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Der Gutmensch gibt auf

13. Januar 2017 um 16:41

„Mein wichtigstes Lebensziel war schon immer, ein guter Mensch zu sein“, sagt Andi Bauer aus Baden. 52 Jahre alt, davon 32 Jahre in Firma, die sein Vater gegründet hat,  gibt der Toyota-Händler auf. Er verkauft an einen grösseren Schweizer Konkurrenten.

In den letzten Jahren habe ich dies öfter erlebt: Söhne hatten nicht die Stehkraft ihrer Väter, waren auch mit silbernem oder goldenem Löffel im Mund geboren. Sie hätten weiter machen können, was auch Andi Bauer zugibt, aber er gab auf.

Sind Gutmenschen schlechtere Unternehmer? Es gibt sicher einen Grund, weshalb in den letzten fünfzehn Jahren das Karussell der Spitzenmanager immer schneller kreiste. Gut, das darf man erst zuletzt sein. In Wirklichkeit wird aus den Mitarbeitern herausgeholt, was möglich ist. Die Confiserie Sprüngli am Zürcher Paradeplatz mit dem sympathischen Schwiegersohn als Chef und dessen netten Verkäuferinnen ist das jüngste Beispiel: Wer hinter der Front arbeitet, ist schlimm dran.

Brauchen wir also böse Chefs? Ja, ein gewisses Mass an Strenge und Disziplin ist unvermeidlich. Bei der Migros darf auch nicht jeder Filialleiter selber entscheiden, ob er Milch und Butter billiger verkaufen darf. Disziplin ist immer noch ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.

Und die Gutmenschen? Zweimal habe ich jüngst erfahren, dass die Erben kleiner Industriefirmen sich lieber auf den Bau und die Vermietung von Immobilien zurückzogen. Wer ins Immobiliengeschäft einstieg, war in den letzten Jahren ein sicherer Gewinner. Soll man sich dann mit eigenen Autogaragen oder anderen Widerwärtigkeiten herumplagen?

Ein Detail ist noch wichtig? Andi Bauer schrieb  Akio Toyoda, dem Chef des Toyota-Konzerns, zuletzt einen Brief. Er sage, Toyota sei das beste Automobil der Welt, aber die Schweizer wüssten dies nicht.

Daraus lernen wir, der beste Unternehmer weit unten hat keine Chance, wenn weiter oben die Manager versagen. Gerade die Autobranche zeigt, sei es VW, Audi, Renault oder Fiat, die Fehler werden meist ganz an der Spitze gemacht

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