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Tagesarchiv für 4. Mai 2015

Der Untergang Grossbritanniens

Montag, den 4. Mai 2015 um 10:20

Natürlich sind wir Schweizer viel zu gut erzogen, um den Engländern, welchen unseren alpinen Tourismus erfunden haben, der uns seit 160 Jahren Milliarden eingebracht hat, vorzuwerfen, ihr „Great Britain“ sei am Ende. Es sind die US-Amerikaner, die voller Enttäuschung bemerken, dass ihr bester Verbündeter in Europa immer ärmer, immer verschuldeter und immer weniger in der Lage ist, an der Seite Washingtons die Welt zu befrieden.

Immerhin hat sich Anthony Atkinson aufgemacht („Inequality: What can be done?“) für England aufzuzeigen, wie man an frühere Goldene Zeiten wieder anschliessen kann, wo nicht nur globale Milliardäre die City belebten, sondern jener englische Bourgois noch vorherrschend war, der seit dreissig Jahren zunehmend verarmt ist.

Der Versuch, England wieder aufzurichten, denn das „British Empire“ ist verloren und Schottland und Wales suchen Wege, der Londoner Herrschaft zu entkommen, dürfte als misslungen gelten. War es nicht Sir Winston Churchill, Sohn einer amerikanischen Mutter, der in Omdurman und von den Burenkriegen an über Gallipoli bis zum Zweiten Weltkrieg den Versuch machte, das Reich der Engländer wieder aufzurichten? Er scheiterte, wurde abgewählt, bis zu Tony Blair, der im Gefolge der Amerikaner die Iraker besiegen wollte, ging es bergab.

Die Engländer hatten Helden. Sie hiessen in der grossen Zeit des 19. Jahrhunderts Joseph Thomson, Livingstone und Mungo Park, Kapitän Cook und Sir  John Franklin, Captain Scott und „Ruffian Dick“, Richard Burton, der Mekka und Medina besuchte, als es noch, unter Todesstrafe, verboten war. Heute schlägt dort auf dem Turm eine Schweizer Uhr, ein Zeichen der Zivilisation.

Grossbritannien ist als „British Empire“ zuerst zerfallen, vom „nackten Mönch Gandhi

ebenso besiegt wie von den eigenen Ambitionen. Die uralte Königin Elisabeth II. hält noch zusammen, was längst nicht mehr existiert. Der Niedergang Englands ist identisch mit dem Frankreichs, der Niederlande, Belgiens und mancher anderer einst grosser Nationen.

Die Schweiz hat überlebt, weil sie klein und wenig auffällig, eher schwach, gewesen ist. Vielleicht werden wir die letzten sein, die noch vom alten Europa künden können.

 

Grösste Schweizer Medienhäuser krisenbehaftet

Montag, den 4. Mai 2015 um 8:40

Eigentlich hat niemand damit gerechnet: Michael Ringier setzt für die ganze „Blick“-Gruppe einen neuen Oberaufseher und Gestalter ein, den deutschen Journalisten Wolfgang Büchner, einen Kurzzeit-Chefredaktor des Hamburger „Spiegel“, der dort die ganze Redaktion gegen sich aufgebracht hatte.

„Blick“ und „SoBli“ verlieren trotz René Lüchinger und Christine Maier laufend an Leserschaft. Bei Lüchinger mag es daran liegen, dass er einen „Skandal“-Kurs fährt, den das müde gewordene Schweizer Volk einfach nicht verkraftet. Des Volkes Seele will Ruhe und nur mässige Aufregung. Der „Sonntags-Blick“ ist langweilig geblieben und kann mit den anderen Sonntagszeitungen einfach nicht mithalten.

Die Krise bei Ringier bedeutet Substanzverlust, die Krise der SRG vor der Billag-Abstimmung bedeutet Imageverlust und das Risiko, langsamer ausbauen zu müssen. Gewerbeverbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler hat die SRG in die Zange genommen, gefolgt von der FDP Schweiz und Teilen der Sozialdemokraten, darunter die wackere SP-Ständerätin Anita Fetz, die immer schon ein Gespür für die Volksmeinung hatte.

Die SRG mit Roger de Weck an der Spitze zeigt drei Schwächen:

  • Sie will auf keinen Fall eine Qualitäts-Diskussion über ihre Sendungen führen. Jeder gebildete Mensch weiss,  dass darunter viel Schund ist, weshalb die Auslandsender laufend gewinnen.
  • Sie will nicht ober Roger de Wecks Jahreseinkommen diskutieren, das im Geschäftsbericht sogar zu tief angegeben wurde.
  • Sie will auch nicht zugeben, dass sie während vielen Jahren fälschlicherweise 30 Millionen Franken zu viel an TV-Gebühren kassiert hat. Diese MwSt-Zulage wurde ihr nun gerichtlich untersagt.

Beide, Ringier und die SRG, haben ein Problem. Es sieht nicht so aus, als wolle man sich, in Zürich wie in Bern, demnächst der Realität stellen.

 

 
     
     
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