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Von der „Churchill Aula“ zum „Churchill War Room“

26. September 2016 um 15:39

Zürich ist im Churchill-Fieber, denn dieser letzte grosse europäische Imperialist, dem das British Empire auch seinen Untergang verdankt, hat an der Limmat die „Vereinigten Staaten von Europa“ ausgerufen, sich wohl daran erinnernd, dass sein Landsmann Cecil Rhodes einst die „Vereinigten Staaten von Afrika“ schaffen wollte, aber nur bis Rhodesien kam. Es ist Dr. Martin Meyer, dem Präsidenten der Schweizer Stiftung für Auslandforschung, zu verdanken, dass die Aula der Universität Zürich nun häufiger „Churchill Aula“ genannt wird. Jeder politische und wissenschaftliche Star der Schweiz, Europas und der Welt, von Martin Meyer eingeladen, sucht dort eine neue „Churchill Rede“ zu halten, einige mit mehr, andere mit weniger Glück. Zu den Highlight-Rednern des letzten halben Jahres zählten mit Sicherheit Gilles Keppel, der grosse französische Arabist, und Prof. Dr. Carl Baudenbacher, der Präsident des EFTA-Gerichtshofes in Luxembourg, der massgeblichen Einfluss darauf hatte, dass im EDA Staatssekretär Yves Rossier mangels Glaubwürdigkeit im EU-Dossier gehen musste.

Nun überrascht mich die UBS mit der Mitteilung, sie habe in London Zugang zu den „Churchill War Rooms“. Ausgewählten UBS-Klienten würde die Möglichkeit geboten, sich dort strategisch unter den Fittichen der Schweizer Grossbank weiter zu bilden. Wer würde derlei ausschlagen?

Dort lernt man allerdings nicht, wie Churchill in Gallipoli zu Beginn des 20. Jahrhunderts zehntausende englischer, indischer und neuseeländischer Soldaten gegen die siegreichen Türken verheizte, weil er unbedingt Konstantinopel erobern wollte. Man lernt auch nicht, wie er im späteren „Indochine“ nutz- und erfolglose Kriege führte, eine besondere Art naturnaher Sandkastenspiele.

Vielmehr macht man sich Gedanken darüber, wie der Krieg in Syrien Westeuropa destabilisiert, sei es auch nur durch Millionen von Flüchtlingen. Im jüngsten Seminar wurde erkennbar, dass 2017, also in einem halben Jahr, wieder bis zu einer Million Flüchtlinge in Deutschland eintreffen könnten. Das bedeute den Sturz von Kanzlerin Merkel.

Auch der Institution EU gibt man im UBS-Churchill-Seminar nur wenige Chancen, sei die EU doch überstrukturiert und deshalb zu komplex, um schon die latente Finanzkrise zu lösen.

China als Risiko war als Thema gesetzt, nicht jedoch die gewaltige Verschuldung der USA und die latenten Risiken, die von der diesjährigen Präsidentschaftskandidaten ausgehen. Léon de Winter und Oliver Stone haben dies kürzlich besser formuliert. So wurde die Aussage von Hillary Clinton zitiert, jede Regierung, die nicht die Washingtoner Politik übernehme, müsse gestürzt werden.

Was wir von den UBS-Strategen lernen können: Krieg ist angesagt, sei es auf dem Feld, in der Politik oder bei der Geldanlage.

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