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Monatsarchiv für Januar 2017

Der grosse amerikanische Zirkus

Dienstag, den 31. Januar 2017 um 15:47

Wer täglich die Ereignisse am Hof von Kaiser Donald in Washington D.C. verfolgt, muss kein Theater und keine Oper mehr besuchen. Wir sind von Dramatik umgeben.

Zu Beginn dieser Woche haben wir Donald I. mit dem römischen Kaiser Nero verglichen, heute kam Gideon Rachmann von der FT, weniger optimistisch als wir, auf die gleiche Idee. Trösten wir uns, nach Nero kam Augustus, aus dessen Name die Weisheit seines Trägers schon abgelesen werden kann.

Jedoch, seien wir nicht zu optimistisch. Wie jeder isolierte Machtträger, hat Donald I. auch seinen Rasputin. Er heisst Stephen Bannon und könnte in jedem B-Krimi einen Unhold spielen. But he is real. Die russische Zarenfamilie überlebte den erfolgreichen Mordanschlag auf Rasputin nur wenige Jahre, um nach einigen Schlenkern von Wladimir Iljitsch Lenin abgelöst und erschossen zu werden.

Was steht uns in den USA bevor. Zuverlässige Boten melden, dass Facebook-Chef Mark Zuckerberg bereits sein Pferd gesattelt hat, um nach Washington D.C. zu reiten und dort Donald I. abzulösen. Zuckerberg hört den Ruf des Volkes.

Wir erfreuen uns in der leidlich sicheren Schweiz an dieser Operette. Der US-Präsident mit dem pfälzischen Grossvater lässt Muslime aussperren, obwohl die USA seit langem keine Terror-Opfer verzeichnen. Den Chor bilden vielmehrjährlich 42 000 anerkannte Selbstmorde, 41 000 Drogentote und 38 000 Verkehrsopfer, welche die USA verzeichnen.

Heute Abend werde ich auf Oper und Theater wieder verzichten. Washington ist himmlisch und teuflisch zugleich. Und zuhause ist es ohnehin sicherer.

Gullickson wie Trump

Dienstag, den 24. Januar 2017 um 8:53

Donald Trump hat grosse Schwierigkeiten mit den US-Medien. Er verlangt die totale Kontrolle und verweigert sich Journalisten, die er als „unfair“ bezeichnet. Noch weiter geht der Apostolische Nuntius in der Schweiz, Thomas Gullickson, der überhaupt keine Interviews, auch nicht harmlosen Schweizer Medien, geben will. Er kommentiert: „Jene, die mich kennen, verstehen mich.“ O je, wie soll man einen Mann kennen, der sich der Öffentlichkeit weitgehend verweigert?

Wer Gullickson, auch ein US-Amerikaner, kennt, der weiss, dass als neue Bischöfe der römisch-katholischen Kirche der Schweiz, nur erzkonservative Priester infrage kommen. Spenden von Katholiken haben für den Nuntius einen höheren Wert als von Nichtkatholiken. „Kirche in Not“ ist ein wertvolleres Hilfswerk als Caritas.

Wenn Donald Trump sagt „America first“, dann gilt für Gullickson „Catholics first“. Wer das nicht versteht, muss ihn halt kennen.

Trump stellt die Welt auf den Kopf

Montag, den 23. Januar 2017 um 9:37

Bisher war Westeuropa offenes, die Schweiz stilles Mitglied der NATO, jedenfalls eingebunden in deren Strukturen. Jetzt ist der neue US-Präsident Donald Trump ein Gegner der NATO und ein Freund Russlands. Wir, langjährige Gegner Russlands, müssen jetzt auch Putins Freunde werden. Die Schweizer Exportindustrie dankt schon jetzt.

Bisher war die Schweiz Teil des freien Westens und Verkörperung dessen humanistischer Ideale. Bundesrat Didier Burkhalter verkörpert dies mit allerlei Goodwill-Aktionen in Osteuropa und im Mittleren Osten. Jetzt aber gibt es keinen freien, humanistischen Westen mehr, sondern nur noch die USA und alles, was dieser Weltführungsmacht dienlich ist. Trump will keine Formeln, sondern Deals.

Bisher hatten wir eine Gender-Politik, wo die Frauenförderung ganz an der Spitze stand, gefolgt vom Schutz von Homo-, Bi- und Transsexuellen. Trump, unverkennbar ein Macho, will davon nichts wissen und besteht auf die männliche Dominanz, begleitet von dienender Weiblichkeit. O Gott!

