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Gerhard Schröder punktet an der Uni Zürich

22. April 2016 um 8:55

Der deutsche alt Bundeskanzler und „Sozi der Bosse“, Gerhard Schröder punktete in der überfüllten Aula der Universität Zürich vor über 100 Angehörigen der Schweizer Wirtschaftselite mit einem launigen Vortrag zur Zukunft Europas und der Schweiz. Begrüsst und geleitet von Martin Meyer, dem Präsidenten des Schweizerischen Instituts für Auslandforschung, der jetzt auch als Präsident des Publizistischen Beirats der NZZ neues Gewicht erhalten hat, entfaltete „der Gerd“ ein Portrait des entstehenden Europas, „wo die Türkei und Russland eine sichere Perspektive für den Beitritt zur EU brauchen“.

Schröder verlängerte am Ort der Churchill-Rede „Let Europe arise“ diese Forderung mit der Fortsetzung „Let’s fight for Europe“. Der Provokationen kein Ende, sagte er: „Eine Kooperation mit dem Assad Regime ist notwendig.“

Europas Nationalstaaten, womit er auch die Schweiz meinte, müsste auf eigene Hoheitsrechte verzichten, weil sonst ein Kerneuropa mit einem Randeuropa entstünde. Deutschland alleine sei zu schwach, um Europa in der Welt neben den Grossmächten zu vertreten.

Martin Meyer, wie üblich Herr der Szene, nannte Gerhard Schröders Rede „behutsam idealistisch“. Schröder, von Meyer wie den begeisterten Teilnehmern angefeuert, legte sich auf den BREXIT-Ausgang fest: 55:45 für das Verbleiben in der EU. Gleichzeitig empfahl er der Schweiz den Beitritt zur EU.

Dr. Christoph Blocher sass schweigend in der Reihe 2 und gab dem Referenten auch keinen Beifall. Auch für die „Neue Zürcher Zeitung“ war es kein perfekter Tag: Schröder, einen aktuellen Aufsatz von NZZ-Chefredaktor Eric Gujer zitierend, nannte diesen einen Feuilletonisten, der nichts von Wirtschaft versteht.

Sage niemand, die Elite sei langweilig.

 

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