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Tagesarchiv für 2. Juli 2015

Deutschland hat wieder einen Staatsdenker

Donnerstag, den 2. Juli 2015 um 16:52

Bundespräsident Gauck, in Deutschland das Pendant zur englischen Königin, ist eher ein gebildeter Unterhaltungskünstler, der als ehemaliger Pfarrer die Kunst der Tröstung meisterlich beherrscht.

Von ganz anderem Kaliber ist Heinrich August Winkler, 76, den man aufgrund seiner Bücher, Texte und Interviews einen neuen deutschen Staatsdenker nennen darf.

Winkler ist nicht nur allzeit brillant, sondern stellt auch einen Mann von Goethe’scher Statur dar. Sich ihm entgegen zu stellen, ist physisch wie psychisch anspruchsvoll.

Was ist seine Botschaft?

Deutschland muss seine Rolle als Weltmacht wahrnehmen, dies aber nur im weisen Zusammenspiel mit den westlichen Atlantikern. Angesichts des dauerhaften Zitterns auf höchster Ebene, sei es in die Regierungen, der NATO oder der EU, verlangt er Stabilität und Klarheit im Grundsatz.

Offensichtlich ist er auch ein NATO-Philosoph, bezeichnet er Wladimir Putin doch als jemand, der einen Keil in EU und NATO treiben wollte, dessen ungeachtet, dass es EU und NATO waren, die ihre Front nach Osten ausweiteten und stärkten.

Als Schweizer sollten wir dies in völliger Unabhängigkeit beurteilen. Deutsche Staatsdenker waren für unser Land nie ganz ungefährlich.

Wenn Topmanager den Faden verlieren…

Donnerstag, den 2. Juli 2015 um 11:48

 

„Ich höre nur auf meine innere Stimme“, sagt der erfolgreiche 50jährige Topmanager, der vor mir sitzt. Es sind ihm zehn Mitarbeiter direkt unterstellt, die einen höllischen Respekt vor ihm haben. Der Firma geht es gut; sie wird von der Branchenkonjunktur getragen.

„Ich verlasse mich stets auf meine Intuition“, fährt er fort. Aha, sage ich mir, Weiterbildung ist weniger seine Sache, diszipliniertes Lernen wohl auch nicht.

Sein geistlicher Berater ist Mathieu Ricard, der zum buddhistischen Mönch mutierte einstige Wissenschaftler. Ricard ist hoch intelligent, sage ich mir, nicht die dümmste Idee, aber ein wenig abgehoben.

Einen Tag später sitze ich einem Unternehmer gegenüber. „Ich lese keine Medien mehr“, sagt er. Richtig, sein Schicksal hängt von vielen Mitaktionären ab. Aber wie will er den Gang der Dinge ohne Medienlektüre richtig einschätzen? Er hat grosse Probleme, will aber nichts von ihnen wissen.

Viele Wirtschaftsführer, die ich kennen gelernt habe, leben von internen Berichten, die so formuliert sind, „dass der Alte sich nicht aufregen muss“. Sie leben vom Urteil ihrer Frauen oder dem wechselnder Partnerinnen. Geht es um Marketing, Kommunikation oder Verkauf, rufen sie Professoren, die noch nie eine grössere Einheit geführt haben. Am Ende verlieren sie die Lust an einem Vorgang, weil die „compliance“ Einspruch erhebt.

Es ist anspruchsvoll geworden, Unternehmer oder Topmanager zu sein. Das beweisen der VW-Konzern, die grossen Banken, aber auch viele KMU täglich.

 
     
     
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