 

Donald Trump, der vier Jahre US-Präsident sein und bei Erfolg in seinem eigenen Land dann auf weitere vier Jahre wieder gewählt werden wird, hat die Chance, die Welt zu verändern. That’s the story.

Aber trifft dies zu? In Wirklichkeit sind die USA eine stagnierende Weltmacht, die mit Präsident George W. Bush den Anspruch erhob, die Welt neu zu ordnen. Daraus resultierten die US-Niederlagen in Afghanistan und im Irak.

Barack Hussein Obama hatte einen perfekten Ghostwriter, viel Charme und Chuzpe, aber sonst wenig vorzuweisen. Unsere liberalen Eliten lieben ihn heute mehr als dies gestern der Fall war. Er hat wenig hinterlassen; sein Friedens-Nobelpreis stellte sich als Nonsense heraus. Die USA wurden in seinen acht Jahren eine weniger bedeutende Weltmacht, dies angesichts eines immer selbstbewussteren Putin-Russlands und einer Weltmacht „in coming“, China. Gerne übersehen dabei wird der Aufstieg Indonesiens, wo man Goldman Sachs vor die Tür setzte, als es nicht parierte. Indien will ohnehin an die Spitze, wer weiss?

Die USA sind eine Weltmacht im Niedergang, wo einem Kasper-Napoleon aus Texas ein kluger Anwalt aus Chicago folgte und jetzt ein moderner Nero, von der Unterklasse an die Macht gebracht, am Ruder ist, der die „ruling classes“ rasch für sich gewinnen muss, um nicht das Schicksal von John F. Kennedy zu erleiden, den Abschuss wegen Kriegsverweigerung.

Europa ist derweil, angesichts seiner Vielfalt, nicht schlecht unterwegs. Das gilt nicht für die EU, wo die Griechenland-Krise mit Mühe durch Verarmung des Volkes gemeistert wurde. Wie Italien saniert werden soll, das 350 Milliarden Euro Schulden alleine bei der Deutschen Bundesbank hat, ist rätselhaft. Der Euro steht auf der Kippe, weshalb ich alle Euro-Engagements schon lange zurück gefahren habe.

Ein äusserst lebhaftes europäisches Wahljahr steht vor der Tür. Wilders erwartet im Norden den sicheren Sieg, Marine le Pen erwartet ihn auch, könnte aber enttäuscht werden. Merkel, wird sie nicht weiter von Trump destabilisiert, sollte wiedergewählt werden, denn niemand darf sich einen Gabriel als Kanzler wünschen. Die Grünen sind Trittbrettfahrer, die AfD eher einem skakespearischen Hexenchor zuzuordnen. Hallelujah!

In der Schweiz haben wir dieses Chaos vorweg genommen: Keine Aussenpolitik, welche den Namen verdient, eine Innenpolitik, welche extrem hilflos wirkt, eine Wirtschaftspolitik, die von Niederlage zu Niederlage eilt, weil sie in Wirklichkeit keine Rolle spielt. Ein Militärdepartement, das nur Schrott zu verwalten hat. Wenn es, demnächst, keine FA-16 kaufen wird, sind unsere Beziehungen zur USA ohnehin ruiniert.

Es geht uns gut, weil wir Teil der Weltwirtschaft sind. Bleiben wir dies, ich nenne uns schon lange Singapur-West, können wir gut überleben. Die Monster dieser Welt brauchen einen Platz, wo sie in Sicherheit miteinander sprechen können.

Martin Meyer setzt Zeichen

Freitag, den 20. Januar 2017 um 10:12

Es ist nicht sehr auffällig, das Schweizerische Institut für Auslandforschung an der Universität Zürich, aber die Zeichen, welches es für das beginnende erste Halbjahr 2017 setzt, sind nicht zu übersehen.

Dr. Martin Meyer, Präsident des Vorstands dieser äusserst noblen Gesellschaft, die von zwölf der schönsten Schweizer Konzerne mitgetragen wird, hat als erste Referentin im neuen Jahr Dr. Sahra Wagenknecht eingeladen, die Oppositionsführerin im Deutschen Bundestag, eine astreine Kommunistin, die sich seit drei Jahren zur sozialen Marktwirtschaft bekennt. Um die EU zu retten, verlangt sie „einen sozialen und friedlichen Neustart“.

Prof. Dr. Hans Ulrich Gumbrecht, der auch in der Schweiz sehr bekannte Professor für Komparatistik an der Stanford University, wagt vielleicht ein vorsichtiges Plädoyer für Donald Trump, den neuen US-Präsidenten. Das ist besonders spannend, da alle bedeutenden Schweizer Medien immer noch im Hillary-Lager stehen.

