Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  


Schweizer Medien im Verteilkampf

25. April 2016 um 9:09

Die Schweizer „hard core“-Liberalen der gehobenen Einkommensklassen trafen sich im Zürcher Edelhotel Savoy Baur en Ville. Sie wollten SRG-Generaldirektor Roger de Weck, der die Auseinandersetzung nicht scheute, erneut zur Einsicht bewegen, er habe zu viel das Staatsgeldes vulgo „Staatsknete“, während die privaten Sender, angeführt vom erfahrenen Markus Gilli mehr davon bedürften.

Es blieb, auf höchstem Niveau, eine undankbare Diskussion, denn Prof. Otfried Jarren, Präsident der Medienkommission EMEK, konnte in seiner Zwischenbilanz nicht recht nachweisen, dass er wirkliche Veränderungen wollte, wie es ihm auch nicht gelang, das politische Erfolgspotential seiner Kommission zu definieren. Ronnie Grob, einem Multifunktions-Journalisten, der von Berlin aus arbeitet, blieb es vorbehalten, den EMEK-Bericht zu zerreissen, wobei ihm niemand wirklich zu widersprechen suchte. Catherine Mühlemann, VR der Swisscom und vorwiegend im Ausland tätig, gab sich auch eher resigniert. Gerhard Pfister, neuer Präsident der CVP Schweiz, gab, noch in seiner Funktion als Nationalrat, deutliche Zeichen, einer teilweisen Entstaatlichung der Medienlandschaft geneigt zu sein. Rainer Stadler, Medienredaktor der NZZ, suchte eine Diskussion zu lenken zwischen blockierender Defensive (de Weck) und routiniert schwacher Offensive (Gilli).

Die artifizielle Problematisierung der Schweizer Medienlandschaft, wo ein Stellungskrieg zwischen Privaten und dem Staat herrscht, den meisten Privaten aber keine gute Perspektive zu geben ist, liess die Teilnehmer bei qualitativ hochstehenden Häppchen ratlos zurück.

Als höchst intensiver Nutzer der Schweizer Medienszene halte ich fest: Die Vielfalt der Schweizer Medien ist weiterhin derart gross, dass 99% der Bevölkerung diese gar nicht nutzen können. Die SRG bietet, seit Jahren zunehmend, ein volkstümlich-einfaches Programm, das anspruchsvollen Landesbewohnern nicht zugemutet werden kann. Sie will damit einen Damm gegen die zunehmend erfolgreicheren Auslandsender befestigen.

Für die Privaten gibt es also nur ein Problem: Wie kommen wir an mehr Geld aus Bern, um unsere ohne Subventionen in den roten Zahlen befindlichen Sender am Leben zu halten? Die staatliche Begünstigung der SRG ist fraglos eine Tatsache; sie dient dem nationalen Zusammenhalt, mehr noch aber der Erhaltung der fragilen politischen Balance, die man landesweit Stabilität nennt.

Den Schweizer Mediennutzer soll dies nicht berühren. Genügen die Inlandmedien nicht zur guten Information, haben wir ausländische Medien zu Genüge, der nationalen Enge zu entkommen.

Einen Kommentar schreiben:

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog