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Tagesarchiv für 25. August 2015

Zwei echte und ein falscher Schweizer

Dienstag, den 25. August 2015 um 8:54

Das spätsommerlich leuchtende Wochenende vom 22. und 23. August schuf an drei Standorten Klarheit darüber, wer sich zur Elite zählen darf und zur Schweiz bekennt – und wer nicht.

Auf das Rütli zog eine Wallfahrt von gut 3000 Hauseigentümern, eingeladen von Ansgar Gmür, dem Direktor des Schweizerischen Hauseigentümerverbandes (HEV). Es waren nicht die urbanen Neureichen, welche sich dort versammelten, um das 100jährige Verbandsjubiläum zu feiern, sondern Vertreter des oberen Mittelstandes der Schweiz aus 26 Kantonen. Gmür im weissen Sennenkittel hiess sie die Landeshymne zu singen, was mit Inbrunst getan wurde. Bundesrat Ueli Maurer erinnerte in seiner Festansprache daran, dass die Bewohner der Schweiz die Hausordnung beachten müssten. Die Begriffe Ausländer und Flüchtlinge fielen nicht, aber alle wussten Bescheid. Die Rütliwiese gehörte an diesem Tag dem wahren Schweizer Volk; dieses genoss den Tag und sich selber.

Gut zwei Autostunden südöstlich davon, im Oberwalliser Ulrichen, hatte zur gleichen Zeit FIFA-Präsident Sepp Blatter zum 18. Sepp Blatter-Turnier geladen. Die Walliser feierten ihren berühmtesten Landsmann, der gegen massive Widerstände aus dem europäischen Fussball den Weltfussball gemacht hat. Eine schwarze Ringkuh wechselte den Besitzer; sie wird künftig für Sepp Blatter kämpfen. Bei einem Glas Fendant wurde klar, bisher gibt es um Kampf um die FIFA-Spitze noch keinen echten Herausforderer für den global erfolgreichsten Walliser aller Zeiten.

Derweil bestätigte im Zürcherischen Kloten der CEO der „nationalen“ Fluggesellschaft Swiss, Harry Hohmeister, dass die Gerüchte um seinen bevorstehenden Abschied aus der Schweiz nicht unbegründet seien. Der deutsche Karrieremanager hat als Nachfolger von Christoph Franz die Swiss auf Vordermann gebracht und fühlt sich für höhere Aufgaben im Lufthansa-Vorstand berufen. Hohmeister wie Franz sind falsche Schweizer, benutzten sie die Swiss doch nur als Karrieresprungbrett auf Kosten von über 300 000 Anwohnern des Flughafens Kloten, die unter den lärmenden und stinkenden Immissionen der Swiss und ihrer Flugzeuge leiden. Hohmeister betreibt zudem das Projekt der Südstarts ab Kloten, womit weitere 200 000 Anwohner ganztäglich belärmt werden sollen.

Echte Schweizer sollen erfolgreich sein, gleichzeitig aber auch an das Land und seine Menschen denken. Mit „3rd country nationals“, die einige Jahre hier leben und Geld verdienen, sich aber keinen Deut um das Land kümmern, macht die Schweiz nur Verluste, Brady Dougan von der Credit Suisse sei mein Zeuge. Peter Brabeck-Letmathé, der erfolgreiche Österreicher als Nestlé-Präsident, investiert immer wieder in unser Land.

Zwei echte und ein falscher Schweizer haben an diesem Sommerwochenende Zeichen gesetzt. Ansgar Gmür, der St. Galler aus Amden über dem Walensee, darf ebenso als Vollschweizer gelten wie Sepp Blatter, der Walliser. Sie haben das Land reicher gemacht und feiern es mit ihren Freunden.

 
     
     
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