„Vom Niedergang der Dominanz des Westens“ spricht Prof. Dr. Kishore Mahbubani aus Singapur. Diese bei uns bei weitem noch nicht angekommene Botschaft vertieft er mit der Forderung, der Westen möge seine Macht mit Asien teilen. Seien wir ehrlich, Grossbritannien gibt es nur noch als politischen Zombie, denn „China rules the waves“, Frankreich ist längst keine Weltmacht mehr, Italien und Spanien gehen an Krücken, und Deutschland weiss nicht, was es mit seiner Kraft anfangen darf. Der Osten steht längst nicht mehr vor unserer Tür, er wohnt in unserem europäischen Haus.

Deshalb lässt Martin Meyer, der als Feuilletonchef der NZZ und Buchautor europäischen Rang erworben hat, am Ende des Frühjahrssemesters Prof. Dr. Harald Welzer von der Europa-Universität Flensburg auftreten. Dieser plädiert „für die Freunde der offenen Gesellschaft“, ein Votum, das bei UBS, Swiss Re,Nestlé, Novartis und den anderen Partnern der löblichen Gesellschaft gerne vernommen werden wird.

Das alles in Zürich, einer Stadt, die sich aufmacht, von derzeit knapp 400 000 Einwohnern in 13 Jahren die halbe Million zu erreichen. Der Geist des zwinglianischen Bürgertums ist dem Weltgeist gewichen. There is no way back.

Martin Suter oder die neue Provinzialität der Schweizer „Literatur“

Freitag, den 20. Januar 2017 um 10:11

„Nicht einmal so schlecht“ schätzt der erfolgreichste Schweizer Schriftsteller der Gegenwart nach Erich von Däniken, der global publiziert wurde, sein eigenes Werk ein, wie er anlässlich der Herausgabe seines neuesten Buches „Elefant“ wissen lässt.

Martin Ebel, Feuilleton-Chef des „Tagesanzeiger“, erinnert daran, dass vor einigen Jahren „ein besserer Simmel“ gesucht wurde und schreibt zu Martin Suter: „Hier ist einer, ein viel besserer.“ Dieses vergiftete Urteil zählt.

Martin Suter, ein kühl kalkulierender Gag-Schreiber des geistigen Mittelstandes, dessen Schreibe auf der Linie zwischen Hochsprache und Einfachsprache Logo dem unteren Drittel zuzurechnen ist, sieht sich als Nachfolger des englischen Salonschriftstellers W. Somerset Maugham. Sein Entdecker, der weder verlegerisch nach sprachlich sonderlich begabte Grosshändler Dr. Beat Curti, liess den ehemaligen Werbetexter in der „Weltwoche“ schreiben, wo die Suter-Kolumne „Business Class“ Aufsehen erregte.

Suter ist ein perfektes Beispiel für die neue Provinzialität der Schweizer Literatur. Er nennt keine Namen, hebt nie den Zeigefinger und verurteilt nie. Derlei kommt in der gestressten Wohlfühlgesellschaft gut an, wo man seine Ruhe haben möchte angesichts aller Horrornachrichten, die uns von allen Seiten überfallartig angeboten werden.

Was Suter liebt, „ist die unglaubliche Eleganz“, wie er sie zu Recht an seinem englischen Vorbild betont. Was er einmal für den Emmentaler Käse geschrieben hat, gilt wohl auch für seine Bücher: „Meine Damen und Herren, damit wir uns richtig verstehen: Dieses Plakat ist eine Kaufaufforderung. Die Städte sollen andere verschönern.“

Martin Suter verschönert unsere geistige Landschaft nicht. Wie ihn sein Freund Finn Canonica im „Magazin“ von Tagesanzeiger, Basler Zeitung und Bund vorgestellt hat, entspricht genau dem nicht, was Roman Bucheli im Feuilleton der NZZ verlangt hat: „Mehr Ernsthaftigkeit.“ Besser hat dies Chrstine Richard im Kulturteil der „Basler Zeitung“ erfasst: „Er setzt sich nicht wirklich aus.“

Wer es dennoch versuchen möchte: Martin Suter, „Elefant“, Diogenes 2017, 352 Seiten, ca. Fr. 33.–

Das Grundeinkommen lebt

Mittwoch, den 18. Januar 2017 um 15:11

Wir Schweizer haben das bedingungslose Grundeinkommen abgelehnt. In Finnland, einem nahezu abgestürzten Staat mit Not leidender Wirtschaft und hoher Arbeitslosigkeit, wird soeben an 2000 Menschen getestet, was sie mit einem solchen Grundeinkommen tun und wie sie sich verändern.

