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„Fake news“ sind das kleinste Problem

7. April 2017 um 14:42

Wer glaubt, vor allem mit „fake news“ würden wir alle hinters Licht geführt, der irrt. Sie sind in Wirklichkeit das kleinere Problem, ist doch jede Redaktion damit beschäftigt, die Welt nach ihrem Sinn zu erklären.

Ein gutes Beispiel ist die Berichterstattung über eine wegen geringer Beteiligung so genannte „Schmalspur“-Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young.

Gemäss FAZ vom 6. April 2017, S. 25, „fehlt der Wirtschaft die Moral, weil jeder zehnte Manager bereit ist, Regulierer zu täuschen“, um sein berufliches Fortkommen zu fördern.

Gemäss SZ vom gleichen Tag, S. 17, „ist jeder vierte deutsche Chef zu nicht sauberen Geschäftspraktiken bereit“, ebenfalls um die eigene Karriere nicht zu hemmen. Erst am Ende des Berichts über die E&Y-Studie wird dann auch erwähnt, „auch Regulierungsbehörden zu täuschen, geht für jeden zehnten deutschen Chef in Ordnung“.

Der edlen FAZ wäre es nie eingefallen „deutsche Chefs“, die hierarchisch mehrere Stufen über dem Manager-Normalo stehen, derart in die Ecke zu stellen.

Es zeigt sich, eine Redaktion, die dem Unternehmertum zugeneigt ist, verzichtet eher darauf, diese anzuschwärzen. Eine andere Redaktion, die als eher Mitte links betrachtet wird, lässt sich diese nicht entgehen.

Derlei von den Verlegern und den Chefredaktionen gesteuerte Trendinformation ist in den Medien an der Tagesordnung. Sie tragen viel mehr als „fake news“ dazu bei, falsche Weltbilder zu schaffen oder zu zementieren.

Deshalb sind „fake news“ das kleinste Problem. Wichtiger ist es, die Haltung der Redaktionen einzuschätzen. Wer darin versagt, wird immer fest an seine falsche Meinung glauben.

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