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Die Parteimaschinen mahlen schwer

5. April 2017 um 9:16

Das Schlimmste für einen Politiker ist es, vergessen zu werden. Es gilt der bekannte Satz aus den USA: „I don’t care what you will write about me, but write my name correctly!“

Deshalb schwärmen die Politiker aller Stufen jetzt wieder aus, um dem Volk ihr Potential aufzuzeigen. Erste Eindrücke aus dem beginnenden Frühling zeigen: Viel gelernt haben sie, trotz aller Trainings, kaum etwas.

Sitzen, was heute immer häufiger der Fall ist, bei einem Kaderanlass Schweizer und deutsche Manager beisammen, werden aus Respekt meist nur die Ausländer begrüsst. Die Schweizer Interessen folgen in zweiter Linie.

Auf konkrete Wünsche und Empfehlungen hin heisst es: „Wir haben leider nicht die Mehrheit im Parlament.“ Wird nachgefragt: „Wo bleiben die Koalitionen? heisst es: „Das ist schwierig.“

Um die Glaubwürdigkeit vor dem Publikums nicht ganz zu verlieren, fügt der Parteipräsident hinzu: „90 % unserer Vorstösse wurden im Parlament angenommen.“ Nur waren es nie jene Vorstösse, die das Publikum auch interessierte.

„Gehen Sie zum Präsidenten der Ortspartei“, heisst dann der Entlastungsvorschlag des bedrängten Politikers. Natürlich macht dies niemand, der bei Sinnen ist.

Jetzt schon beginnen bürgerliche Politiker damit, gegen die kommende Konzernverantwortungs-Initiative Stimmung zu machen. Die politische Linke hat für die kommenden zwei Jahre ein starkes Thema gefunden. Die USR III-Niederlage im Kopf, den Untergang des Bankgeheimnisses in schmerzlicher Erinnerung, soll der Stimmbürger jetzt schon überzeugt werden: Die Konzerne verhalten sich „socially responsible“, aber es gibt immer Führungskräfte, die dem weniger gewachsen sind:

  • Denken wir an die Asbestfälle in Frankreich und der Schweiz.
  • Denken wir an Nestlés Wasserkriege in den USA
  • Denken wir an die Geschäftspartner des Zürcher Flughafens in Brasilien, die mit allen Wassern gewaschen sind.

Rufen wir doch die römisch-katholische Kirche zur Hilfe, der wohl älteste Konzern der Welt! Einer Konzernverantwortungs-Initiative hat sie nie ein Gebet gewidmet. Jedes Bistum ist für sich und seine Priester verantwortlich. Wer sündigt, wird versetzt.

Haben die diskussionsbereiten Zuhörer dies verstanden, kommt die Aufforderung „Tretet dem Supporter-Club der Partei bei. Ab 1‘500.— Franken jährlich werden Gespräche „im intimen Rahmen“ angeboten.

Die Parteimaschinen mahlen weiterhin schwer. Ein Gangwechsel ist weit und breit nicht erkennbar.

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