Deutschland hat 2015 fast 900 Milliarden Euro für Sozialleistungen ausgegeben, das sind gut 1000 Euro pro Monat für jeden Menschen, der in Deutschland lebt. Ein fast bedingungsloses Grundeinkommen.

Wir in der Schweiz haben einen schwächeren Sozialstaat als Deutschland, weshalb nach meiner Schätzung pro Kopf nur rund 600 Franken im Monat für Sozialleistungen anfallen.

Nach Ansicht unserer Ökonomen haben wir zwei Jahre mässigen Wachstums vor uns. Das bedeutet, dass die Schnellen und Reichen mehr verdienen werden und die Schwachen schwächer werden.

To follow.

Die Schweizer Cannabis-Lobby liegt falsch

Mittwoch, den 18. Januar 2017 um 15:09

Viele riechen auch bei uns im Land das grosse Geschäft: Cannabis muss freigegeben werden, denn es ist harmloser als Walliser Rotwein und lässt Menschen besser leben, die krank sind, so heisst es.

Jetzt hat eine 16jöpfige Kommission der amerikanischen nationalen Wissenschaftsakademien den Medizinalhanf untersucht und kommt zum Ergebnis: total überschätzt.

Der medizinische Nutzen von Cannabis kann nicht nachgewiesen werden, obwohl bereits 29 US-Bundesstaaten und Distrikte dessen Produktion und Verkauf erlaubt haben. Dort geht es um Milliardengewinne und hohe Steuereinnahmen, die andernorts nicht zu generieren sind.

Cannabis und die Cannabinoiden nützen viel weniger als angenommen. Bei starken chronischen Schmerzen und Krämpfen kann er beruhigend wirken. Auch Übelkeit und Erbrechen nach Chemotherapien werden schwächer. Sonst gibt es keine oder nur „mässige“ Beweise.

Angestiegen ist die Zahl der Unfälle nach Cannabis-Genuss. Das Risiko von Schizophrenien und Angststörungen nimmt zu.

 

Ich frage mich ernsthaft, weshalb unsere Gesundheitsbehörden dem nicht entgegen treten. Gemeinden und Kantone, die grosse Steuerausfälle erwarten, könnten sich mit der Freigabe von Cannabis sanieren; einige Grosslieferanten auch.

Die neue Bundespräsidentin spricht

Dienstag, den 17. Januar 2017 um 9:30

Grosse Reden dürfen wir von unseren Bundesräten seit Dr. Kurt Furgler nicht mehr erwarten. Wer heute etwas mitzuteilen hat, wählt das Interview.

So hat unsere neue Bundespräsidentin Doris Leuthard uns zu Jahresbeginn wissen lassen: „Es gibt in der
Schweiz keinen Graben zwischen Elite und Volk. Wir sind alle das Volk.“

Weil das Volk es gewohnt ist, aus Bern mit „fake news“ beliefert zu werden, darf Frau Bundespräsidentin hier erinnert werden:

  • Wir haben eine Elite staatlicher Spitzenbeamten, die dem Volk keine Rechenschaft ablegen müssen und es auch nicht tun (Staatssekretär Gaillard einmal ausgenommen).
  • Wir haben eine immens starke politische Elite, die von hunderten von Beratern gegen das Volk abgeschirmt wird. Jedes Interview der Bundespräsidentin wird nur korrigiert zur Veröffentlichung freigegeben.
  • Wir haben eine soziale Elite, sei dies in Bern, Zürich, Genf oder Basel, die zum Volk keine wirklichen Kontakte hat.
  • Wir haben eine Kirchenelite, die den Kontakt zum Volk vollends verloren hat.
  • Wir haben eine Elite von Spitzen-Ausländern, die viele „Schweizer“ Firmen führt, die den Kontakt zum Schweizer Volk nur als Dienstleister hat.
  • Wir haben eine eigene Wirtschaftselite(„Die 300 Reichsten“), die das Schweizer Volk nur aus Umfragen kennt.

Nein, Frau Bundespräsidentin, Sie sind so wenig „das Schweizer Volk“ wie Peter Rohner das ist, der Präsident der Credit Suisse Group oder Axel Weber, der Präsident des UBS-Konzerns. Alfred Schindler ist so wenig „das Schweizer Volk“ wie Thomas Schmidheiny, der vorwiegend in Asien lebt.

