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Kennen Sie Dr. Thomas Edward Gullickson?

19. November 2015 um 17:20

Sie werden Dr. Thomas Edward Gullickson nicht kennen, obwohl er Ihr Schicksal in der Schweiz ganz erheblich beeinflussen kann. Es handelt sich um einen eher pausbäckigen US-Amerikaner, der in Bern am Autokennzeichen CD-BE 1 erkannt werden kann. Gullickson, der eine der grössten dunklen Limousinen in Bern fährt, ist der neue Nuntius der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz.

Er ist damit die direkt dem Vatikan unterstellte zentrale Aufsichtsperson, welche als „Seine Exzellenz“ alle Schweizer Bistümer auf ihre Rechtgläubigkeit hin überwacht und letztlich auch die katholischen Bischöfe auswählt, welche nicht nur unsere katholischen Pfarrherren bestimmen, sondern auch den Geist der Kirche prägen.

Offiziell wurde die Berufung bisher nur einem kleinen Kreis Auserwählter und Eingeweihter mitgeteilt. Das Schweizer Kirchenvolk („Chillebank-Christe“), einer der besten Kirchensteuerzahler und Spender für gute Dinge in der ganzen Welt, muss mit derlei nicht behelligt werden. Wir sind daran gewohnt, dass US-Amerikaner unsere Konzerne führen, warum nicht auch die Kirche?

Doch Dr. Thomas Edward Gullickson kommt in einer latent angespannten Zeit in die Schweiz. Der als sehr Rom-treu geltende Prälat sieht sich einer hunderte von Priestern umfassenden kritischen Gegnerschaft gegenüber, die jede seiner Bewegungen genau beobachten und kommentieren werden. Eine seiner wichtigsten Aufgaben wird es sein, das Bistum Chur zu teilen, indem Zürich nach 200 Jahren einen eigenen Bischof erhält. Monsignore Martin Grichting in Chur wäre dafür zweifellos ob seiner scharfen Intelligenz und Rom-Treue geeignet, aber das Zürcher und Innerschweizer Volk würde mit grossem Beifall wohl nur den Einsiedler Mönch Martin Werlen, vormals erfolgreicher Abt dieses Klosters und international bekannter Buchautor, begrüssen. Martin Grichting werfen seine eigenen Glaubensbrüder Zynismus vor, Mönch Martin gilt der römischen Kurie als zu progressiv in vielem, obwohl sein Bekenntnis zum amtierenden Papst, Franziskus I., als echt gelten darf.

Auch das Bistum Fribourg, eines der grössten der Schweiz, soll geteilt werden. Die Genfer warten schon lange auf einen eigenen Bischof. Dieser wird einem der multikulturell anspruchsvollsten Bistümer der Schweiz vorstehen müssen, dessen globale Ausstrahlung gross sein wird. In der hohen Genfer Diplomatie braucht man einen römisch-katholischen Bischof von Weltrang, der auch in den Seegemeinden gut aufgenommen wird. Dies alles muss Seine Exzellenz Dr.T. E. Gullickson glücklich einer Lösung zuführen.

Die Aufgabe, der rk Kirche in der Schweiz wieder Leben einzuhauchen, gilt nur deshalb als leicht, weil es der Reformierten Kirche, wo die Zahl der Austritte grösser ist, viel schlechter geht. Letztlich sind es die Freikirchen, wohin sich der liberale und gebildete obere Mittelstand flüchtet, wenn er seinen Glauben leben will.

 

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