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Tagesarchiv für 5. Februar 2015

Die NZZ hat einen Schatten-Chefredaktor

Donnerstag, den 5. Februar 2015 um 15:02

Noch immer rätselt das gebildete Zürich, wer als neuer Chefredaktor der einst in ganz Europa renommierten „Neue Zürcher Zeitung“ den Ruf der Zeitung wie des Landes verteidigen wird. Derweil sieht man den Zürcher Freisinnigen Markus Somm an den besten Tischen der Limmatstadt sitzen und lächeln. Er war vom Verwaltungsrat der NZZ-Gruppe einstimmig zum neuen Chefredaktor gewählt und dann von einer internen Revolte vor Vertragsunterzeichnung infrage gestellt worden. Markus Somm ist damit zum Schatten-Chefredaktor der NZZ bestimmt, an dem alle Nachfolger gemessen werden.

Wie kam es zu diesem untragbaren Zustand, einer Seldwyla’schen Tragödie Gottfried Keller’schen Zuschnitts?

Es ist der Führungsschwäche des überlasteten VR-Präsidenten Etienne Jornod zuzurechnen, dass die einstimmige Berufung von Markus Somm misslang. Jornod, unter Zeitdruck vor einer Asienreise, gab nach dem einstimmigen Grundsatzentscheid des VR’s dessen Umsetzung intern weiter. Markus Spillmann wurde unnötigerweise zu früh zum Rücktritt aufgefordert, was die Spekulationen um dessen Nachfolge intern und extern auf die Spitze trieb.

Wo grosse Unsicherheit herrschte, trat die Mäzenin Caroline Müller-Möhl in Erscheinung, die, ihr Ersturteil ändernd, als VR NZZ intern ihr Misstrauensvotum gegen Somm aussprach und durch ihren Zürcher PR-Berater Kaspar Loeb verbreiten liess. Die verunsicherte NZZ-Redaktionsmannschaft forderte Klarheit. Markus Somm zog seine Kandidatur zurück.

Seither herrscht Ratlosigkeit bei der NZZ. Auslandchef Erich Gujer gilt als Kronprinz, Inlandchef René Zeller, dessen Führungsstil als umstritten gilt, ist nicht ohne Chancen. Feuilletonchef Martin Meyer, dessen Leistung europaweit wie in Zürich grossen Anklang gefunden hat, hält sich völlig zurück.

CEO Veit Dengler baut derweil sein NZZ-Kleinprojekt in Wien aus. Die moderne Druckerei in Schlieren wird gegen alle Proteste geschlossen. Wie künftig die stolze NZZ-Fahne liberaler Freiheit europäisch sichtbar geschwungen werden soll, ist offener denn je. Markus Somm, welcher derzeit sein „Marignano“-Buch fertig schreibt, lächelt, denn die Schlacht an der Falkenstrasse hat er mit Gewinn überstanden.

 

 
     
     
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