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Monatsarchiv für Januar 2017

Staat empfiehlt Staatsfinanzierung der Medien

Dienstag, den 10. Januar 2017 um 14:53

Weil unsere Universitäten über zu viel Steuergeld verfügen, hat die Schweizerische Akademie der Wissenschaften in ihrem zehnköpfigen Kompetenzzentrum „Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung“ in Bern einen hunderte von Seiten umfassenden Bericht zur Schweizer Medienlandschaft vorgelegt. Niemand kann damit zufrieden sein.

Die staatlich finanzierten „brains“ kommen zu einem Schluss: „Die Informationsanbieter brauchen mehr staatlichen Support“, so Medienredaktor Rainer Stadler von der NZZ. Er markiert, stellvertretend für viele, die rote Linie, welche man nicht überschreiten sollte.

In Wirklichkeit hätte man auch analysieren können: Die grosse Mehrheit der Schweizer Medien ist bereits pleite oder nähert sich dieser Grenze immer mehr an. Daraus liesse sich schliessen, wir Schweizer sind nicht mehr bereit, unsere eigenen Medien zu benutzen und dafür auch zu zahlen. Sind die Schweizer Medien überflüssig geworden?

So sieht es aus, denn auf der einen Seite haben wir für das Volk die global geprägten Online-Medien, wo die Schweiz weiterhin schwach vertreten ist, und anderseits die Edelmedien, wo wir mit der „Neue Zürcher Zeitung“ am unteren Qualitätsrand noch knapp vertreten sind. Sie hat auch den Nachteil, nur in deutscher Sprache zu publizieren (mit etwas Wiener Slang). Sonst haben wir kein europäisches Edelmedium mehr, von globaler Wirkung gar nicht zu sprechen.

Das Schweizer Volk, zu über 30% von Bildungsnot geschüttelt, und zu über 60% am Monatsende zunehmend knapp bei Kasse, will sich keine Medienabonnements mehr leisten. Die SRG ist teuer genug und „20 Minuten“, das in unseren Büros in Zollikon gegründet wurde, genügen einer überwiegenden Mehrheit des Volks zur Orientierung. Anspruchsvollere ziehen gratis die grossen Auslandsender bei.

Haben wir noch „grosse Journalisten“, die zu lesen, zu hören und zu sehen zwingend ist? Nun, für den Tagesbedarf gibt es noch Talente, aber über den Tag hinaus blicken nur wenige. Viele haben sich hinter philosophischen, psychologischen und ökonomischen Barrieren eingebunkert, um die nächste Redaktionskürzung zu überleben.

Muss deshalb der Staat eingreifen? Auf keinen Fall, denn wer wissen will, wird finden, und wer kaum etwas wissen will, verdient nichts Besseres.

Pfarrer in Notlage

Montag, den 9. Januar 2017 um 10:38

Während der zurückliegenden Feiertage habe ich darauf geachtet, wie es den christlichen Pfarrern geht. Wahrscheinlich habe ich dies intensiver getan als mancher Bischof, dem die Führung seiner Geistlichen zur Aufgabe gemacht wurde.

Was ich feststellte? Verzweiflung allerorten.

Am meisten überraschte mich Jesuitenpater Christian Rutishauser, den ich als intelligenten Mann kennen gelernt habe, der sich öffentlich von CVP-Präsident Gerhard Pfister distanzierte. Dieser habe in seiner Beurteilung des Islam seit 150 Jahren keinen Fortschritt gemacht. Rutishauser, ein Intellektueller, meint: „Religion ohne Bildung und Aufklärung ist gefährlich.“ Den Christen in Syrien unter Assad wirft er vor, auch sie hätten „in den Folterkellern Assads“ mitgewirkt.

Die römisch-katholische Kirche, nicht zu Unrecht oft als ratlos scheinend, hatte über die hochkirchlichen Feiertage noch andere Probleme. Ihre Pfarrer beklagten sich: „Wir gelten doch als Weicheier.“ Die Antwort: „Wir wollen halt zu allen lieb sein. Wir leiten die Hubertusmesse für die schicke Jagdgesellschaft, den Motorrad-Gottesdienst und schwul-lesbische Veranstaltungen.“

Müssen Pfarrer alles vergeben? Antwort: „Es ist Gottes Wille.“

 
     
     
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