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Monatsarchiv für März 2016

Der globale Informationskrieg

Dienstag, den 29. März 2016 um 8:11

Was Henry Kissinger, an Gutem und Bösem, wirklich geleistet hat, werden wir erst nach seinem Tod erfahren. Ob Mao Tse Tung ein Massenmörder war oder Begründer des neuen starken Chinas wird im Westen noch lange umstritten bleiben. Klar ist immerhin, dass George W. Bush und Tony Blair den Westen mit falschen Argumenten in den Irakkrieg gelockt haben und damit zu den Vätern des Zusammenbruchs des Nahen Ostens geworden sind, dessen Folgen uns heute mehr denn je beschäftigen.

Für die US-Regierung, die nach über 50 Jahren nun mit Cuba wieder einen halben Frieden geschlossen hat, ist Waldimir Putin zum Erzfeind geworden. Er, der nach dem Zusammenbruch Russlands nach 1989, seinem Land neue Stabilität verschafft hat, ist gerade deshalb zum Gegner der alten „Kalten Krieger“ des Westens geworden. Deshalb wurden in Washington DC und London alle Hebel in Bewegung gesetzt, um diesen Mann zu stürzen, der sich der Eroberung des europäischen Ostens und des Nahen Ostens durch den westlichen Finanzkapitalismus in den Weg stellt.

Michail Chodorkowski und Boris Beresovsky, zwei „adventurer merchants“ der neuen Zeit, wurden zu Gegnern Putins, der sich ihrem Machtanspruch entgegen stellte. Sie flüchteten in den Westen, um von dort aus ihren Erzfeind zu bekämpfen bis hin zu dessen Sturz. Die westlichen Geheimdienste, der englische MI6 allen voran, freuten sich über die neuen Verbündeten im Kampf „gegen das historische Hindernis“.

Wie in den neuen „Freiheitskriegen“ des Westens in Libyen um im Irak, wo dem Einmarsch das Chaos folgte, kam es auch in Europa selber zu kollateralen Opfern, die zwischen den kämpfenden Elefanten zerrieben wurden oder sich zerreiben liessen. Einer davon war Alexander Litvinienko, selber aus dem russischen Geheimdienst stammend. Liess ihn Wladimir Putin ermorden, wie es uns durch die Medien vermittelt wurde?

Nun hat sich ein Mann zu Wort gemeldet, dem Sachverstand in solchen Fragen nicht abzusprechen ist: Capitaine Paul Barrill, Mitgründer der französischen Anti-Terror-Gruppe GIGN unter den beiden Präsidenten Mitterrand und Chirac. Barrill hat soeben in einem Interview mit dem strategischen Berater Pascal Najadi wissen lassen:

„Litvinienko hat seine Arbeitgeber verraten. Beresovsky und der MI6 haben große Summen an Geld, Millionen von USD bereitgestellt, um Provokationen auf Agentenebene mit dem Ziel vorzunehmen, den globalen Ruf von Präsident Wladimir Putin und der Russischen Föderation zu diskreditieren. Diese Operationen, die von den westlichen Geheimdiensten unter der Regie von Washington DC und London gelenkt wurden, liefen unter dem Codenamen Beluga“.

 

Nach den neuen Enthüllungen von Capitaine Paul Barril ergibt sich Klarheit hinsichtlich der Wahrheit rund um das Motiv für die Ermordung von Alexander Litvinienko, der an einer Vergiftung mit dem seltenen radioaktiven Polonium 210 starb. „Die Täter dieses Verbrechens haben bewusst eine Variante von Polonium 210 mit der Signatur einer russischen Manufaktur verwendet mit der Absicht, die Schuld auf den Kreml zu lenken.

 

Die Verabreichung der tödlichen Substanz geschah Stunden bevor Alexander Litvinienko A. Lugovoy im Luxushotel Millennium im Londoner Stadtteil Mayfair in einer Sushi-Bar am Piccadilly Circus traf. Als Litvinienko A. Lugovoy in der Pine-Bar am 1. November 2006 traf, war er in der Tat bereits mit dem tödlichen Polonium 210 kontaminiert“, wie Barril schliesst.

 

Der Westen verteidigt seinen Anspruch auf die volle Herrschaft in Europas Osten mit allen Mitteln. Die Ukraine, ein mafiöser Staat, der längst bankrott ist, wird mit allen Mitteln künstlich am Leben gehalten. Affären aller Art werden ins Leben gerufen, um die handelnden Politiker zu diskriminieren.

Tatsache ist, dass die weitgehende Zerstörung der Staaten Nordafrikas und des Nahen Ostens dem westlichen Bürger keinen Vorteil, aber hohe Kosten und zunehmende Unsicherheit gebracht haben. Die Regierungen in London und Paris haben sich unter Führung von Washington DC wenig rühmlich hervor getan. Der deutsche Altkanzler Gerhard Schröder hat sich dem widersetzt, nicht aber Angela Merkel, die deutsche Kanzlerin, die deutsche NATO-Truppen in alle Welt entsendet, um ihr Gesicht zu wahren.

Litvinienko musste sterben, um Wladimir Putin zu belasten. Dies hat sich nun als Lüge herausgestellt. Ein blutiger Faden der Desinformation zieht sich vom Tonking-Zwischenfall in Vietnam über die Babymord-Fehlinformationen in Kuwait, die zum Irak-Krieg führte bis in unsere europäischen Hauptstädte. Ein Ende ist nicht abzusehen.

Banken kommunizieren wie Zinserträge: suboptimal.

Montag, den 21. März 2016 um 11:11

Im neuen „Bulletin“ der Credit Suisse, der zweitgrössten Schweizer Bank, die laufend am Rande des Abgrunds balanciert, entdecke ich eine Grafik der innovativen Schweizer Regionen. Der Kanton Bern ist dort ein Minus-Ereignis, wie die ganze Alpenregion auch. Der Tessin hält recht gut mit. Die Stars sind die „Greater Zurich Region“, Basel und die Westschweiz von Lausanne nach Genf bis hinein in den Jura, wobei ich mich frage weshalb, denn gerade die Leistungen der Uhrenindustrie im globalen Wettbewerb sind umstritten. Einzig Jean-Claude Biver überragt alle, auch die Swatch-Erben, die sich der Realität weitgehend verweigern.

Bankpräsident Urs Rohner versteckt sich auf S. 44 dieser Hochglanz-Publikation. CEO Tidjane Thiam ist überhaupt nicht zu sehen, andere Starbanker auch nicht. Dafür werden uns auf S. 1 namenlose Autorengesichter vorgestellt, die keinen Bankkunden interessieren. Das Editorial der Redaktion „Grosse Irrtümer/Ideen“ ist dürftig.

Banken kommunizieren wie Zinserträge, suboptimal. Niemand nimmt die Chance wahr, seinen Kunden etwas Sinnvolles mitzuteilen. Erhalte ich von der grösseren UBS Empfehlungen, heisst es dort bei Aktien: Im besten Fall 9000 Punkte, im schlechtesten 7 200. Derlei nützt dem Leser wenig, der weniger „compliance“ als einem Berater folgen möchte.

Als aktiver und zufriedener Investor sage ich: Unsere Bankberater sind entmannt, Opfer der eigenen Konzernstruktur wie regulativer Einflüsse. Wer Geld verdienen will, verlasse sich auf sich selbst und sein Glück – etwas Erfahrung vorausgesetzt.

Welchen Bundespräsidenten braucht die Schweiz?

Montag, den 14. März 2016 um 17:01

Es ging im Wirbel um Bundespräsident Johann Schneider-Ammann unter: Bundesratssprecher André Simonazzi, ein Walliser aus Monthey, riet mitten im Höhepunkt der JSA-Krise: „Wir sollten es einfach vergessen.“ Er meinte damit den Auftritt von Johann Schneider-Ammann in der SRG-Sendung des Schweizer Fernsehens zum Tag der Kranken.

Nach dem oberpeinlichen Auftritt des Schweizer Bundespräsidenten, dessen Informationschef den Vorgang ursprünglich gar nicht mitbekommen hatte, sagt nun der Informationschef des Bundesrates, seine vorgesetzte Stelle: „Wir sollten es einfach vergessen.“

Das ist der zweite Skandal zum gleichen Thema. Der Bundesrat in Bern fühlt sich heute so wenig antastbar wie der Heilige Stuhl im Vatikan. „Shit happens“ lässt sich über manches sagen, was in den heiligen Hallen Roms und Berns geschieht, aber dem Volk einfach so zu sagen, was es von seinen Gnädigen Herren denken dürfe (und was nicht), ist im Kern unschweizerisch.

Welchen Bundespräsidenten braucht die Schweiz? Soeben wurde in Frankreich von Ipsos erhoben, was sich die Franzosen von ihrem Präsidenten wünschen: Er soll zuhören können und zu Lösungen beitragen; er soll eine Persönlichkeit von hoher Autorität sein, der keine Unzufriedenheit aufkommen lässt; er soll weise und erfahren sein.

