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Monatsarchiv für April 2017

Die EU wird gewinnen – mit Macron

Donnerstag, den 27. April 2017 um 10:06

In der Schweiz wird die EU seit Jahren niedergeschrieben, wie China auch. Dabei gehen beide Staaten durch Krisen und legen ein Wachstum hin, welches dasjenige der Schweiz bescheiden aussehen lässt.

In unserem Land liebt man Krisen nicht, ob wohl sie alleine die Wurzel des Wachstums sind. Eine Krise vernichtet viele Firmen, stärkt aber die starken Firmen. Wer das Ende der Globalisierung an die Wand malt, irrt gewaltig. Jetzt wird sich zeigen, wer aus den Risikolagen gestärkt hervor geht und wer der Verlierer sein wird.

Europa ohne die EU wird kein Partner mehr für die Weltmächte USA, China und Indien sein. Der Schweiz bietet sich die Chance, als Igel im Rennen gegen die grossen Hasen eine immer neue Position zu besetzen. We are here!

Man muss heute gleichzeitig Schweizer und für die EU sein. Unsere Schweizer Weltkonzerne, sei dies Novartis, Roche oder Nestlé, sind auf die EU angewiesen. Nur die kleinen Händler und Gewerbebetriebe glauben, ohne die grosse EU überleben zu können.

Emmanuel Macron hat sich klar für eine starke EU ausgesprochen. Die Börsen sind ihm gefolgt wie sie Donald Trump gefolgt sind, der eine starke USA First verlangt hat.

Unsere Aussenpolitik mit Bundesrat Burkhalter ist eine Katastrophe, weshalb der Bundesrat ihn laufend entmachtet hat. Jetzt wird es an der Zeit, dass wir uns darauf besinnen, wer unser Land führen soll.

Bundespräsidentin Doris Leuthard ist, medizinisch formuliert, eine Täuscherin. Sie führt, aber was immer sie tut, erhöht die Belastung des Volkes. Schneider-Ammann und Burkhalter sind glatte Versager, aber die FDP kann dies nicht zugeben, weil sie sich sonst aufgeben würde. Ueli Maurer und sein SVP-Kollege Parmelin bringen auch nicht viel. Das Team Sommaruga/Berset ist für die Schönheit.

Ich hoffe, eine neue politische Generation wachse heran. Viel Zeit haben wir nicht.

Unsere Tourismusträume nimmt niemand wahr

Freitag, den 21. April 2017 um 16:39

Es geschah soeben gleichzeitig:

  • Das deutsche „Handelsblatt“ publiziert am 21. April einen doppelseitigen Report zum internationalen Tourismus. Von den USA bis Malysia, von der EU bis Ägypten werden die wichtigsten Reisedestinationen genannt und bewertet. Die Schweiz ist keiner Erwähnung wert –keine Zeile.
  • Tourismuschef Jürg Schmid gibt am 20. April bekannt, im Sommer wolle man vor allem Deutsche und andere Europäer wieder in die Schweiz locken. Mit 700 Klein- und Erlebniszielen wolle man den seit über zehn Jahren negativen Trend kehren. Für Asiaten kommt dieses Angebot zu früh, denn diese wandern weiterhin nicht gerne.

Was nicht stimmt, an diesen beiden Vorgängen, ist klar. Immer weniger nimmt man im Ausland die touristischen Botschaften der Schweiz zur Kenntnis. Unsere Bergwelt ist Champions League, wie Schmid sagt, aber 30 Jahre haben die Ski-Abfahrtsfanatiker alles getan, um unsere Bergwelt unattraktiv zu machen. Österreich hat deshalb gewaltig gewonnen. Auch viele Schweizer sind abgewandert Richtung Arlberg.

Wir dürfen uns nichts vormachen. Unsere Tourismuswerbung ist seit über zehn Jahren ein Flop. Jürg Schmid, der ein Idealverkäufer ist, trägt nicht alleine die Schuld. Unsere Tourismus-Führungsstruktur ist nicht mehr Weltklasse.

Elon Musk hat Ärger mit den Deutschen

Freitag, den 21. April 2017 um 11:58

Als ich vor einiger Zeit den Hauptsitz von Google in Seattle besuchte, stellte ich fest, dass mich dort keine Dollar-Millionäre und –Milliardäre begrüssten, sondern junge Mitarbeiter, die kaum 2000 USD im Monat verdienten. Während die Google-Gründer mit ihren engsten Mitarbeitern Milliarden verdienten, ging es dem normalen Mitarbeiter eher mässig.

