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Monatsarchiv für Januar 2015

Die medialen „Gatekeepers“ haben ausgespielt.

Montag, den 26. Januar 2015 um 14:09

Wie stolz waren die einfachsten Journalisten noch vor einer Generation, zu jenen „gatekeepers“ zu gehören, die darüber entscheiden, was in den Print-, Radio- und TV-Medien gelesen, gehört und gesehen werden darf. Die Mediennutzer wurden teil- und ganzentmündigt, weil sie der sich selbst zugesprochenen überlegenen Intelligenz der Redaktoren ausgeliefert waren.

Natürlich galt dies nur für das einfache Volk, das von „Blick“ oder DRS 1 leben musste und dem vielleicht noch eine katholische, freisinnige oder sozialdemokratische Lokalzeitung zur Verfügung stand. Die Bildungselite konnte sich den „gatekeepers“ immer schon entziehen, wenn sie sich nicht freiwillig, meist aus Trägheit, ihnen auslieferte.

Heute ist dies für 95% der Bevölkerung vorbei, denn der oft kostenfreie Zugang zu vielen Medien schafft einen Erlebnis- und Bildungsraum, wie er einer Generation noch nie zur Verfügung stand. Zu jeder Meinung, sei sie politisch, wirtschaftlich, kulturell oder sozial, können sofort mehrere Gegenauffassungen eingeholt werden.

Nehmen wir das Beispiel der einst wichtigen liberalen Medien, die den 160jährigen Aufschwung der Schweiz begleitet haben. Der Lesezwang NZZ hat nach dem Abgang zweier wenig geeigneter Chefredaktoren, Hugo Bütler und Markus Spillmann, gewaltig nachgelassen. „L’Hebdo“ und „Le Temps“ bieten ausgezeichneten Lesestoff, mehr noch sogar die „Basler Zeitung“ und die „Weltwoche“, die mit Markus Somm und Roger Köppel zwei der besten Schweizer Verleger und Chefredaktoren haben. Trotz sehr beschränkter Finanzmittel für die „Südostschweiz“ liefert Chefredaktor David Sieber sehr elegante Leitartikel, die man nicht missen möchte. Der sozialliberale „Tagesanzeiger“ ist aufgrund seines breiten Leseangebots ein Muss; den „haut goût“ einer Redaktion, die laufend ein schlechtes Gewissen perpetuiert, muss wie der Korkengeschmack eines sonst guten Weines hingenommen werden. Der Weichspül-Liberalimus der SRG-Gefässe, wo in den Sendungen ersatzweise minder einflussreiche Wirtschaftsführer und Politiker medial hingerichtet werden, gilt als staatsförderndes Programm. Dies mit Billag-Zwangsgebühren auch noch finanzieren zu müssen, ist für jeden aufrechten Bürger nicht nur eine Belastung, sondern auch eine Zumutung.

Wer will, dem stehen heute alle Informationen zur Verfügung, um einseitig ausgerichteten Desinformationen zu entkommen. Dies bedeutet oft einen nicht unerheblichen Zeitaufwand, bringt aber die Sicherheit mit sich, nicht jedem späten „gatekeeper“ auf den Leim kriechen zu müssen.

 

Bundesrätin Sommarugas missglückte Begrüssung.

Freitag, den 23. Januar 2015 um 11:32

Während unser Alpintourismus langsam zugrunde geht und man sich in Davos freut, dass mit dem WEF wenigstens eine Woche lang die Kassen klingeln, leistete sich dort Bundesrätin Simonetta Sommaruga eine Begrüssungsrede, die missglückter nicht hätte sein können. Sie warnte die Chinesen vor Menschenrechtsverletzungen und geisselte die teuer eingereisten globalen 2000 Wirtschaftsführer ob ihrer Geldgier, die dem Rest ihrer Völker wenig bringe.

Diese SP-Wahlkampfrede mag als Auftakt für die Herbstwahlen geeignet sein, dient aber sicher nicht dem Wirtschafts-und Tourismusstandort Schweiz. Gottseidank nahm offensichtlich niemand vor Ort unsere Bundesrätin wirklich ernst und Prof. Dr. Klaus Schwab lobte Li Keqiang, den chinesischen Ministerpräsidenten, nach der Sommaruga’schen Rede wieder so, damit das Gesicht desselben und das Image des WEF gewahrt blieben.

Ich sehe derzeit in Bern nur gescheiterte Bundesräte: Unsere Aussenpolitik ist im Limbo, weil Didier Burkhalter zu viel versprochen hat. Unsere Innenpolitik ist hoch und zunehmend belastet. Die Schweizer Armee, längst ohne Generalstab, wird von der eigenen Verwaltung abgebaut. Alain Berset weckte Hoffnungen wie Barack Obama, mehr aber auch nicht. Johann Schneider-Ammann will nie etwas tun und fliegt vorzugsweise mit den Vertretern der A-Schweiz um den Globus. Widmer-Schlumpf hat das Schweizer Bankgeheimnis geschlachtet und will es nun auch in der Schweiz aufheben lassen.

