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Tagesarchiv für 11. November 2016

Die liberalen Medien sind an Trump gescheitert

Freitag, den 11. November 2016 um 15:19

Niemand hat es besser formuliert als Sascha Batthyany, der USA-Korrespondent von tamedia: „Aber die meisten Journalisten sind Rudeltiere und halten sich in derselben liberalen Blase auf. Trump-Fans wurden ignoriert; die Reporter haben ihnen möglichst dumme Quotes aus der Nase gezogen.“

Der Begriff der „Lügenpresse“ findet in einer solchen Haltung seinen Ursprung. In der Folge, schon Dr. Christoph Blocher hat wenig von Journalisten und Meinungsforschern gehalten, hat auch Donald J. Trump Journalisten als „erbärmliche Menschen“ beschimpft. Eigentlich hat dies Peter Hossli von Ringier, ein erfahrenes „old horse“ des Schweizer Journalismus, nicht verdient, aber auch er wurde ein Opfer seiner Denkgewohnheiten und einer Haltung im Haus Ringier, die ein Lob der Rechten nicht erlaubt.

Die liberale City-Schickeria hat in den USA wie in der Schweiz eine grosse Niederlage erlitten. Es war der gerade bei Journalisten weitgehend verhasste Roger Köppel, der vier Tage vor der Wahl mailte: „Trump siegt.“ Es ist ein Schelm, wer dies nicht als seriöses Urteil versteht, aber wer gibt schon gerne zu, seine Aufgabe der korrekten Berichterstattung verfehlt zu haben?

Katastrophal falsch war auch die SRF-Direktberichterstattung aus den USA, aber wen wundert dies? Roger de Weck und TV-Direktor Ruedi Matter haben dort eine Haltung implementiert, die weithin der Irreführung der Zuschauer nahe kommt. In der Folge wusste auch ich nicht wirklich, wer am Wahltag der Sieger sein wird. Meine Annahme war, siegt Hillary, werden wir mehr Kriege haben, z.B. den von ihr angekündigten Raketenzaun rund um China; siegt Trump, ist das Chaos programmiert. Beide sind schlecht für Europa, denn die Kassen der USA sind mehr als leer. Die unersetzliche Weltmacht ist pleite.

Die überhebliche Haltung vieler Schweizer Journalisten ausländischen Regierungen gegenüber, kommt im Votum von Marcel Anderwert, SRF-Sonderkorrespondent, zum Ausdruck: „Aber lasst uns dem Neuen doch zuerst Mal eine Chance geben.“ Marcel Anderwert will dem mächtigsten Staatschef der Welt „eine Chance“ geben! Donald Trump wird sich freuen. Diese Anderwert’sche Haltung völliger Überschätzung der eigenen Bedeutung beruht auf der Inselsituation der Schweiz – wir wissen es besser als alle anderen, denn wir sind seit 700 Jahren da, sind reich, urban, „in“ und ohnehin kaum angreifbar. Hillary Clinton und die sie finanzierenden Millionäre und Milliardäre waren noch Stunden vor dem Entscheid der Wähler der gleichen Meinung. Es gab ein bitteres Erwachen.

Wir, die wenigen, die mit Bildung, Zeit und den notwendigen Finanzmitteln ausgestattet sind, sollten künftig mehr denn je auch ausländische Medien deshalb lesen, weil sie souveräner als viele Schweizer Medien rapportieren. Jetzt, wo vieles unklar und unsicher ist, müssen wir auf intelligente „Aussenseiter“ hören, deren andere Weltsicht morgen vielleicht die einzig richtige ist.

 
     
     
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