Jetzt hat Elon Musk, dessen Autos sich in der Schweiz glänzend verkaufen, ein Problem in Deutschland. Für ca. 150 Mio Euro hat er die Grohmann Engineering GmbH in Rheinland-Pfalz gekauft, nicht weit vom Ort entfernt, woher auch Grossvater Trump stammt, dessen Enkel jetzt US-Präsident ist. Grohmann war Lieferant von BMW und Daimler, seither aber nur noch von Tesla.

Den Mitarbeitern zahlte der gebürtige Südafrikaner und naturalisierte Amerikaner Elon Musk, 45, aber nur Saläre, die 25% tiefer waren als der in Deutschland übliche Metall-Flächentarif vorsieht. Musk konterte: „Ich glaube nicht, dass die IG Metall unsere Mission teilt.“

Das ist wohl wahr. „Our mission“ heisst, die Bosse verdienen, die Mitarbeiter dürfen beten und hoffen. Was in den USA geht, ist in Europa noch nicht üblich. Firmengründer Klaus Grohmann, 74, hat sein Unternehmen fluchtartig verlassen. Das Taschengeld für den Verkauf durfte er behalten.

Sind Spitzensportler auch Hochleistungs-Manager?

Donnerstag, den 20. April 2017 um 9:22

Schon seit 30 Jahren zweifle ich an der weit verbreiteten These, man finde Hochleistungs-Manager gerade unter Spitzensportlern. Sie könnten sich motivieren, Ausserordentliches zu leisten und seien daher zu bevorzugende Kandidaten.

Die jüngsten Vorgänge in der Schweiz weisen auf das genaue Gegenteil hin:

  • Der Hürdenläufer und VRP der CS-Gruppe, Urs Rohner, hat als Spitzenmanager eine eher traurige Bilanz vorzuweisen. Wir werden in Kürze erleben, ob die internationalen Grossaktionäre dieses Personalrisiko weiter tragen wollen.

 

  • Der Handballer und économiesuisse-Präsident Heinz Karrer hat als Spitzenmanager bei Kuoni-Reisen und des Axpo-Konzerns den Ganz- und Teiluntergang beider Unternehmen nicht verhindert. Was wäre sonst seine Aufgabe gewesen? Die économiesuisse hat unter seiner Führung den Tiefpunkt ihrer Glaubwürdigkeit erreicht. Die gewichtigen Träger des Spitzenverbandes, der vor grossen politischen Aufgaben steht, müssen erst eine bessere Lösung finden, ehe Heinz Karrer der ehrenvolle Abgang gewährt werden kann.

 

  • Mindestens vier Stufen tiefer einzuordnen ist die ehemalige Skifahrerin Ariane Ehrat. Sie wurde aufgrund ihrer sportlichen Prominenz zur Touristikdirektorin Engadin-St. Moritz gewählt. In dieser Phase geschah im Engadin wenig und St. Moritz fiel als Attraktion aus der Weltrangliste. Was während 70 Jahren aufgebaut wurde, zuletzt von Dr. Hanspeter Danuser, fiel in der „Aera Ehrat“ in sich zusammen. Sie nahm, mehr oder weniger freiwillig, jetzt den Abschied.

Drei Fälle, wo die Verantwortlichen sich stets auf ihre sportlichen Meriten berufen haben, um höchste Funktionen zu legitimieren. Ich denke, es waren drei Hochleistungs-Persönlichkeiten, aber wohl mehr im Hinblick auf ihre eigene Zielsetzung als die Fähigkeit, für die ihnen anvertrauten Unternehmen Grosses zu leisten.

Der nicht-schreibende Journalist und Verleger Michael Ringier

Mittwoch, den 19. April 2017 um 11:22

Er ist Verleger und Kunstsammler, „vor allem aber Journalist“, sagt Michael Ringier, der als seinen journalistischen Mentor Michael Graeter nennt, den einst berühmten Münchner Klatschjournalisten. Michael Ringier ist allerdings ein nicht-schreibender Journalist, denn es fehle ihm das Sendungsbewusstsein, welches man zum Schreiben brauche, sagt er.

