Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Tagesarchiv für 8. Juli 2016

Die Kunst der richtigen Medien-Interpretation

Freitag, den 8. Juli 2016 um 13:17

Weil die neuen Medien, die sich merkwürdigerweise auch „soziale Medien“ nennen, was keine Institution der Sozialindustrie je zum Widerspruch gefordert hat, auch einen neuen Stil des Journalismus verlangen, dem unsere Medienhäuser eilig nachkommen, weil Gewinn wichtiger als Geist ist, bedarf die Kunst der Medieninterpretation neuer Aspekte.

Geboten wird in dieser neuen Welt ein Content, der zu unterhalten hat, bewegt und inspiriert. Knackige Erzählformen sind gefragt, was allerdings die besten Journalisten der letzten 180 Jahre ebenso gesehen haben. Es muss, der Zeitnot eingedenk, eilig informiert werden, ohne den roten Faden zu verlieren.

So ward uns jüngst geboten, allerdings nur in den streng katholischen Medien der Schweiz, dass der argentinische Papst Maria Magdalena, die Frau aus Magdala, die Jesus Christus die Füsse wusch und mit ihren Haaren trocknete, zur Apostolin ernannt hat. Ich nehme dies gefasst, denn für meine Eltern war sie, gemäss katholischer Volkslehre, noch eine Hure.

Zeitgenössische Gemüter wurden am 5. Juli aus der Schlaftrunkenheit geweckt mit der Information „Softwareriese Microsoft schwebt auf der Marihuana-Wolke“. Bill Gates will mit Sean Parker (Napster, Facebook) der grösste Rauschgiftproduzent der USA werden und damit die serbelnden Erlöse seines Konzerns verbessern. Als Vor-68er, der die Hippies in L.A. noch voll krass erlebte, weiss ich, dass „MaryJane“ höchst gefährlich ist. Sei’s drum.

Gleichzeitig erfahre ich, lesend: „Die digitale Jobwelt bedroht die soziale Marktwirtschaft“. Rund eine Million Internet-Tagelöhner seien alleine in Deutschland ohne sozialen Schutz der Ausbeutung ausgeliefert. Das kann stimmen, denn im „reichen Deutschland“, das Wirtschaftsflüchtlinge aus aller Welt anzieht, können 1,2 Millionen Menschen nicht von ihrem Salär leben. Im als reich geltenden Japan sind fast 40% aller Menschen prekär beschäftigt, weshalb die Regierung sich auch weigert, Wirtschaftsflüchtlinge aufzunehmen.

Natürlich fand ich derlei nicht in einer Zeitung, sondern es handelt sich um Informationen aus „Tagesanzeiger“, „Wirtschaftswoche“, „Walliser Bote“ und „Süddeutscher Zeitung“. Kein Schweizer Autor macht sich darauf einen Vers.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog