Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  


Touristenflucht nach Österreich

30. April 2015 um 16:57

Mehr denn je fliehen auch Schweizer Wintertouristen in die Nachbardestination Österreich. In der letzten Wintersaison (Nov-März) übernachteten Schweizer fast zwei Millionen Mal jenseits des Arlbergs, die Angebote der heimischen Hotellerie verweigernd.

Während die Schweizer Touristiker immer weitere Strecken fliegen müssen, um schlecht zahlende chinesische und indische Touristen in die Schweiz zu bringen, zieht es die Deutschen, die Holländer und die Engländer mehr denn je in die benachbarten Berge.

Ich frage mich, die beiden Tirol gut kennend, warum Graubünden, das Wallis und das Berner Oberland es nicht mehr schaffen, die eigenen Leute im Land zu halten und die „guten Nachbarn“ wieder über die Grenze zu holen? An den Bergen kann es nicht liegen, denn diese sind auf jeden Fall dramatischer, höher und besser mit technischen Hilfsmitteln ausgestattet als Österreich sie bietet.

Es kann auch gut sein, dass ein europäisches Mittelstands-Proletariat sich die Schweizer Preise nicht mehr leisten will. Wer wenig Geld flüssig hat, kann auch keines ausgeben. Jedoch, da bin ich sicher, sind es auch wohlhabende Schweizer und andere Europäer, die es nach Österreich zieht.

Ich gebe zu, dass ich, obwohl halber Walliser und Fan der Bündner wie der Berner Berge, die Werbung der Österreicher in unseren Medien bei weitem besser finde als alles, was von Schweiz Tourismus sichtbar ist. Bei uns ist alles schrecklich computerisiert und IT-gestylt gestaltet. Der Auftritt der Österreicher spricht mich mehr an.

Ein gutes Beispiel für die Hilfslosigkeit unserer Schweizer Werber ist unser Pavillon an der Weltausstellung in Milano. Wer diese schrecklichen Silos gut findet, muss Gurken auf den Augen haben. Schweiz-Werber Bideau ist gescheitert und gehört abgelöst. Nur, wem fällt derlei ein? Unser miserabler Auftritt in Milano, der viele Millionen Franken kostet, wird keinen einzigen Touristen über den Gotthard zu uns locken. Dort wird die Schweiz als Staatskultur mit Staatsgeldern präsentiert, ganz wie die gescheiterte DDR dies einmal versucht hat und gescheitert ist.

Es ist offensichtlich: Wir werben im Ausland für die Schweiz ohne Liebe und Zuneigung, ohne wirkliche Kenntnis der Stärken des Landes und ohne jenes „savoir faire“, welches die Österreicher uns voraus haben. Wie Hoffmann-La Roche von Österreichern gerettet wurde, wie der Nestlé-Konzern von Peter Brabeck aufgebaut wurde, wie Veit Dengler dies jetzt als CEO für die NZZ-Gruppe leisten muss, so sollten wir an die Spitze von Schweiz Tourismus einen Österreicher berufen, der noch weiss, wie die Schweiz als Ferienland zu retten ist. Es stellt sich nur die Frage, ob wir gerettet werden wollen oder es vorziehen, unsere staatlichen und privaten Renten zu sichern, die uns ein schönes Leben verschaffen, wo echte, kontrollierte Leistung ein Fremdwort geworden ist.

Einen Kommentar schreiben:

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog