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Scheitert die bürgerliche NZZ?

19. Januar 2015 um 10:47

Die Samstagausgabe der „Neue Zürcher Zeitung“ war brillant, vor allem aber das Feuilleton, wo Feuilleton-Chef Martin Meyer einen „danse macabre“ der europäischen Elite des 20. Jahrhunderts aufführen liess.

Wie am Sonntag gut informierte Journalisten uns wissen liessen, hat der gleiche Martin Meyer, ein Repräsentant der bürgerlichen Schweiz, zusammen mit dem Zolliker FDP-Altpolitiker Ulrich Bremi, wesentlich daran mitgewirkt, einen Putsch der Zürcher Altliberalen gegen die „grün“ gewordene Redaktion der „NZZ“ in die Wege zu leiten. Dieser Putsch ist missglückt.

Damit wird offensichtlich, dass die Zeit der bürgerlichen NZZ ihrem Ende zugeht. Seit Wochen suchen Redaktion und Verwaltungsrat einen Chefredaktor für das einst renommierte Weltblatt. Markus Somm, Chefredaktor der „Basler Zeitung“, wäre mit Sicherheit dafür geeignet gewesen; die innerbetriebliche bürgerliche Allianz hat es nicht geschafft, ihn durchzusetzen.

VR-Präsident Etienne Jornod gibt weiterhin das schwächste Bild ab. In der gestrigen „SonntagsZeitung“ liess er wissen: „Der finale Entscheid ist noch nicht gefällt“ und meinte damit den Verkauf der Druckerei in Schlieren. Die Forderung, ihn an der kommenden GV im April, wie die anderen Verwaltungsräte auch, im Einzelverfahren zu wählen, ist mehr als berechtigt.

Entweder setzt das bürgerliche Zürich nun einen intelligenten Verwaltungsrat und einen Chefredaktor durch, der als liberaler Weltgeist eine erfolgreiche Schweiz formulieren kann, oder der Anspruch dieser Kreise ist definitiv verwirkt. Dann haben wir eine Schweiz der grossen Konzerne, die sich wenig für die NZZ und die Zürcher Kabalen interessieren, und eine grünbürgerliche Schweiz, welche die Reste des einstigen Wohlstands verdaut.

Inlandchef René Zeller war in dieser Zeit kaum zu vernehmen, ebenso nicht der aus Österreich kommende CEO der NZZ-Gruppe, Veit Dengler, der nicht ohne Grund annehmen darf, dass die Zürcher nicht weniger „spinnert“ sind als viele Wiener..

 

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