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Monatsarchiv für Juni 2017

Es gibt sie, die Gratis-Schweiz für Steuerbefreite

Dienstag, den 6. Juni 2017 um 9:49

Es ist sonnenklar: Die in Bern von Bundesrat Ueli Maurer (SVP) geplante neue Firmensteuer-Reform geht auf Kosten vieler KMU und Gewerbebetriebe. Höhere Steuern und Gebühren drohen auch dem Normal-Steuerzahler. Die Schweizer Konzerne, die ohnehin ausländischen Aktionären gehören, sollen entlastet werden.

Eines der grössten Geheimnisse in unserem Land verbirgt sich ohnehin hinter der Frage: Wer ist von den Steuern befreit? Millionen Menschen geben sich zum Vorteil von Steuerberatern, Banken und Treuhändern grösste Mühe, die Steuerlast zu senken. Gleichzeitig sind es wohl Hunderttausende, die keine Steuern oder sehr wenig bezahlen.

Über 5000 reiche Ausländer werden nicht nach Einkommen und Vermögen besteuert, sondern nach Aufwand. Für die meisten reichen Griechen, Deutschen, Asiaten und Afrikaner, Amerikaner und Holländer, sind dies einige zehntausend Franken im Jahr. Nicht einmal einen Eigenmietwert müssen sie zahlen, weil die Pauschale alles abdeckt.

In Genf sind es zehntausende von Mitarbeitern der UNO und anderer internationaler Organisationen, die ebenfalls steuerfrei ihr Leben in der Schweiz geniessen dürfen. In Basel, wo die Bank für Internationalen Zahlungsverkehr (BIZ) ihren Sitz hat, zahlen die Mitarbeiter auch keine Steuern.

Eine wachsende Zahl von Schweizern, darunter auch viele Unternehmer, Besitzer von KMU- und Gewerbebetrieben, zahlen kaum Steuern oder nur sehr wenig. Sie gelten als nahezu pleite. Andere erhalten von Kantonen und Gemeinden die Steuern nicht nur gestundet, sondern ganz und teilweise erlassen. Die Hälfte aller Firmen in der Schweiz zahlt ohnehin keine Steuern auf Gewinne.

Wer sehr viel Geld verdient, zieht sich in die Wohlstandsoasen unseres Landes zurück. Diese Schutzgebiete gibt es in jedem Kanton, vielleicht mit Ausnahme der Steuerhöllen im Juragebiet.

Kurzum, die Schweiz und deren Substanz werden von immer weniger Menschen bezahlt. Da ist es kein Wunder, wenn SBB und VBS um Milliarden kämpfen und immer weniger Geld zur Verfügung steht, die Kultur und das freie Geistesleben angemessen zu finanzieren.

Die Erhaltung vieler schöner Bergtäler wollen wir uns nicht mehr leisten, weil der Aufwand zu gross ist. Bär und Wolf brauchen weder Bankfiliale noch Poststelle. Der seit Jahrzehnten dringend notwendige Ausbau unserer Strassen für den boomenden Autoverkehr erfolgt nur unzulänglich. Die Innenstädte werden nicht für den Einkaufsverkehr geplant, sondern die Autos werden vertrieben und mit ihnen verlassen die kleinen Läden die Zentren. Sie haben keine Kunden mehr.

Steuern zahlen ist Bürgerpflicht, hiess es einmal. Längst ist der seine Steuern zahlende Bürger ein Mensch zweiter Klasse. In der ersten Klasse reist man steuerbegünstigt und steuerfrei.

 
     
     
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