regierung, Vertreterin des sechststärksten EU-Staates, schafft derweil die Gewaltentrennung ab. Warum? Die Regierung will künftig die Richter bestimmen. Stop! Tun wir dies in der Schweiz nicht auch? Werden nicht alle unsere Richter von den Parteien aufgestellt und dann in ganz stillen Wahlen, wo nur Insider abstimmen, „vom Volk“ gewählt? Europa ruft aus, die polnische Justiz zu schützen. Wie ist es um die unsrige bestellt?

Natürlich herrscht auch sonst im Westen nur Chaos. Macron muss eisern sparen, um seine Versprechen einzulösen. Kein Ausbau der „Grande Armée“, Sozialleistungen werden radikal gekürzt. Jetzt hat Frankreich eine Margaret Thatcher als männliches Modell mit einer Oma als Ehefrau. Dürrenmatt, hilf!

Angela Merkel nimmt dies alles mit grösster Ruhe. Ihre Wiederwahl im September darf als gesichert gelten. SPD-Kanzlerkandidat Schulz, von einem Hype kurz hochgejubelt, stürzt immer tiefer. Vorgänger Gabriel, jetzt ein beinahe untauglicher Aussenminister, lacht sich ins Fäustchen.

Sind wir Europäer verrückt geworden? Nach einem Jahrhundert der Kriege und des Aufbaus werden wir von allen Seiten in die Zange genommen. Ob uns die Chinesen als Verbündete annehmen?

Warum Printmedien ihre Leser verlieren

Donnerstag, den 13. Juli 2017 um 14:02

Viel ist die Rede davon, die Printmedien würden Leser verlieren, weil diese zu den Online-Medien überlaufen. Sicher spielt dies eine Rolle, aber wesentlich wichtiger ist die Tatsache, dass unsere heiss geliebten und teuer bezahlten Tages-, Wochen- und Monatszeitungen sich zu oft gar nicht mit den Themen beschäftigen, die ihren Lesern am Herzen liegen.

Ausgelöst hat diesen Beitrag die „Neue Zürcher Zeitung“ vom 13. Juli, wo auf einer halben Seite diskutiert wird, ob die Schweiz ein Nationaltier braucht. Redaktor Erich Aschwanden kommt nach vielen Zeilen zum Schluss, ein Nationaltier sei schon aus föderalen Gründen nicht infrage. Diese Diskussion erinnert mich an das Projekt „Neue Schweizer Landeshymne“ von SGG-Direktor Lukas Niederberger, wo viel geredet, geschrieben und gesungen, aber nichts entschieden wird.

Andere Redaktionen sind nicht besser. Wo früher Artikel oder mindestens ganzseitige Inserate prangten, bringt die „Zürichsee Zeitung“ grosse Reportagen über entlegene Destinationen. Das ist Füll- und Werbematerial für die globale Tourismusindustrie.

Hat ein Journalist ein Hobby, wird er zum Fachredaktor ernannt. Ein solcher Fall ist Michael Meier, Kulturredaktor des „Tagi“, der, auch am 13. Juli, ein ganzseitiges, durchaus lesenswertes Interview mit dem Wiener Kardinal Christoph Schönborn publiziert, dessen Inhalt aber nicht termingebunden ist.

Interessiert dies die Leser beider Medien-Grossorgane, wo Tagi und ZSZ sogar zur gleichen Verlegerfamilie gehören?

In wenigen Wochen wird der Bundesrat entscheiden, ob der Flughafen Kloten künftig auch Starts über Zürichs Süden ausführen darf. Hunderttausende von Menschen sind davon negativ betroffen, weil der Lärm, die Gesundheits- und die Umweltrisiken gewaltig sein werden. In jedem Garten, auf jeder Terrasse und in vielen lärmbedrohten Schlafzimmern zwischen dem Opfikon, Dübendorf, dem Zürcher Seefeld, in Zollikon, Zumikon, Egg bis nach Horgen wird nur darüber gesprochen, was nach den ungesetzlichen Südlandungen nun die Südstarts bedeuten werden.

Der „Tagesanzeiger“ schweigt darüber seit Monaten, die „Zürichsee Zeitung“, in der Kernzone des heutigen wie des künftigen Lärms, berichtet gelegentlich eher zurückhaltend. Was ihre Leser interessiert, interessiert beide Redaktionen wenig oder gar nicht. Ob Alfred Eschers Vater im 19. Jahrhundert ein Besitzer von 80 Sklaven in Kuba war, ist dem Tagi ganze Seiten wert. Die 300 000 Lärmsklaven der Lufthansa/Swiss im 21. Jahrhundert interessieren die sich „unabhängig“ nennende Schweizer Tageszeitung nicht.

