Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  


Das Nationalbank-Rätsel

3. Februar 2015 um 8:55

Es ist beeindruckend, wie viele Menschen sich dagegen zur Wehr setzen, den jüngsten Währungsentscheid der Schweizerischen Nationalbank zu verstehen.

In der Stufe 1 wurde der Franken an den Euro angebunden; das Experiment dauerte dreieinhalb Jahre und verschaffte der Schweizer Exportwirtschaft, vor allem dem Maschinenbau, hohe Subventionen auf Kosten der Kantone und ihrer Bürger, die letztlich Eigentümer der Nationalbank sind.

Als dies nicht mehr durchgehalten werden konnte, die Nationalbank mit 500 Milliarden im Obligo stand, wurde die Übung über Nacht abgebrochen mit der Folge, dass es „Betroffene und Nichtbetroffene“ gab (Prof. Dr. Thomas Jordan). Die älteren Ausländer, welche in der Schweiz leben, erhalten nun tiefere Euro-Renten. Wer Aktien- und aktienähnliche Anlagen hatte, war mindestens kurzfristig etwas ärmer. Lebensbedrohend ist die Frankenkrise für leichtsinnige Währungsspekulanten oder ausländische (Hypothekar-)Kreditnehmer wie auch in Franken verschuldete Städte und Gemeinden im Ausland.

Nicht sonderlich beeindruckt zeigen sich die grossen multinational-global tätigen Konzerne, es sei denn, sie rechnen in Franken ab. Schwere Umstellungen erwarten Schweizer Kleinkonzerne vom Stil Lonza oder Spuhler Holding, denn die neue Währungssituation wird sich in den kommenden zwei Jahren kaum verbessern. Stürzt der Euro weiter ab, muss die Nationalbank entweder wieder zukaufen oder die Produktions- und Absatzkrise in der Schweiz verschärft sich.

Gestärkt wird auch die ausländische Konkurrenz, die billiger liefern kann. Gestärkt werden ausländische Dienstleister, die in der Schweiz neue Absatzmärkte suchen.

Gesucht wird ein Schweizer Wirtschaftsminister, der nicht nur vom Maschinenbau und der Exportindustrie etwas versteht, sondern auch von Banken, Finanzgesellschaften und anderen Dienstleistern. Johannes Schneider-Ammann will nach perfekter Vorgabe seiner Liberalen gar nichts tun; die Dinge sollen alleine ins Lot kommen.

Nationalbank-Präsident Thomas Jordan hat das gute Gewissen, eine Fehlentwicklung abgebrochen zu haben. Die Schweiz ist, wieder einmal, mehr denn je zum Hort der sehr Reichen geworden, „The Golden Nugget oft he World“, nichts für arme Leute.

 

Einen Kommentar schreiben:

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog