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Käfigmenschen und Wohlfühl-Tiere

4. März 2016 um 17:05

Viele Menschen zerreisst es fast: Die Welt wird von Tag zu Tag paradoxer. Wer in der Schweiz eine Wohnung sucht und nicht über das Einkommen eines Topbankers verfügt, muss mit immer kleineren Wohnungen zu immer höheren Miet- und Kaufpreisen zurechtkommen. Hatte eine 3,5 Zimmer-Wohnung vor zwanzig Jahren noch gut hundert Quadratmeter Wohnfläche, sind es heute im besten Fall 20% weniger, die für eine Familie zur Verfügung stehen.

Der Trend setzt sich fort. An der ETH Zürich in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Raumplanung wird die Schweiz der Zukunft mit elf Millionen Einwohnern geplant, vierzehn Millionen werden von den Architekten der ETH für möglich gehalten. Was in der Horizontalen keinen Platz mehr findet, wird vertikal gestapelt. In erster Linie der Mensch. Linke politische Parteien wollen deshalb eine nationale Landschaftsschutzinitiative lancieren.

Die neuen Käfigmenschen der Schweiz haben Vorbilder in Hongkong, wo man als Single heute schon in sargähnlichen „Zimmern“ unterkommen kann. In New York City werden Kleinwohnungen mit 25-30 qm angeboten, in der luxuriösen Londoner City gelten Garagenwohnungen schon als bequem.

Der Raum für Menschen wird immer enger bemessen. Keine WHO (World Humans Organization) macht sich für Menschenschutz bemerkbar; was heute WHO (World Health Organization) in Genf heisst, ist zu einer Notfallübung verkommen, die der Gesundheitskrisen und Epidemien kaum noch Herr wird.

Der junge und moderne Mensch wird freiwillig zum Käfigtier und, wen erstaunt dies?, das Nutz- und Zootier wird zum Wohlfühlwesen aufgebaut. In der Schweiz gibt es über 60 Tierschutzorganisationen, aber keine, die den Menschen vor seiner Ausbeutung bewahren will. Die Liebe zum Tier, welche jedes Jahr mehr kostet als der Unterhalt der Schweizer Armee, ist zu einer Industrie geworden. Wo 50% der jungen Bürger und Bürgerinnen bewusst keine eigenen Kinder mehr aufzuziehen möchten, müssen Knutschwesen aller Art, vom Frosch bis zum Koala, deren Funktion übernehmen.

Das Tierwohl hat auch dort Konjunktur, wo es an die Grenzen der Fragwürdigkeit stösst. Weniger als acht Prozent aller Schweizer sind Vegetarier oder Veganer. Der Europäer, ein omnivore, ein Milchprodukteliebhaber, ein Fisch- und Fleischesser seit über 5000 Jahren, hat längst gelernt, damit umzugehen. Ein Veganer, das sagt die Fachliteratur, lebt gefährlich, wenn er nicht sein ganzes Leben dieser Schmalspurkost und ihren Risiken widmet.

Warum erhalten Menschen immer weniger Platz auf unseren gut 44 000 qkm., welche die Schweiz ausmachen? Warum sollen Tiere nicht in Käfigen, welche die luxuriösesten der Welt sind, bis zur Schlachtung aufwachsen? Warum sollen sie immer mehr Platz, Raum, Beschäftigung erhalten und wir Menschen weniger? Rätsel über Rätsel.

Die Moral der Tierschützer erreicht die Menschen nicht mehr. Wenn täglich in einer Hühnerzucht-Grossanlage fünfzig Küken sterben, geht die Welt unter. Wenn täglich fünfzig Menschen vorzeitig sterben, oder auf der Flucht von einem Kriegsort im Mittelmeer ihr Leben lassen, weil die Natur Meerwellen erzeugen und Schiffe kentern können, weil die Luft schlecht und die Hitze gross ist, rührt sich keine Hand.

Unsere Kuschelpolitik führt dazu, dass, z.B. in Schweden, es im Juniorenfussball keine Sieger und keine Verlierer mehr geben darf; dies mit dem Grund, man dürfe sie keinem Stress aussetzen. Diese modernen Erzieher haben vergessen, dass der Mensch es lernen muss, zu siegen oder zu verlieren. Kämpfen oder kuscheln? Wer an der falschen Stelle kuschelt, wird verhauen.

Ich plädiere deshalb für mehr Menschen- und kein falsch verstandenes Tierwohl. Setzt die Menschen wieder in ihr Recht auf ein menschenwürdiges Leben ein und züchtet wie schlachtet Tiere so, dass deren Fleisch noch gekauft werden kann. Zuerst kommt der Mensch, dann das Tier. Das ist die richtige Priorität.

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