Johann Schneider-Ammann steht jetzt unter verschärfter Beobachtung. Wir freuen uns auf seine Rede zum 1. August.

Zu enge Sicht ist tödlich

Donnerstag, den 10. März 2016 um 15:42

Die Meuterei der französischen Gewerkschaften in Sachen Arbeitsrechtsreform gegen Präsident François Hollande erinnert mich an die Metzgerinnung in Antwerpen. Als die spanischen Truppen die reiche Handelsstadt angriffen und letztlich einnahmen, fielen ihnen reiches Weideland und fast 20 000 Rinder und Ochsen in die Hände. Wenige Wochen zuvor hatten sich die Metzger geweigert, die schützenden Dämme zu brechen, um die Spanier einfach wegzuspülen. Sie wollten nicht ihre Ochsen opfern, die dann die spanischen Truppen ernährten.

Die französischen Gewerkschaften verspielen mit ihren Streiks für die 35 Stunden-Woche und gegen die Aufhebung des Kündigungsschutzes die Zukunft des ohnehin geschwächten Industrielandes Frankreich. Wer nicht zu Opfern bereit ist, wie die Deutschen mit der Schröder’schen Agenda 2010, zwingt sein Land in neue grosse Niederlagen.

Wie Kurt W. Zimmermann in der neuen „Weltwoche“ schreibt, tragen die Schweizer Verleger selbst Schuld an ihrer Niederlage gegen das Marketingkonstrukt Swisscom-SRG-Ringier. In Bern hatte man ihnen jahrelang angeboten, selbst aktiv zu werden. Wer aber, wie die Metzger in Antwerpen, über den Rand seiner eigenen Wiese nicht hinauszuschauen vermag, wird früher oder später untergehen.

Ratlose Antiquare

Montag, den 7. März 2016 um 17:09

Die 21. Antiquariatsmesse in Zürich lieferte ein gutes Zeitbild und wirft gleichzeitig irritierende Fragen für die Zukunft auf. Ein traditionelles Geschäftsmodell erodiert in rasendem Tempo, Kundschaft schwindet und chronische Ratlosigkeit beherrscht die Szene. Wo in früheren Jahren die Bibliophilen unterschiedlichen Alters in regen Gesprächen fachsimpelten und die Verkaufenden in interessante Gespräche rund um das Buch verwickelten, herrscht heute ein tiefes Schweigen. Die Messefeierlichkeiten rund um das geschriebene Wort fanden ohne Publikum im eigenen Kreis statt. Umsätze sinken bei dramatisch steigendem Durchschnittsalter der Besucher.

Was ist geschehen? Gesellschaftliche Veränderungen wurden offensichtlich verschlafen. Auch hat man bis heute keine Wege gefunden, die elektronischen Medien für eine effektive und nachhaltige Interaktion mit dem eigenen Zielpublikum zu nutzen. Auf folgende Herausforderungen, die den „neuen Konsumenten“ prägen, müssen Antiquare eine Antwort finden:

  1. Im Freizeitbudget spielen Bücher eine abnehmende Rolle. Zu schnellen Aussenreizen ist das Buch, das Eigeninitiative und Ruhe abverlangt, keine eskapistische Alternative.
  2. Klassische Bildung erodiert. Informationen nehmen zu, der Wissensstand sinkt auf breiter Front und lässt historische Kontexte ins Vergessen entschwinden.
  3. Antiquarische Angebote über das Internet sind eine erstrangige Konkurrenz zu den Ladenlokalen. Kundenbetreuung und Beratung, auch über Social Media, wird zum Kerngeschäft. Der erfolgreiche Antiquar ist heute Sammlungsbetreuer, der seine Kunden kennt und sie beim Aufbau seiner Bibliotheken oder Buchwünsche mit Rat und Tat proaktiv unterstützt.

Antiquariate als stille Orte der kontemplativen Begegnung zwischen Büchern und Interessierten sind antiquarische Relikte aus vergangenen Tagen, wie aktuelle Eindrücke von Zürich belegen. Mehr denn je gilt es, unkonventionelle Wege zu finden, die neuen Kundensegmente an ihren Orten aktiv aufzusuchen und im globalen Raum gezielt abzuholen. Die Zeichen der Zeit müssen erkannt werden. Sie rufen nach neuen Perspektiven im Antiquariat jenseits physischer Ladengrenzen. Wer das nicht befolgt, landet in der Papiermühle.

