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Tagesarchiv für 22. September 2016

Sind die Schweizer Medien zahm?

Donnerstag, den 22. September 2016 um 11:03

Die Weltpresse hat den Auftritt unseres Bundespräsidenten Johannes Schneider-Ammann vor der UNO-Vollversammlung nicht wahrgenommen. Ganz im Gegensatz zu Theresa May, deren „maiden speach“ global Beachtung gefunden hat.

Die Schweizer Medien haben unseren präsidialen Auftritt angemessen gewürdigt, ganz so, wie dies auch in Nordkorea geschehen wäre. Was sagt dies?

Bei einem Dinner im geschlossenen Kreis der Schweizer Spitzenwirtschaft und Politik fiel der verhängnisvolle Satz: „Die Schweizer Medien sind lahm.“ Lahm? Ich hätte den Aufschrei mindestens eines von achtzig Teilnehmern erwartet. Im Gegenteil: Alle nickten mit den Köpfen. Ja, so ist es.

Nun wurde dieser Tage ein Bericht vorgelegt, welches die besten Schweizer Medien seien. Ein PR-Berater präsentierte diesen Bericht, weil er einmal zum engen Kreis der wichtigen Chefredaktoren zählte. Was sein Bericht als nennenswert erwähnte, beruht auf der Annahme, 1600 ausgewählte Schweizer, die „Wahrnehmung des Publikums“, und ausgewählte Wissenschaftler wüssten, was die besten Schweizer Medien seien. Die Quersumme ergäbe die Besten.

Aus meiner Sicht, die diejenige eines Menschen ist, der seit 50 Jahren globale Medien intensiv zu nutzen weiss, ist das Schweizer Medienqualitätsranking zugeschnitten auf ehrgeizige Bauern und resignative Staatsangestellte. Diese bewundern die redaktionelle Leistung einer „Luzerner Zeitung“, die nur wenig schlechter abschneidet als die „Neue Zürcher Zeitung“. Sie hören das „Echo der Zeit“ und kennen die besseren Programme des Deutschen Länderfunks (DLF) nicht.

Glücklich wird berichtet, die Meinung der Wissenschaftler (was immer dies heissen mag) decke sich mit derjenigen des Volkes. Die SRF-Sendungen schneiden bestens ab, weil ältere Schweizer Hörer und abends müde Zuschauerinnen auf routinierte Sendungen nicht verzichten möchten. Kurt Aeschbacher lässt grüssen.

Es lohnt sich nicht, diese „Bestenliste der Informationsmedien“ genauer zu studieren, denn sie ist auf den Schweizer Mittelstand und dessen Medienbedürfnisse zugeschnitten. Wer mehr wissen will, muss die ausländischen Medien mit berücksichtigen: Le Monde, Frankfurter Allgemeine, Südddeutsche, Financial Times, Economist, Wall Street Journal, New Yorker, Die Zeit etc.

Intelligente Schweizer informieren sich global. Das gilt für die A-Schweiz, die B-Schweiz ist mit der Studie zufrieden.

 
     
     
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