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Keine Wärme am WEF

21. Januar 2016 um 10:37

Prof. Dr. Klaus Schwab, der beste Partymanager der Welt, sah sich in der Vergangenheit dem Friedensnobelpreis schon näher, als dies heute der Fall ist. Unterstützt von einem gestürzten deutschen Wirtschaftsminister, Philipp Rösler, und tausend Mitgliedern seines Weltklasse-Forums, will er den sicher darob gelangweilten 1300 weiteren Gästen des Forums „Die vierte industrielle Revolution“ nahe bringen, ein Thema, das schon seit mehr als fünf Jahren die besten Geister beschäftigt.

Siemens-Chef Joe Kaeser lobt Davos als „Einzigartigen Marktplatz“. Sollte er die Finanzergebnisse seines Konzerns in diesem Jahr nicht auf Vordermann bringen, ist seine Teilnahme im kommenden Jahr nicht mehr gesichert, ganz wie es Joe Ackermann erleben musste, der mangels tragender Funktionen im obersten Management schon vor einem Jahr das Handtuch werfen musste.

Schwab gibt seit Jahrzehnten vor, die Welt zu retten. In diesem Jahr nennt sich die Zauberformel „Humanitarian Impact“-Initiave, wo Königin Rania von Jordanien und Peter Maurer vom IKRK in Genf die Supermanager der Welt darum bitten, nicht Geld, sondern eigene Produkte zur Verfügung zu stellen, um jene 52% der Menschheit zu retten, die total ebenso viel verdienen wie die 62 Reichsten der Welt.

Leonardo di Caprio, der talentierte schottische Geschichtsplauderer Niall Ferguson und UBS-Präsident Axel Weber als Grossbanken-Guru werden Rationalität fordern, wo global fünf Millionen Arbeitsplätze noch in den kommenden fünf Jahren auf dem Spiel stehen, die von den digitalen Wunderkindern vernichtet werden. Sebastian Vettel und Bertrand Piccard fordern deshalb zu neuen Extremleistungen auf.

Weil nirgendwo Optimismus zu spüren ist, die zunehmende soziale Kälte das Davoser Klima weiter verschlechtert und der globalen Demonstration des Pessimismus in Davos nicht einmal eine Gegendemonstration die Ehre erweist, sind die sündteuren Sicherheitsmassnahmen des Bundes ebenso wenig der Rede wert wie das Welcome unseres Bundespräsidenten, das jene gepflegte Langeweile aufweist, die der Situation keineswegs angemessen ist.

Es geht heuer in Davos weniger um Zerstören und Erschaffen gemäss Weber’scher Maxime, sondern um Aufbruch für wenige, Abbruch für viele und Hoffnung für noch mehr, die sich in die Zukunft treiben lassen.

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