Bei der NZZ rettet Fachredaktor Andreas Schürer die redaktionelle Glaubwürdigkeit, indem er seit Monaten intensiv über Kloten und dessen (notwendiges) Wachstum berichtet. Die Fluglärmgegner dürfen hie und da in Leserbriefen (kurz bitte) und zweimal jährlich in einem Meinungsbeitrag zu Wort kommen.

Der „Blick“, der auch eine Zürcher Tageszeitung ist, kennt die Wörter Fluglärm, Gesundheitsrisiken und Umweltschutz, das „Trio Infernal“ vieler seiner Leser, überhaupt nicht. Dafür sind die Ansichten der Hinterteile exponierter Frauen ein Dauerthema. Ringier könnte in London lernen, wie man intelligenten Boulevard macht.

Alle vier Redaktionen nehmen ihren Auftrag zur korrekten Berichterstattung nicht wahr. Sie versäumen es sogar, Auflage zu machen, weil sie eines der dramatischsten Probleme, die ihre Leser beschäftigen, kaum zur Kenntnis nehmen.

Müsste man denn nicht nur Airline-Fans und –Betreiber zu Wort kommen lassen, sondern auch Fachleute, die etwas davon verstehen, was dieser Hub-Krieg gegen das Volk bedeutet? Gibt es an den Zürcher Unis nicht genügend Fachleute, die alles wissen über Lärmfolgen, Umweltschäden und Gesundheitsrisiken? Unseren von Ängsten geplagten Chefredaktoren und Ressortleitern fällt dazu gar nichts ein. Sie beschäftigen sich vorzugsweise mit Weltpolitik („Warum macht Merkel alles falsch, warum ist von May nicht viel zu erwarten?“) oder lassen vielfach esoterische Aussenseiter mit Themen zu Wort kommen, die kaum jemand lesen wird. Der „Tagi“ publiziert nur, was seine bei den Lesern erfolgreichsten Artikel sind, nicht die Pleiten.

Als Mediensprecher der Zürcher Stiftung gegen Fluglärm (www.stiftungfluglaerm.ch) bin ich natürlich Partei. Ich sehe mich als parteiisch für all jene, die nicht in der Lage sind, ihre Sorgen zu formulieren. Ich sehe mich als Partei für jene, die vom Zürcher „Hub plus“ (Quelle: Deutsche Lufthansa) morgens ab 06.02 Uhr aus dem Schlaf gerissen und oft bis 24.00 Uhr wach gehalten werden. Ich sehe mich als Partei für jene Menschen, die sich eine Wohnung gekauft oder ein Haus im Süden gebaut haben, und die jetzt von der Flughafendirektion in Kloten und der Deutschen Lufthansa, die sich in der Schweiz Swiss nennt, still enteignet werden. Der Wertverlust der vom Lärm betroffenen Immobilien beträgt jetzt schon 20% und wird mit den Südstarts noch viel grösser werden.

Über alles dies könnten die Zürcher Redaktionen schreiben, tun es aber nicht. Während das Westschweizer Fernsehen das Zürcher Lärmthema in der eigenen Tagesschau zum Thema macht, ziert man sich am Leutschenbach, wo man vorzugsweise volkstümlich sendet.

Kurzum, die Medienberichterstattung in Sachen Flughafenausbau in Kloten ist nicht nur ein Skandal, sie ist auch dumm. Man schreibt an den Lesern vorbei und beklagt gerne seinen eigenen Untergang.

Zwei Berner Bergler: Ueli Steck und „Unser Dölf“

Mittwoch, den 12. Juli 2017 um 8:17

Weil mir 20 Meter über dem Boden schwindlig wird, habe ich mir eine grosse Sammlung von Berg- und Abenteuerbüchern zugelegt, von Sven Hedin bis Ueli Steck. Die Nachfolger der grossen europäischen Entdecker und Eroberer waren alle Einzelgänger. Ueli Steck war am Berg ein Alleingänger, den im Himalaya sein Schicksal ereilte. Gabriella Baumann-von Arx hat ihm im Verlag Wörterseh ein Denkmal gesetzt. Sie hat „Solo – der Alleingänger Ueli Steck“ mit der gleichen Leidenschaft geschrieben, wie der dynamisch-verrückte Langenthaler die Bergwände der Welt hinaufeilte.

