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Martin Meyer setzt Zeichen

20. Januar 2017 um 10:12

Es ist nicht sehr auffällig, das Schweizerische Institut für Auslandforschung an der Universität Zürich, aber die Zeichen, welches es für das beginnende erste Halbjahr 2017 setzt, sind nicht zu übersehen.

Dr. Martin Meyer, Präsident des Vorstands dieser äusserst noblen Gesellschaft, die von zwölf der schönsten Schweizer Konzerne mitgetragen wird, hat als erste Referentin im neuen Jahr Dr. Sahra Wagenknecht eingeladen, die Oppositionsführerin im Deutschen Bundestag, eine astreine Kommunistin, die sich seit drei Jahren zur sozialen Marktwirtschaft bekennt. Um die EU zu retten, verlangt sie „einen sozialen und friedlichen Neustart“.

Prof. Dr. Hans Ulrich Gumbrecht, der auch in der Schweiz sehr bekannte Professor für Komparatistik an der Stanford University, wagt vielleicht ein vorsichtiges Plädoyer für Donald Trump, den neuen US-Präsidenten. Das ist besonders spannend, da alle bedeutenden Schweizer Medien immer noch im Hillary-Lager stehen.

„Vom Niedergang der Dominanz des Westens“ spricht Prof. Dr. Kishore Mahbubani aus Singapur. Diese bei uns bei weitem noch nicht angekommene Botschaft vertieft er mit der Forderung, der Westen möge seine Macht mit Asien teilen. Seien wir ehrlich, Grossbritannien gibt es nur noch als politischen Zombie, denn „China rules the waves“, Frankreich ist längst keine Weltmacht mehr, Italien und Spanien gehen an Krücken, und Deutschland weiss nicht, was es mit seiner Kraft anfangen darf. Der Osten steht längst nicht mehr vor unserer Tür, er wohnt in unserem europäischen Haus.

Deshalb lässt Martin Meyer, der als Feuilletonchef der NZZ und Buchautor europäischen Rang erworben hat, am Ende des Frühjahrssemesters Prof. Dr. Harald Welzer von der Europa-Universität Flensburg auftreten. Dieser plädiert „für die Freunde der offenen Gesellschaft“, ein Votum, das bei UBS, Swiss Re,Nestlé, Novartis und den anderen Partnern der löblichen Gesellschaft gerne vernommen werden wird.

Das alles in Zürich, einer Stadt, die sich aufmacht, von derzeit knapp 400 000 Einwohnern in 13 Jahren die halbe Million zu erreichen. Der Geist des zwinglianischen Bürgertums ist dem Weltgeist gewichen. There is no way back.

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