Alle sind sich einig: Wir werden 2-3 schlimme Jahre vor uns haben. Mit solchen Politikern haben wir wohl nichts Besseres verdient.

 

Intelligenz-Partei FDP im Grammatik-Tief

Donnerstag, den 22. Januar 2015 um 14:14

War die FDP einmal die Partei der bürgerlichen Schweizer Intelligenz? Ja, aber sie ist es immer weniger. Im Kanton Zürich hat sie für den Frühlingswahlkampf Textplakate publiziert, worin die Grammatik nicht stimmte. Dies ist an sich belanglos, lässt aber die Vermutung aufkommen, die politisch Verantwortlichen würden auch sonst weder die deutsche Sprache noch andere Zusammenhänge meistern.

Wie Studien nun zeigen, sind auch unsere Maturanden, vor allem solche von Kurzzeit-Gymnasien, kaum noch in der Lage, sich korrekt auszudrücken, sei es mündlich oder schriftlich. Nichts weist darauf hin, dass dieser Trend in absehbarer Zeit gebrochen wird.

Ein grosser Teil unserer Gesellschaft verdummt, während andernorts in Europa und besonders in Asien die Zahl der gut ausgebildeten und sehr fleissigen Nachwuchskräfte zunimmt. Urs Schoettli, legendärer Asienkorrespondent, der hie und da noch in der NZZ schreiben darf, bestätigt dies.

Wer dumm ist, kann weder in Gemeinden, Kantonen noch beim Bund korrekt führen. Die überaus zahlreichen Missstände in unseren öffentlichen Verwaltungen weisen darauf hin, dass dieser Prozess schon längere Zeit im Gange ist.

Entscheidend ist nun, dass es gerade die Dummen sind, welche ihre Positionen in besonderem Masse verteidigen und Rechte für sich in Anspruch nehmen, die dem Staat schaden. Weil deren intellektueller Radius beschränkt ist, verstehen sie grössere Zusammenhänge nicht mehr; sie verändern zu wollen, ist nahezu aussichtslos.

Die Hälfte aller Schweizer ist direkt von Leistungen des Staates abhängig, ein grosser Teil der eigentlichen Leistungsträger, die Steuern voll bezahlen, lebt heute von Vermögen, die früher geschaffen wurden. Gerade von diesen hat der jüngste und notwendige Entscheid der Nationalbank viele nochmals ärmer gemacht. Mein Arzt sagt mir: „Die Geräte, welche ich noch vor zehn Jahren angeschafft habe, könnte ich mir heute nicht mehr leisten.“

Etwas läuft falsch für viele in unserem Land.

 

Scheitert die bürgerliche NZZ?

Montag, den 19. Januar 2015 um 10:47

Die Samstagausgabe der „Neue Zürcher Zeitung“ war brillant, vor allem aber das Feuilleton, wo Feuilleton-Chef Martin Meyer einen „danse macabre“ der europäischen Elite des 20. Jahrhunderts aufführen liess.

Wie am Sonntag gut informierte Journalisten uns wissen liessen, hat der gleiche Martin Meyer, ein Repräsentant der bürgerlichen Schweiz, zusammen mit dem Zolliker FDP-Altpolitiker Ulrich Bremi, wesentlich daran mitgewirkt, einen Putsch der Zürcher Altliberalen gegen die „grün“ gewordene Redaktion der „NZZ“ in die Wege zu leiten. Dieser Putsch ist missglückt.

Damit wird offensichtlich, dass die Zeit der bürgerlichen NZZ ihrem Ende zugeht. Seit Wochen suchen Redaktion und Verwaltungsrat einen Chefredaktor für das einst renommierte Weltblatt. Markus Somm, Chefredaktor der „Basler Zeitung“, wäre mit Sicherheit dafür geeignet gewesen; die innerbetriebliche bürgerliche Allianz hat es nicht geschafft, ihn durchzusetzen.

VR-Präsident Etienne Jornod gibt weiterhin das schwächste Bild ab. In der gestrigen „SonntagsZeitung“ liess er wissen: „Der finale Entscheid ist noch nicht gefällt“ und meinte damit den Verkauf der Druckerei in Schlieren. Die Forderung, ihn an der kommenden GV im April, wie die anderen Verwaltungsräte auch, im Einzelverfahren zu wählen, ist mehr als berechtigt.

Entweder setzt das bürgerliche Zürich nun einen intelligenten Verwaltungsrat und einen Chefredaktor durch, der als liberaler Weltgeist eine erfolgreiche Schweiz formulieren kann, oder der Anspruch dieser Kreise ist definitiv verwirkt. Dann haben wir eine Schweiz der grossen Konzerne, die sich wenig für die NZZ und die Zürcher Kabalen interessieren, und eine grünbürgerliche Schweiz, welche die Reste des einstigen Wohlstands verdaut.