Er, der nicht als Eishockeyspieler auf dem Boden bleiben wollte, hatte den „harte Gring“, den es braucht, in die Weltklasse aufzusteigen. Wer in den Bergen, auch in tieferen Lagen, überleben will, muss beherrschen, was auch Ueli Steck von sich verlangte: „Ich kalkuliere“. Es wird völlig unterschätzt, wie berechnend die Bergbevölkerung sein muss, um erfolgreich und alt zu werden.

Ueli Steck glaubte an sein „destiny“, an seine Bestimmung, sein Schicksal. Er wusste, wer „free solo“ gehen will, darf nicht den mindesten Zweifel an sich haben. Deshalb lohnt sich die Lektüre.

Auch eine Verlegerin der Schweizer Extra-Klasse, Annette Weber vom Werd & Weber Verlag, hat zusammen mit Lukas Heim (Weltbild) das Buch „Unser Dölf“ herausgebracht, das den aus Kandersteg stammenden Dölf Ogi in 75 Kurzportraits reflektiert.

Überraschend sind die Ähnlichkeiten zwischen Steck und Ogi. Zweifellos ist der volkstümliche Berner Ogi auch einer, der die politische Kalkulation ausgezeichnet beherrscht. Sein „Gring“ ist nicht minder hart und zuverlässig auch in kritischen menschlichen Situationen, die ihm nicht erspart blieben. Politische Fehltritte, das weiss auch ein Ogi, hätten seinen frühen Absturz bedeutet. Weil auch er es gewohnt war, über schmale Grate zu gehen, blieb er bis heute oben.

Ogi entdeckte ich früh schon 1978. Er war Marketingdirektor von Intersport, wo ich ihn einen ganzen Tag beobachten konnte und fasziniert war von seinem Talent, die Menschen zu fesseln. Als er ein Jahr später in den Nationalrat gewählt wurde und die Zürcher ihn verspotteten, er sei nur ein Primarschüler, also auf keinen Fall für den Nationalrat geeignet, widersprach ich oft und aus Überzeugung.

In „Unser Dölf“, eine Verballhornung des Namens Adolf, wird Ogi wie von einem Bergkristall gespiegelt. Jeder sieht in ihm etwas anderes, aber stets Erfreuliches. Im Kreis dieses 75köpfigen Bestätigungs-Kartells erfasst Matthias Ackeret, Chefredaktor des Fachmagazins „persönlich“, ihn gut mit dem Hinweis „In seinem Auftritt fast schon unschweizerisch elegant, eine Art Bill Clinton aus dem Berner Oberland.“ Relativiert wird dies von Willi Schnyder, einem hoch talentierten ehemaligen Walliser Regierungsrat, der über Ogi sagt: „Dem werktätigen Volk wie auch den Schwächsten unserer Gesellschaft begegnete er nie als Obrigkeit.“

Ein anderer Journalist, der für Dölf Ogi schicksalhaft werden sollte, Frank A. Meyer von Ringier, viele Jahre Ogi-Berater, durfte in diesem Buch nicht schreiben, hatte er ihm doch die schlimmste politische Niederlage beigebracht, die EWR-Niederlage und das jetzt zurückgezogene Beitrittsgesuch des Bundesrates zur Europäischen Union (EU).

Das Volk vergisst derlei gerne und wer zuletzt strahlt, strahlt am längsten. Ogi, der gerne Bergkristalle verschenkte, war selber ein solcher Bergkristall, der bis heute nicht stumpf wurde. Er hat den Dank des Vaterlands verdient.

Der betrogene Wähler: USA und GB

Mittwoch, den 12. Juli 2017 um 8:15

Wie verrückt, fehlgeleitet und betrogen sich die Wähler in den USA und die Stimmbürger in Kleinbritannien vorkommen müssen, zeigen die letzten Wochen.

In den USA haben die Angehörigen der Unterklassen und der Mittelklasse Donald Trump zum Präsidenten gemacht. Dies in der Hoffnung, er werde sie wieder wohlhabend machen wie ihre Eltern und Grosseltern es im letzten Jahrhundert waren. Was wir seit der Trump-Wahl erlebt haben, ist eine immense Bereicherung der Wall Street-Firmen und der Grossaktionäre. Die Amerikaner des „rust belt“, die Landarbeiter in Kalifornien und Illinois, können weiter nur hoffen oder in einer ihrer sci-fi-Kirchen beten. Was Donald Trump, „der Mann des Volkes gegen die Reichen“, in seiner politischen Pipeline hat, wird sie weiter ärmer machen.