Das demokratische Schweizer Volk ist die Turnmatte, auf welcher die Elite zu tanzen gelernt hat. Es wird von allen Seiten gezerrt und ausgepresst. Es ist von grosser Geduld, weil Dr. Christoph Blocher einmal seine Hoffnung war. Der aber ist vielfacher Milliardär und selber Teil der Elite.

Die Legende vom teuren Franken

Montag, den 16. Januar 2017 um 13:51

Während 30 Jahren war der Franken zu billig. Jetzt dient die Legende vom teuren Franken dazu, alle Fehler zu verwedeln, welche die Schweizer Touristiker in der gleichen Zeit gemacht haben. Nicht der teure Franken hat dem Schweizer Tourismus geschadet, sondern die Trägheit der Touristiker.

Zermatt, Gstaad und St. Moritz laufen als Stationen ausgezeichnet, denn sie haben Zielpublika, die ihnen treu geblieben sind: Die sehr wohlhabenden Menschen aus aller Welt.

Saas Fee hat mit seinem Aldi-Angebot einen Coup gelandet, wo sich in drei Jahren zeigen muss, ob er sich rechnet.

Die meisten anderen Stationen schrammen an der Pleite entlang oder sind längst untergegangen, werden von den Gemeinden subventioniert oder von Rentnern am Leben gehalten, die sich ein Leben ohne Seilbahn und Ski nicht vorstellen können. Sie haben auf Dauer keine Chance, weil die Kantone ihre Subventionen Zug um Zug einstellen.

Der Franken hat jetzt ein angemessenes Preisniveau, aber dem Schweizer Tourismus ist die Umstellung nicht gelungen. Er will, wie auch die neuen Olympia-Bewerbungen zeigen, mehr vom Alten und Gleichen. Das Klima wie die Klientele haben sich aber verändert, weshalb dieses Rennen nicht zu gewinnen ist.

Ganze Mannschaft kehrt.

Der Gutmensch gibt auf

Freitag, den 13. Januar 2017 um 16:41

„Mein wichtigstes Lebensziel war schon immer, ein guter Mensch zu sein“, sagt Andi Bauer aus Baden. 52 Jahre alt, davon 32 Jahre in Firma, die sein Vater gegründet hat,  gibt der Toyota-Händler auf. Er verkauft an einen grösseren Schweizer Konkurrenten.

In den letzten Jahren habe ich dies öfter erlebt: Söhne hatten nicht die Stehkraft ihrer Väter, waren auch mit silbernem oder goldenem Löffel im Mund geboren. Sie hätten weiter machen können, was auch Andi Bauer zugibt, aber er gab auf.

Sind Gutmenschen schlechtere Unternehmer? Es gibt sicher einen Grund, weshalb in den letzten fünfzehn Jahren das Karussell der Spitzenmanager immer schneller kreiste. Gut, das darf man erst zuletzt sein. In Wirklichkeit wird aus den Mitarbeitern herausgeholt, was möglich ist. Die Confiserie Sprüngli am Zürcher Paradeplatz mit dem sympathischen Schwiegersohn als Chef und dessen netten Verkäuferinnen ist das jüngste Beispiel: Wer hinter der Front arbeitet, ist schlimm dran.

Brauchen wir also böse Chefs? Ja, ein gewisses Mass an Strenge und Disziplin ist unvermeidlich. Bei der Migros darf auch nicht jeder Filialleiter selber entscheiden, ob er Milch und Butter billiger verkaufen darf. Disziplin ist immer noch ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.

Und die Gutmenschen? Zweimal habe ich jüngst erfahren, dass die Erben kleiner Industriefirmen sich lieber auf den Bau und die Vermietung von Immobilien zurückzogen. Wer ins Immobiliengeschäft einstieg, war in den letzten Jahren ein sicherer Gewinner. Soll man sich dann mit eigenen Autogaragen oder anderen Widerwärtigkeiten herumplagen?

Ein Detail ist noch wichtig? Andi Bauer schrieb  Akio Toyoda, dem Chef des Toyota-Konzerns, zuletzt einen Brief. Er sage, Toyota sei das beste Automobil der Welt, aber die Schweizer wüssten dies nicht.

Daraus lernen wir, der beste Unternehmer weit unten hat keine Chance, wenn weiter oben die Manager versagen. Gerade die Autobranche zeigt, sei es VW, Audi, Renault oder Fiat, die Fehler werden meist ganz an der Spitze gemacht

 
     
     
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