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Roger de Wecks barockes SRG-Ballett

8. Mai 2015 um 12:55

Mit dem Freiburger Roger de Weck hat die SRG einen Generaldirektor, der inhaltliche Stärke mit operativer Schwäche verbindet. Das Schweizer Volk läuft seinen Sendern davon, der SRF 2-Kultursender wird gerade noch von 50 000 Zuhörern eingeschaltet. Das ist mehr eine Bankrotterklärung für die Deutschschweizer als für den Sender selbst, der das Programm popularisiert hat, um an Relevanz zu gewinnen. Ein Schwächezeichen.

Roger de Weck fürchtet, dass das Schweizer Volk am 14. Juni seine neue Billag-Steuer ablehnt. Ich entdecke tatsächlich auf meinen Reisen durch das Land nur wenige überzeugte Verteidiger dieses neuen Finanzinstruments, es sei denn unter Staatsangestellten, die zur Treue verpflichtet sind.

De Wecks Krux ist es, dass er „gutes Radio und TV verspricht“, aber seine Mitarbeiter dies bei weitem nicht liefern. Der Begriff „gutes“ ist ohnehin so dehnbar wie „gutes Glacé“. Jedermann hat die freie Wahl, aber Menschen mit Ansprüchen lehnen derlei ab. De Weck verteidigt seinen Sender: „Kommerzielles Fernsehen ist immer Boulevard-Fernsehen.“ Mir will nicht einleuchten, dass ich mir derlei antun und dann auch noch (Büro, privat) mehrfach dafür bezahlen soll.

Nun spürt Roger de Weck, der in seinem Leben viele berufliche Hürden leichtfüssig übersprungen hat, plötzlich den Widerstand jener Vielen, die mit seinen Programmen nicht zufrieden sind. Einige Beispiele:

– Auf Radio DRS 1 kommen jeden Morgen zwischen 06.00 Ihr bis 08.00 meist die gleichen Nachrichten. Diese Ödnis ist erschreckend.

– Die Monotonie der Auslandnachrichten über Kriegshandlungen im Mittelmeer-Raum verleitet zum Abschalten. In ausländischen Sendern in Europa stehen Inlandnachrichten im Vordergrund und diese werden stündlich ergänzt. Diese Art von Qualität sagt mir zu.

– Wenn unsere TV-Nachrichtensprecher mit der gezierten Eleganz von Perlhühnern ihre Litaneien vortragen, fehlt mir die „human power“. Jegliche Natürlichkeit wurde ihnen abtrainiert; sie wirken so glatt wie das Mobiliar im Studio.

Wenn SRG-Präsident Raymond Loretan, ein Berufslobbyist aus den Rängen der CVP, seine 23 000 Mitglieder der föderalen SRG-Trägerschaft als Argument ins Feld führt, dies sei das Volk, entspricht dies einem Wahrheitsgehalt von maximal 20%, denn dieses kantonal gegliederte Forum ist ein Wohlfühlzirkel für Altpolitiker jeglicher Couleur.

Ich werde die neue Billag-Steuer am 14. Juni ablehnen, denn die SRG ist nicht in der Lage, die Welt, wie sie auf die Schweiz Einfluss nimmt, richtig darzustellen. Sie kann dies nicht, weil sie politisch Rücksicht nehmen muss und oft nicht über qualifizierte Mitarbeiter verfügt, die über ihre eigenen Grenzen hinaus denken und formulieren können. Roger de Weck wird weiterhin behaupten, er und seine Mitarbeiter seien völlig unabhängig. Wer dies glaubt, darf als harmlos gelten. Damit hat die SRG ein wichtiges Ziel erreicht: Der harmlose Schweizer, welcher regelmässig seine Gebühren abliefert, ist der Idealfall. Wer noch Fragen hat, möge hinten anstehen.

 

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