Im einstigen Grossbritannien, dem heutigen Kleinbritannien mit England im Zentrum, sind seit der Brexit-Abstimmung vor einem Jahr grosse Teile des Volkes nur ärmer geworden. Die Saläre sind weiter gefallen, die Verschuldung der Haushalte ist gewachsen. Das Volk, das ohne EU-Mitgliedschaft freie Sicht auf das Mittelmeer wollte, ist gecornert. Es liess sich vom Team Farage/Johnson (heute Aussenminister) in eine Falle locken. Theresa May hat ihre innen- wie aussenpolitische Führungsschwäche längst bewiesen.

Zwei einst grosse Völker haben, manipuliert durch die eigenen Volkstribune, die falsche Abkürzung genommen. Ob die Alternativen ihnen Entlastung geboten hätten, darf bezweifelt werden.

Der nächste Chaos-Kandidat ist Italien. Matteo Renzi hat das Land weiter verschuldet. Weder von einem Römer noch einem Mailänder Wunder kann die Rede sein. Das italienische Volk wird immer ärmer. Schon lauert Berlusconi, der heute 80jährige Politclown, auf seine Rückkehr in die grosse politische Arena. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass er „die Masse“ wieder für sich gewinnt.

Derweil sagt Angela Merkel, deutsche Kanzlerin, kurz vor den September-Wahlen: „Bleibt zu Hause und trinkt Euer Bier. Deutschland ist (bei mir) in guten Händen.“ Eine derartige Missachtung des gebildeten Wählers ist mir schon lange nicht mehr in den Ohren gekommen. Es ist diese Haltung, die viele Menschen in die totale Opposition treibt, wie wir dies am G 20-Gipfel in Hamburg erlebt haben.

Wo die bürgerliche Gesellschaft zerfällt, beginnt die Zeit der Chaoten.

Deutschland mag reich sein, aber die Deutschen sind es nicht. Die EU will sich jetzt militärisch und finanzpolitisch stärken, aber für die Bürgerinnen und Bürger Europas bedeutet dies wenig Gutes.

Von Polen über Ungarn bis in die Türkei, in Russland, Weissrussland und der Mongolei hat die Herrschaft der Caudillos begonnen, jener lateinamerikanischen Diktatoren, die wir in Europa verachten.

Und die Schweiz? Wir haben „sieben Zwerge“ (Prof. Rainer Eichenberger) in der Regierung, die putzig wegräumen, was uns nicht gefällt. Wir zahlen hohe Steuern und können sicher noch etwas mehr davon entrichten, damit alles so bleibt, wie es ist.

Die Schweiz als Sendepause in Europa

Mittwoch, den 5. Juli 2017 um 15:29

Geht es um die Zukunft des eigenen Landes oder diejenige Europas nimmt die Schweiz die Rolle der Sendepause ein.

Im Oberwallis lebt Thor („Der Hammer“) Kunkel; er hat die neue politische Kampagne der deutschen AfD entworfen, ein Verein streitsüchtiger alter Herren und ehrgeiziger jüngerer Frauen. In Biel lebt eine ihrer Vizepräsidentinnen.

Die im Zürcher Unterland ansässige Agentur Segert-GOAL, ebenfalls deutscher Herkunft, betätigt sich in die gleiche politische Richtung, sei es für die AfD oder Haiders Nachfolger in Österreich. Das Zürcher Unter- oder Weinland war seit Jahrzehnten ein Hort nationalen Selbstbewusstseins; jetzt haben sich die SVP-Intellektuellen vom Land in die Städte verlagert.

Warum ziehen sich derlei Menschen gerne in die „heile Schweiz“ zurück? Erstens ist es zwischen Bodensee und Lago Maggiore schöner als in den deutschen Städten, zweitens verdient und lebt sich besser im Süden Deutschlands.

Wie der mit Millionen von Steuergeldern geförderte Schweizer Film nirgendwo in der Welt auch nur zur Kenntnis genommen wird, schickt Pro Helvetia Schweizer Schriftsteller und andere Künstler rund um den Globus, nur um auch dort keinerlei Eindrücke zu hinterlassen.

In der Europapolitik sind wir ohnehin eine glatte Null. Weltpolitisch sind wir bedeutungslos geworden, es sei denn als Betreiber von Hotels zwischen Genf und Crans Montana, wo wir den ausländischen Diplomaten die Betten machen.

Gibt es noch fortschrittliche Schweizer, die sich mit Europas oder der Weltelite messen können? Empfehlungen sind willkommen.