Er ist, wieder einmal, der umsatzmässig grösste Schweizer Verleger, aber nicht der rentabelste, denn tamedia mit Pietro Supino an der Spitze ist seit Jahren besser organisiert.

Alleineigentümer ist er, zusammen mit zwei Schwestern, nur noch beim „Blick“ und dessen Ablegern. Der deutsche Axel Springer Verlag hat sich in den Schweizer Ringier Verlag hinein gefressen, wie die Wölfe in die Pferde auf der Schlittenfahrt von Baron Münchhausen. Michael Ringier zum „Blick“: „Wenn sie einmal Verleger der Boulevardzeitung „Blick“ waren, haben Sie keine Schamgrenze mehr.“

In Deutschland hat Ringier nach Millionenverlusten („Cicero“ und „Monopol“) aufgegeben. In China ist man, wieder einmal, auf dem Rückzug. In Afrika zieht man sich auf digitale Kleinanzeigen zurück.

Als seine Berater nennt Michael Ringier Frank A. Meyer, den nach Berlin ausgewanderten Verlags-Grossgeist aus Biel, und Gerhard Schröder, den deutschen Altkanzler.

Michael Ringier will auch kein Buch schreiben. Das ist schade.

Die „unheimlich spannende“ Petra Gössi

Dienstag, den 18. April 2017 um 12:37

Warum die Schweizer Innen-, Wirtschafts- wie Aussenpolitik weitgehend führungslos dahindämmert, ist vielen nicht verständlich. Politisches Handeln wird kaum noch vermittelt, politische Führung ist selten erkennbar.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Art und Weise, wie sich die 41jährige Petra Gössi, seit einem Jahr Präsidentin der FDP Schweiz, vorstellen lässt. Dies ist besonders deshalb wichtig, weil man gerade von jüngeren Politikern jene Tatkraft erwartet, die älteren Vorgängern abgeht.

Im Interview mit Andrea Sommer von der „Basler Zeitung“ (nach dem Motto „Frau interviewt Frau“), sagt die Schwyzer Politikerin: „Das erste Jahr (Anm.: als FDP-Präsidentin) war unheimlich spannend.“ Aha, so drücken sich auch die Mädchen in der Sekundarschule aus: „…unheimlich spannend.“ Was sagt das aus?

„…und ich habe viel gelernt“, setzt die Präsidentin hinzu. Das freut uns, das FDP-Präsidium als Weiterbildungskurs, genau so wird es wohl sein. Ihr Vorgänger, Philipp Müller, der Gipsermeister aus dem Aargau, hat als Inhalt des Präsidentenamtes bezeichnet: „Schau, dass Du an zwei Anlässe pro Woche gehst und Dir die Samstage frei hältst.“ Das hat die ehrgeizige Jungpräsidentin natürlich nicht geschafft; sie geht öfter an Anlässe.

Was hat Petra Gössi im ersten Jahr als FDP-Präsidentin geleistet? Sie antwortet: „Ich mache mir im Voraus meist keine grossen Vorstellungen – es kommt ohnehin anders.“ Ich fühle mich mit dieser Aussage in der Kernzone der Schweizer Politik: Wer führt eigentlich, wer plant die Politik? Ohne Planung keine Führung, habe ich einmal gelernt.

Vielleicht sind auch Parteipräsidenten nicht mehr so wichtig, wie sie es einmal waren. Sie fühlen sich, wie Gössi sagt, „vom Volk getragen“. Denn das Volk ist dankbar, wenn es von der FDP-Präsidentin vernimmt: „Ich brauche viel Schlaf.“ Was sie noch lernen will, ist es, „viel Sport zu treiben“.

Ich denke, zum besseren Verständnis der Schweizer Demokratie ist dies alles, wie wir von Gössi lernen, „unheimlich spannend“.

Donald Trump hat wichtige Freunde

Dienstag, den 11. April 2017 um 14:46

„Trump kann sogar neue Dynamik bringen“, liess sich Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, die Leiterin des seco in Bern, schon zum 1. April in der „NZZ“ vernehmen. Es war kein Aprilscherz.

