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Der Frauenkrieg in den Medienhäusern

10. März 2015 um 9:19

Der Verband Schweizer Medien hat Glück, dass er von einer Frau als Direktorin geführt wird, Verena Vonarburg. Wäre es ein Mann gewesen, der auf den Aufruf von über hundert Journalistinnen und Journalisten in Sachen Frauenkarrieren in den Medienhäusern in gleicher Art geantwortet hätte, er wäre heute schon gekreuzigt.

Verena Vonarburg, früher radikale Journalistin, heute im Dienst der Arbeitgeber, verteidigt ihren ex Chef Res Strehle gegen den Ansturm emanzipatorischer und zum Teil frustrierter Journalisten aller Geschlechter, die bis 2016 einen 30 Prozent-Anteil in den medialen Führungsetagen verlangen. Sie lehnt diese Forderung ab.

Frauen begegnen mir im Tagesgeschäft vor allem bei den Soft-Themen. Geht es um Wirtschaft und Politik, spielen sie eine sehr geringe Rolle. Überdurchschnittlich beschäftigen sich viele Redaktorinnen mit Frauenthemen. Meistens sind es Frauen, die andere Frauen interviewen, was auf den geneigten Leser auch monoton wirken kann. Ausnahmen, wie Claudia Steinmann, Geschäftsführerin und Redaktionsleiterin, die bei Züri Plus auch regelmässig „männliche“ Themen behandelt, bestätigen nur die Regel.

Um in das Management zu kommen und dort dauerhaft etwas zu leisten, braucht es mehr als Talent. Vor allem ist ein Arbeitswille notwendig, der das Normalmass bedeutend übersteigt. Heute feiert Sepp Blatter,  der Präsident der FIFA, seinen 79. Geburtstag. Geht er im benachbarten Zürcher Zoo oder in den Walliser Alpen spazieren? Nein, er sitzt am Schreibtisch und arbeitet – und dies seit vierzig Jahren.

Das oft zu hörende Argument, man könne so nicht glücklich werden, wird von jenen Menschen widerlegt, die gleichzeitig erfolgreich und glücklich sind. Heinrich Villiger, der Cigarren-Unternehmer, ist auch so ein Fall. Ich kenne wenig glücklichere Menschen als ihn, die Arbeit ist für ihn kein Zwang.

Wer nur von 9 Uhr morgens bis 16.00 Uhr am Nachmittag arbeiten will, wird nie eine richtige Karriere machen. Das gilt auch für ehrgeizige Journalistinnen. Ohnehin sind Spitzenmanager und erstklassige Journalisten in einem gleich: Ihr Kopf arbeitet immer. Sie sind immer bei der Sache und haben keine Zeit, Resolutionen zu formulieren oder zu unterschreiben.

 

 

 

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