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Tagesarchiv für 23. Februar 2016

Schweizer Professoren stellen die Welt auf den Kopf

Dienstag, den 23. Februar 2016 um 16:13

Es ist äusserst mühsam, herauszufinden, was hoch bezahlte Uni-Professoren an unseren Schweizer Hochschulen treiben. Die offiziellen Jahresberichte bedienen sich einer Sprache und Darstellungsform, die den Zugang zur Information mehr erschwert als erleichtert.

Dennoch zeigen zwei Beispiele, dass es gerade Professoren an Schweizer Universitäten sind, die ganze Weltbilder infrage stellen können.

Volker Reinhardt, Historiker an der Universität Fribourg, die in hohem Masse katholisch geprägt ist, hat soeben bei C.H. Beck das Buch „Luther, der Ketzer. Rom und die Reformation“ vorgelegt. Darin wird aufgezeigt, wie „die gebildeten Italiener“ gegen die „barbarischen Deutschen“ Front bezogen, ganz so, als läge die Schlacht im Teutoburger Wald nicht 1500 Jahre zurück. Luther ist für die Südeuropäer ein zweiter Arminius.

Der Vatikan unterschätzte Luther und dessen Wirken, ganz wie Zentralmächte es immer schwer haben, von aussen kommende Barbaren zu bewerten. Ob wir Europäer die heutigen Vorgänge im Nahen Osten richtig bewerten, mag ebenso offen bleiben. Reinhardt, ein, was in Fribourg nicht erstaunt, romtreuer Autor, beschreibt den Luthersturm im Norden nicht ohne Sympathie. Das Versagen des Heiligen Stuhls wird erklärt, aber nicht bemäntelt.

Wo die Weltstädte ins Riesige anwachsen und Millionen Zuwanderer Westeuropa zu überfluten drohen, stellt sich die Frage: Ist günstiges Wohnen noch möglich? Die Antwort gibt Prof. Dietmar Eberle von der renommierten Eidg. Technischen Hochschule Zürich (ETHZ). Eberle will nicht mehr, wie dies heute der Fall ist, pro Person 50qm Wohnfläche zur Verfügung stellen, sondern wieder jenen neun Quadratmetern annähern, wie dies vor hundert Jahren in der Schweiz zutraf. Im chinesischen Nanjing, so argumentiert er, erhalte man für ein durchschnittliches Jahresgehalt drei Quadratmeter Wohnraum, in Zürich 12 qm. Eberle folgert: Wir verbrauchen zu viel Platz und meint, die meisten Menschen würden ohnehin lieber in einer Stadt und damit enger wohnen.

Revolutionäre Anstösse aus der Schweiz? Ja, aber auf einer Flughöhe, die kaum bemerkt wird.

 
     
     
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