 

 

Käfigmenschen und Wohlfühl-Tiere

Freitag, den 4. März 2016 um 17:05

Viele Menschen zerreisst es fast: Die Welt wird von Tag zu Tag paradoxer. Wer in der Schweiz eine Wohnung sucht und nicht über das Einkommen eines Topbankers verfügt, muss mit immer kleineren Wohnungen zu immer höheren Miet- und Kaufpreisen zurechtkommen. Hatte eine 3,5 Zimmer-Wohnung vor zwanzig Jahren noch gut hundert Quadratmeter Wohnfläche, sind es heute im besten Fall 20% weniger, die für eine Familie zur Verfügung stehen.

Der Trend setzt sich fort. An der ETH Zürich in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Raumplanung wird die Schweiz der Zukunft mit elf Millionen Einwohnern geplant, vierzehn Millionen werden von den Architekten der ETH für möglich gehalten. Was in der Horizontalen keinen Platz mehr findet, wird vertikal gestapelt. In erster Linie der Mensch. Linke politische Parteien wollen deshalb eine nationale Landschaftsschutzinitiative lancieren.

Die neuen Käfigmenschen der Schweiz haben Vorbilder in Hongkong, wo man als Single heute schon in sargähnlichen „Zimmern“ unterkommen kann. In New York City werden Kleinwohnungen mit 25-30 qm angeboten, in der luxuriösen Londoner City gelten Garagenwohnungen schon als bequem.

Der Raum für Menschen wird immer enger bemessen. Keine WHO (World Humans Organization) macht sich für Menschenschutz bemerkbar; was heute WHO (World Health Organization) in Genf heisst, ist zu einer Notfallübung verkommen, die der Gesundheitskrisen und Epidemien kaum noch Herr wird.

Der junge und moderne Mensch wird freiwillig zum Käfigtier und, wen erstaunt dies?, das Nutz- und Zootier wird zum Wohlfühlwesen aufgebaut. In der Schweiz gibt es über 60 Tierschutzorganisationen, aber keine, die den Menschen vor seiner Ausbeutung bewahren will. Die Liebe zum Tier, welche jedes Jahr mehr kostet als der Unterhalt der Schweizer Armee, ist zu einer Industrie geworden. Wo 50% der jungen Bürger und Bürgerinnen bewusst keine eigenen Kinder mehr aufzuziehen möchten, müssen Knutschwesen aller Art, vom Frosch bis zum Koala, deren Funktion übernehmen.

Das Tierwohl hat auch dort Konjunktur, wo es an die Grenzen der Fragwürdigkeit stösst. Weniger als acht Prozent aller Schweizer sind Vegetarier oder Veganer. Der Europäer, ein omnivore, ein Milchprodukteliebhaber, ein Fisch- und Fleischesser seit über 5000 Jahren, hat längst gelernt, damit umzugehen. Ein Veganer, das sagt die Fachliteratur, lebt gefährlich, wenn er nicht sein ganzes Leben dieser Schmalspurkost und ihren Risiken widmet.

Warum erhalten Menschen immer weniger Platz auf unseren gut 44 000 qkm., welche die Schweiz ausmachen? Warum sollen Tiere nicht in Käfigen, welche die luxuriösesten der Welt sind, bis zur Schlachtung aufwachsen? Warum sollen sie immer mehr Platz, Raum, Beschäftigung erhalten und wir Menschen weniger? Rätsel über Rätsel.

Die Moral der Tierschützer erreicht die Menschen nicht mehr. Wenn täglich in einer Hühnerzucht-Grossanlage fünfzig Küken sterben, geht die Welt unter. Wenn täglich fünfzig Menschen vorzeitig sterben, oder auf der Flucht von einem Kriegsort im Mittelmeer ihr Leben lassen, weil die Natur Meerwellen erzeugen und Schiffe kentern können, weil die Luft schlecht und die Hitze gross ist, rührt sich keine Hand.

Unsere Kuschelpolitik führt dazu, dass, z.B. in Schweden, es im Juniorenfussball keine Sieger und keine Verlierer mehr geben darf; dies mit dem Grund, man dürfe sie keinem Stress aussetzen. Diese modernen Erzieher haben vergessen, dass der Mensch es lernen muss, zu siegen oder zu verlieren. Kämpfen oder kuscheln? Wer an der falschen Stelle kuschelt, wird verhauen.

Ich plädiere deshalb für mehr Menschen- und kein falsch verstandenes Tierwohl. Setzt die Menschen wieder in ihr Recht auf ein menschenwürdiges Leben ein und züchtet wie schlachtet Tiere so, dass deren Fleisch noch gekauft werden kann. Zuerst kommt der Mensch, dann das Tier. Das ist die richtige Priorität.

 
     
     
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