Politik als Showwgeschäft

Dienstag, den 4. Juli 2017 um 9:32

Basel-Stadt hat eine grüne Politikerin zur Präsidentin des Regierungsrats bestimmt. Elisabeth Ackermann hat in den ersten 100 Tagen kommunikativ grässlich versagt. Ihr erster Auftritt vor den Basler Medien, was ohnehin kein Kunststück ist, ging in die Hosen: Kaum Dossierkenntnis, keine Haltung.

Derweil packt „The Donald“ ein altes Video heraus, das zeigt, wie er einen Journalisten von CNN verprügelt. Ich fühle mich an das alte Rom erinnert.

Milliardär Dr. Christoph Blocher, der offensichtlich die Medien vermisst, hat „Glanz & Gloria“ auf sein 11 000 qm grosses privates Anwesen in Herrliberg eingeladen. Er gibt sich als Herr des Hauses, Frau Silvia zeigt den Garten.

Sepp Blatter, der einmal ein König, ja ein Kaiser des Weltfussballs war, spricht vor 30 meist älteren Gästen in einem Blumenladen an den Rändern Zürichs über seine unglücklich zu Ende gegangene Karriere.

Die 80jährige Elisabeth Kopp aus Zumikon wird derweil von der FDP Schweiz wieder gnädig in ihre Reihen aufgenommen. Sie bereut nichts, wie sie sagt, und erinnert sich vorzugsweise an die guten Zeiten.

Politik ist Showgeschäft, das wird meist vergessen. Wenn es ernst wird, hat das Volk ohnehin nichts zu lachen.

Die Lex Koller-Badran ist totaler Blödsinn

Montag, den 3. Juli 2017 um 16:00

Während in der Deutschen Schweiz und im Tessin wie verrückt gebaut wird, leiden die Bergkantone unter der Lex Koller, die von Nationalrätin Jacqueline Badran auch noch verlängert wurde. Jetzt hat das Bundesgericht sogar entschieden, dass Ausländer, die in den Bergkantonen ein Haus an andere Ausländer verkaufen wollen, dies auch nicht mehr dürfen. Das bedeutet mehrheitlich, dass sie billiger an Deutschschweizer verkaufen müssen, die damit zu Objekten in den Bergen kommen, die sie sich sonst nicht leisten können.

Diese Repression der reichen Deutschschweizer gegen die arme Bergbevölkerung ist skandalös. Die Baufirmen und andere Gewerbebetriebe in den Bergen leiden unter diesem „grünen Wahnsinn“. Die Wiesen werden geschützt, aber die Menschen werden zur Abwanderung gezwungen.

Ich habe schon zweimal erlebt, wie im Wallis reiche Ausländer, welche die Schweiz wieder verlassen wollten oder deren Kinder kein Interesse mehr am Objekt hatten, ihr schönes Haus de facto an Schweizer verschenken mussten. Diesen Raubzug auf ihr Vermögen haben sie bis heute nicht verdaut und weigern sich, in die Schweiz zurück zu kehren.

Wie man Ausländer und Zweitwohnungsbesitzer ausraubt, machen auch die Tessiner vor. Einheimische und Mieter dürfen im Tessin zu Vorzugskonditionen den öffentlichen Verkehr benutzen und haben vergünstigte Eintritte in kulturelle Organisationen. Die meist ausländischen Besitzenden, auch Nichttessiner aus der Deutschen Schweiz, müssen die vollen Tarife bezahlen.

Wer von Luzern aus über den See auf den Bürgenstock fahren will, kann für den gleichen Preis billiger nach London fliegen. Die Luzerner Verkehrsbetriebe zocken mit Höchsttarifen die Bürgenstock-Gäste ab und reden sich heraus mit der Behauptung, alle Schweizer hätten ohnehin ein Halbtax-Abo.

Ich halte die Schweizer Grünen deshalb für eine Art Geisteskrankheit, weil niemand annehmen darf, wir Schweizer könnten die Welt vor der Überhitzung retten. Wer die Verschmutzungsziffern international vergleicht, wird feststellen, dass sich der Anteil der Schweiz im mü-Bereich bewegt.

Deshalb werden auf dem Zürcher Flughafen Kloten im Start- und Landebereich die Kröten und Vögel der Flachmoore geschützt. Man könnte dort aber auch zwischen den Flachmooren eine nützliche Rollbahn bauen, die zur Folge hätte, dass 300 000 Menschen rund um Kloten weniger vom Lärm der landenden und startenden Flugzeuge betroffen sind. Die einzigen, die sich an den Flachmooren erfreuen, sind die Wildkatzen. Sie haben freie Bahn, sich die schmackhaften Vögel und Frösche zu fischen. Kein Grüner und keine Grünliberale werden deshalb auch nur den Finger heben.

 
     
     
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