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Die Kirchenelite lebt gut – auch ohne Gläubige

3. Februar 2017 um 15:02

Die ausgezeichneten Steuereingänge in den letzten zehn Jahren haben auch die evangelisch-reformierte wie die römisch-katholische Kirche wohlhabend gemacht.

Während die Eliten beider christlicher Kirchen den stattlichen Wohlstand geniessen, ohne der Ausbildung des predigenden Nachwuchses genügend Aufmerksamkeit zu schenken, laufen ihnen die Gläubigen davon, die Reformierten sehr schnell, die Katholiken etwas langsamer.

Nur noch jeder vierte Schweizer ist reformiert, gut jeder Dritte nennt sich katholisch. Fast jeder Vierte ist konfessionslos, jeder Zwanzigste bereits zu einer Freikirche übergelaufen.

Überall sonst in der Schweizer Gesellschaft würde man dies als Management-Versagen bezeichnen, aber die Spitzen beider christlicher Kirchen haben dutzende von Ausreden, weshalb das Volk, die Medien, die Lehrer und die Eltern daran schuld sind, weshalb die Kirchen sich lehren.

Mit schuldig sind auch jene staatsbürgerlichen Organisationen in verschiedenen Kantonen, die sich Kirchenräte nennen, die das Geld und die Verwaltung „ihrer“ Kirchengemeinden beanspruchen, aber keinen nennenswerten Beitrag zur Vertiefung des Glaubens leisten. Mit den fleissig fliessenden Kirchensteuern und hohen Spesenentschädigungen lässt sich gut leben.

Kurzum, die reichen Schweizer Kirchen sind verwahrlost. Die Katholiken schneiden nur deshalb besser ab, weil Zuwanderer aus Italien, Spanien, Portugal, Indien und den Philippinen die Bilanz der Gläubigen aufbessern.

In den Kirchen selber sieht es trostlos aus. Ein überaltertes Schweizer Kirchenpublikum sitzt gekrümmt auf den Bänken. Die Predigten sind zumeist Routine; die seltenen guten Prediger werden von der Kirche eher ausgestossen als gefördert.

Die Frauen stehen treuer zu ihrer Religion als die Männer. Sie, die im Jenseits immer noch etwas erwarten, haben Thomas von Aquin, den Kirchenvater, nie gelesen. Die hohe Geistlichkeit kennt seine Glaubenslehre, tut sich aber schwer damit, sie auch zu vermitteln.

Die Schweiz hat kein Schwert mehr, denn die Armee ist verrottet. Sie hat auch kein Kreuz mehr, höchstens ein Kreuzchen. Die Fluchtwege in die Mystik stellen sich als Sackgassen heraus. Mehr denn je hält die Menschen die Hoffnung am Leben, dass es nicht schlimmer werde. Sie könnten sich täuschen.

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