Noch optimistischer zeigte sich Thomas Straubhaar, Ökonom und Migrationsforscher. Er sagte gleichentags in der „Schweiz am Wochenende“: „Europa wird von Trump profitieren.“

Marc Faber, der Schweizer Finanzguru, eine Woche später im welschen PME-Magazin: „ Die Amerikaner erleben (mit Trump) einen Traum. Er ist mehr wert als Obama und Clinton. Auch als Friedenspolitiker ist er erste Wahl.“

Gleicher Meinung Oliver Dashe-Doeme, Bischof in Nigeria: „Ich sehe in Trump einen Retter.“

Nur Oswald Grübel war ein wenig vorsichtiger: „Er wird zuerst das eigene Haus in Ordnung bringen. Trump geht in die richtige Richtung.“ Und fügt fragend hinzu: „Was ist die Wahrheit in der Politik?“

Dies alles fasst Prof. Dr. Hans Ulrich Gumbrecht von der Stanford University, ein Deutscher, der vor kurzem Amerikaner geworden ist, wie folgt zusammen: „Trump is a wake up call! Er wird keine Kriege führen, aber ein starker Herrscher sein.“ Nach seiner Ansicht braucht Trump kein Regierungsprogramm, weil heute alles „breite Gegenwart“ sei. Er habe dafür eine Rhetorik der Resonanz mit elementaren Gesten.

Peter Thiel, erfolgreicher US-Investor und Trump-Förderer: „Das alte System war korrupt.“

Demgegenüber sei das Projekt Europa gescheitert, denn Europa verhalte sich konservativ.

Ich wünsche Ihnen allen, die darüber nachdenken wollen, frohe Ostern.

„Fake news“ sind das kleinste Problem

Freitag, den 7. April 2017 um 14:42

Wer glaubt, vor allem mit „fake news“ würden wir alle hinters Licht geführt, der irrt. Sie sind in Wirklichkeit das kleinere Problem, ist doch jede Redaktion damit beschäftigt, die Welt nach ihrem Sinn zu erklären.

Ein gutes Beispiel ist die Berichterstattung über eine wegen geringer Beteiligung so genannte „Schmalspur“-Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young.

Gemäss FAZ vom 6. April 2017, S. 25, „fehlt der Wirtschaft die Moral, weil jeder zehnte Manager bereit ist, Regulierer zu täuschen“, um sein berufliches Fortkommen zu fördern.

Gemäss SZ vom gleichen Tag, S. 17, „ist jeder vierte deutsche Chef zu nicht sauberen Geschäftspraktiken bereit“, ebenfalls um die eigene Karriere nicht zu hemmen. Erst am Ende des Berichts über die E&Y-Studie wird dann auch erwähnt, „auch Regulierungsbehörden zu täuschen, geht für jeden zehnten deutschen Chef in Ordnung“.

Der edlen FAZ wäre es nie eingefallen „deutsche Chefs“, die hierarchisch mehrere Stufen über dem Manager-Normalo stehen, derart in die Ecke zu stellen.

Es zeigt sich, eine Redaktion, die dem Unternehmertum zugeneigt ist, verzichtet eher darauf, diese anzuschwärzen. Eine andere Redaktion, die als eher Mitte links betrachtet wird, lässt sich diese nicht entgehen.

Derlei von den Verlegern und den Chefredaktionen gesteuerte Trendinformation ist in den Medien an der Tagesordnung. Sie tragen viel mehr als „fake news“ dazu bei, falsche Weltbilder zu schaffen oder zu zementieren.

Deshalb sind „fake news“ das kleinste Problem. Wichtiger ist es, die Haltung der Redaktionen einzuschätzen. Wer darin versagt, wird immer fest an seine falsche Meinung glauben.

Die Parteimaschinen mahlen schwer

Mittwoch, den 5. April 2017 um 9:16

Das Schlimmste für einen Politiker ist es, vergessen zu werden. Es gilt der bekannte Satz aus den USA: „I don’t care what you will write about me, but write my name correctly!“

Deshalb schwärmen die Politiker aller Stufen jetzt wieder aus, um dem Volk ihr Potential aufzuzeigen. Erste Eindrücke aus dem beginnenden Frühling zeigen: Viel gelernt haben sie, trotz aller Trainings, kaum etwas.

Sitzen, was heute immer häufiger der Fall ist, bei einem Kaderanlass Schweizer und deutsche Manager beisammen, werden aus Respekt meist nur die Ausländer begrüsst. Die Schweizer Interessen folgen in zweiter Linie.

