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Schneller im Ausland einkaufen

17. August 2015 um 9:12

Der Schweizer Detailhandel erlebt bittere Zeiten, denn wer als Schweizer in der Nähe einer Grenze lebt, kauft jenseits der Schweiz billiger und oft sogar besser ein. Die Basler Verkehrsbetriebe unterstützen seit Monaten diesen Trend, indem sie von Basel-Stadt aus eine direkte Tramlinie nach Lörrach eingerichtet haben. Die Basler steigen jetzt inmitten des Lörracher Einkaufszentrums mit vollen Taschen ins Basler Tram nach Hause und fahren an den leeren eigenen Boutiquen und teuren Restaurants vorbei.

Derlei lässt die St. Galler nicht ruhen. Ab Mitte Dezember, also rechtzeitig zu den Weihnachtseinkäufen, erhalten sie nun eine SBB-Direktverbindung durch den Thurgau nach Konstanz. Fünf Züge täglich in beide Richtungen sollten den Einkauf im badischen Konstanz erleichtern. Per Ende 2018 will die SBB einen stündlichen Pendelverkehr zwischen beiden Städten einrichten.

Noch mehr zu lachen ergibt die Rechnung für Schweizer Züge nach Konstanz: Der Schweizer Steuerzahler übernimmt 84 % der jährlichen Kosten von Fr. 750 000 für diese Zugsverbindung, Konstanz zahlt nur 16% der Kosten.

Die Schweiz subventioniert damit den Einkauf im Ausland, sei es in Basel oder St. Gallen. Seldwyla allerorten.

Ein Kommentar zu “Schneller im Ausland einkaufen”

  1. Ilse Oehler

    Da vergeht nicht nur mir das Lachen! Der aufgezeigte Sachverhalt zielt auf den wunden Punkt. Das sind nachdenklich machende Fakts. Zusammenhalten war die Devise unserer Vorfahren. Ein Musterbeispiel, mein Vater. Um das Gewerbe vorwärts zu bringen in der ärmlichen Region St. Galler Rheintal, nahe zum heruntergewirtschafteten Vorarlberg, verbündete er sich, der Unternehmergeist u.a. kath. Kirchenpräsident, mit den reformierten Gewerblern. Dazu brauchte es Weisheit. Sie spannten zusammen in den Nachkriegsjahren und gründeten die Baugenossenschaft „Eichholz“. So lernten die Handwerker sich nicht zu bekämpfen, sondern gemeinsam mit Wertschätzung weiterzukommen. Daraus resultierte u.a. manches Glück, so auch für junge Familien. Günstige, qualitativ gut gebaute Doppeleinfamilienhäuser, dort glücklich und selbstbewusst aufwachsende Kinder. Eindrücklich ein Beispiel davon. Noch heute begegnen Nachkommen, in ihren Augen leuchtende Dankbarkeit. Eine Referenz an unseren Vater und unsere Mutter. Die Sitzungen haben bei uns zuhause abends bis in die tiefe Nacht stattgefunden, tagsüber arbeiteten alle Genossenschafter hart.
    Pioniergeist, Wegbereiter solche Entscheide bei SBB-Verkehrsstrategen und Raumplanern? Richtig so. Allein selig machende Entscheide ohne situativen ganzheitlichen Einbezug massgebender Politiker, dem betroffenen einheimischen Gewerbe sind nicht „zielführend.“ Denn das Herz, der Kopf, der Verstand unserer leidigen „Fremdgänger“, den Einkaufstouristen sind in keiner Weise solidarisch mit unserem einheimischen Gewerbe. Die Zukunft wird uns eindeutig die Augen öffnen, die Prognosen zeigen solches Handeln auf. „Win-Win“ heisst Doppelsieg. Aber für wen? Das ist eine Überlegung wert.

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