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Tagesarchiv für 6. Juni 2017

Wilde Schweizer Manager – Wirtschaft ohne Wachstum

Dienstag, den 6. Juni 2017 um 9:52

Wenn sogar die NZZ am Freitag vor Pfingsten schreibt, Deutschland habe im Wirtschaftswachstum die Schweiz seit zehn Jahren überholt und die Schweiz sei nur gewachsen, weil wir in der gleichen Zeit Zuwanderer ins Land gelassen hätten, dann ist Feuer im Dach.

Am gleichen Tag feierten 1400 Schweizer Manager, darunter auch viele Stars, zusammen mit Bundespräsidentin Doris Leuthard, am Swiss Economic Forum in Interlaken ihre wilden Jahre unter dem Motto „Live the wild“. Dieses Forum gehört auch dem Verlag der NZZ, die damit jenes Geld verdienen will, das sonst schwer einzubringen ist.

Timothy Gordon Ash, einer der berühmtesten europäischen Historiker, sprach den Teilnehmern ins Gewissen: „Ich habe keine optimistische Botschaft. Der Westen ist in der Krise.“

Was Schweizer Unternehmer und Manager heute leisten müssen, nenne ich „Das Schneider Ammann-Modell“: So rasch wie möglich ein Drittel der Belegschaft in der Schweiz abbauen und nach Osteuropa und Asien verlagern.

Susanne Wille und Urs Gredig, die zur Schweizer Kreativwirtschaft zählen und via Schweizer TV ihre Prominenz mehr als ihre Leistung gesteigert haben, verdienten sich in Interlaken ein hübsches Taschengeld.

Sogar der „Blick“ applaudiert. Wenn das kein Erfolg ist!

Es ist wie immer: Der Kongress tanzt, das Volk wundert sich.

Es gibt sie, die Gratis-Schweiz für Steuerbefreite

Dienstag, den 6. Juni 2017 um 9:49

Es ist sonnenklar: Die in Bern von Bundesrat Ueli Maurer (SVP) geplante neue Firmensteuer-Reform geht auf Kosten vieler KMU und Gewerbebetriebe. Höhere Steuern und Gebühren drohen auch dem Normal-Steuerzahler. Die Schweizer Konzerne, die ohnehin ausländischen Aktionären gehören, sollen entlastet werden.

Eines der grössten Geheimnisse in unserem Land verbirgt sich ohnehin hinter der Frage: Wer ist von den Steuern befreit? Millionen Menschen geben sich zum Vorteil von Steuerberatern, Banken und Treuhändern grösste Mühe, die Steuerlast zu senken. Gleichzeitig sind es wohl Hunderttausende, die keine Steuern oder sehr wenig bezahlen.

Über 5000 reiche Ausländer werden nicht nach Einkommen und Vermögen besteuert, sondern nach Aufwand. Für die meisten reichen Griechen, Deutschen, Asiaten und Afrikaner, Amerikaner und Holländer, sind dies einige zehntausend Franken im Jahr. Nicht einmal einen Eigenmietwert müssen sie zahlen, weil die Pauschale alles abdeckt.

In Genf sind es zehntausende von Mitarbeitern der UNO und anderer internationaler Organisationen, die ebenfalls steuerfrei ihr Leben in der Schweiz geniessen dürfen. In Basel, wo die Bank für Internationalen Zahlungsverkehr (BIZ) ihren Sitz hat, zahlen die Mitarbeiter auch keine Steuern.

Eine wachsende Zahl von Schweizern, darunter auch viele Unternehmer, Besitzer von KMU- und Gewerbebetrieben, zahlen kaum Steuern oder nur sehr wenig. Sie gelten als nahezu pleite. Andere erhalten von Kantonen und Gemeinden die Steuern nicht nur gestundet, sondern ganz und teilweise erlassen. Die Hälfte aller Firmen in der Schweiz zahlt ohnehin keine Steuern auf Gewinne.

Wer sehr viel Geld verdient, zieht sich in die Wohlstandsoasen unseres Landes zurück. Diese Schutzgebiete gibt es in jedem Kanton, vielleicht mit Ausnahme der Steuerhöllen im Juragebiet.

Kurzum, die Schweiz und deren Substanz werden von immer weniger Menschen bezahlt. Da ist es kein Wunder, wenn SBB und VBS um Milliarden kämpfen und immer weniger Geld zur Verfügung steht, die Kultur und das freie Geistesleben angemessen zu finanzieren.

Die Erhaltung vieler schöner Bergtäler wollen wir uns nicht mehr leisten, weil der Aufwand zu gross ist. Bär und Wolf brauchen weder Bankfiliale noch Poststelle. Der seit Jahrzehnten dringend notwendige Ausbau unserer Strassen für den boomenden Autoverkehr erfolgt nur unzulänglich. Die Innenstädte werden nicht für den Einkaufsverkehr geplant, sondern die Autos werden vertrieben und mit ihnen verlassen die kleinen Läden die Zentren. Sie haben keine Kunden mehr.

Steuern zahlen ist Bürgerpflicht, hiess es einmal. Längst ist der seine Steuern zahlende Bürger ein Mensch zweiter Klasse. In der ersten Klasse reist man steuerbegünstigt und steuerfrei.

 
     
     
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