Auf konkrete Wünsche und Empfehlungen hin heisst es: „Wir haben leider nicht die Mehrheit im Parlament.“ Wird nachgefragt: „Wo bleiben die Koalitionen? heisst es: „Das ist schwierig.“

Um die Glaubwürdigkeit vor dem Publikums nicht ganz zu verlieren, fügt der Parteipräsident hinzu: „90 % unserer Vorstösse wurden im Parlament angenommen.“ Nur waren es nie jene Vorstösse, die das Publikum auch interessierte.

„Gehen Sie zum Präsidenten der Ortspartei“, heisst dann der Entlastungsvorschlag des bedrängten Politikers. Natürlich macht dies niemand, der bei Sinnen ist.

Jetzt schon beginnen bürgerliche Politiker damit, gegen die kommende Konzernverantwortungs-Initiative Stimmung zu machen. Die politische Linke hat für die kommenden zwei Jahre ein starkes Thema gefunden. Die USR III-Niederlage im Kopf, den Untergang des Bankgeheimnisses in schmerzlicher Erinnerung, soll der Stimmbürger jetzt schon überzeugt werden: Die Konzerne verhalten sich „socially responsible“, aber es gibt immer Führungskräfte, die dem weniger gewachsen sind:

  • Denken wir an die Asbestfälle in Frankreich und der Schweiz.
  • Denken wir an Nestlés Wasserkriege in den USA
  • Denken wir an die Geschäftspartner des Zürcher Flughafens in Brasilien, die mit allen Wassern gewaschen sind.

Rufen wir doch die römisch-katholische Kirche zur Hilfe, der wohl älteste Konzern der Welt! Einer Konzernverantwortungs-Initiative hat sie nie ein Gebet gewidmet. Jedes Bistum ist für sich und seine Priester verantwortlich. Wer sündigt, wird versetzt.

Haben die diskussionsbereiten Zuhörer dies verstanden, kommt die Aufforderung „Tretet dem Supporter-Club der Partei bei. Ab 1‘500.— Franken jährlich werden Gespräche „im intimen Rahmen“ angeboten.

Die Parteimaschinen mahlen weiterhin schwer. Ein Gangwechsel ist weit und breit nicht erkennbar.

Demokratie ohne Demokraten

Montag, den 3. April 2017 um 14:26

Gleich zwei Zahlen hätten in den letzten Tagen mehr Aufmerksamkeit verdient:

  • Folge Nr. 500 von „teleblocher“ ging über den Bildschirm. Der vom SVP-Industriellen Dr. Christoph Blocher finanzierte Kleinsender erreicht gerade einmal 2000 Menschen auf Youtube sowie eine unbekannte Zahl von Schaffhausern. Die SVP, national ohnehin im Tief, hat mit „teleblocher“ kaum direkte Resonanz. Es sei denn, einige Medien regten sich auf.
  • Selten haben die Schweizer Medien derart triumphal über die Wahl zur Präsidentin der FDP-Frauen berichtet. Bei diesem nationalen Grossereignis, wo die Zürcher Nationalrätin Doris Fiala gekürt wurde, stimmten gerade einmal 56 (sechsundfünfzig!) Frauen ab. Wahrscheinlich haben die Frauen in den Redaktionen des Landes daraus ein Grossthema gemacht. Die FDP Schweiz hat in der Deutschen Schweiz weniger Mitglieder als in der Westschweiz. Daran ändert auch der Slogan nichts: „Aus Liebe zur Schweiz“. Er stammt ohnehin aus dem Jahr 1976, wo damals die deutsche CDU den Slogan erfand „Aus Liebe zu Deutschland“.

Das politische Reservoir der Schweiz ist klein geworden. In den Ortsparteien bestimmen Kleinstklüngel die Geschäfte, in den Kantonen nicht weniger. National- und Ständeräte haben sich daran gewöhnt, Koalitionen in alle Richtungen zu bilden oder gleich zu scheitern. Externe Lobbyisten werden fleissig bekämpft, weil die wichtigsten Lobbyisten ohnehin bereits im Parlament sitzen.

Weil es nur um den Machterhalt geht, haben wir einen Bundesrat, der wohl zu den schwächsten Jahrgängen der letzten Generation zählt. In der Folge taumelt unser Land der Zukunft entgegen, von alten Werten, die längst abgegriffen sind, lebend.

 
     
     
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