Inlandchef René Zeller war in dieser Zeit kaum zu vernehmen, ebenso nicht der aus Österreich kommende CEO der NZZ-Gruppe, Veit Dengler, der nicht ohne Grund annehmen darf, dass die Zürcher nicht weniger „spinnert“ sind als viele Wiener..

 

SNB und der Einkaufs-(Tourismus)

Donnerstag, den 15. Januar 2015 um 17:26

Noch vor zwei Jahren haben die Händler in der Schweiz heftig gegen den Einkaufstourismus gekämpft und die SNB hat ihnen gewissermassen den Rücken in einer Notlage gestärkt. Jetzt ist der Teufel los und die armen Konstanzer werden sich auf noch mehr Besucher aus der Schweiz einstellen müssen. Da ist wenig zu ändern, denn das Portemonnaie bestimmt.

Aber der Schweizer Tourismus sollte ganz schnell Maßnahmen ergreifen, bevor die Umsatzzahlen dramatisch einbrechen. Mit dem lausigen Winter, den fehlenden Russen und immer weniger Deutschen, ist die Tourismusindustrie mehr gefordert denn je. Vorteile haben jene Betriebe, die sich auf Schweizer Kunden eingestellt haben und mit tollen Angeboten und überdurchschnittlicher Freundlichkeit punkten können. Vor vier Jahren haben wir dem Wallis empfohlen, eine Freundlichkeits-Initiative zu starten, um die Kunden wieder besser an sich zu binden. Niemand nahm das ernst und heute, vier Jahre nach der Empfehlung, kommt der Direktor von Valais Promotion und sagt doch tatsächlich den Medien: „Wir müssen den Gast wieder mehr ins Zentrum rücken“. Mein lieber Freund Damian, das hat aber lange gedauert, bis diese Erkenntnis endlich kam. Jetzt wird es bittere Pflicht und wer bei der Kundenbetreuung nicht über sich hinaus wächst, wird zu Recht böse bestraft.

 

Fidel Stöhlker

 

 

 

 

Sepp Blatters sicheres Heimspiel

Mittwoch, den 14. Januar 2015 um 10:15

Zürichs Rolle als Hauptstadt des Weltfussballs wurde soeben bestätigt durch den Ballon d’Or 2014, den die FIFA im Zürcher Kongresshaus ausrichtete. FIFA-Präsident Sepp Blatter begrüsste nicht nur die besten Fussballer der Welt, dazu den Präsidenten des IOC, Thomas Bach, Bundesrätin Doris Leuthard und Victor Orbàn, den Ministerpräsidenten Ungarns, sondern hielt eine staatsmännische Rede, worin er die FIFA als Friedensorganisation im Sinne von Nelson Mandela vorstellte.

Eine Woche vor dem World Economic Forum in Davos, wo Prof. Dr. Klaus Schwab „Neue globale Kontexte“ präsentieren will, hatte auch Zürich seinen grossen Anlass. Die über 30 Millionen Menschen, welche im letzten Jahr den „Ballon d’Or“ weltweit gesehen haben, können sich neben dem WEF sehen lassen.

Sogar der FIFA-kritische „Daily Telegraph“ in England berichtete positiv, ganz wie die grossen Zürcher Medien auch, die „Neue Zürcher Zeitung“, der „Tagesanzeiger“ und der „Blick“.

Die Schweiz hat die Olympiahauptstadt Lausanne und die Weltfussball-Hauptstadt Zürich. Deren Rolle wird im kommenden Jahr noch bedeutender, steht doch die Eröffnung des FIFA-Museums am Bahnhof Enge an. Es ist der Walliser Sepp Blatter, der 1,2 Milliarden „followers“ weltweit hat, dem dies zu verdanken ist.

 

Warum Schawinski und Thiel zufrieden sein dürfen

Donnerstag, den 8. Januar 2015 um 17:07

Dumme Sendungen und Skandalsendungen sind für den TV-Zuschauer auf jeden Fall attraktiver als lahme Diskussionen im Sinne der „Arena“ oder des „Club“. Deshalb dürfen Roger Schawinski und Andreas Thiel sehr zufrieden mit ihrer Skandalsendung auf SRF 1 sein. Sie hatten, was im Schweizer Fernsehen selten vorkommt, eine Zuhörerschaft von über einer Million Menschen. In einer Zeit, wo nur die Einschaltquoten zählen, ist dies ein Erfolg.

Die Frage bleibt, wie man diese Sendung einzuordnen hat. Mit Sicherheit hat kein Zuschauer etwas über den Islam gelernt. Sie war auch nicht von jener hochstehenden Diskussionskultur gekennzeichnet, die sich Schawinski als „bester Talker der Schweiz“ gerne zuspricht. Andreas Thiel als Sachverständigen für den Koran zu bezeichnen, ist lachhaft. Der von ihm in der Sendung oft zitierte österreichische Professor hat sich von Thiel distanziert.

Es haben also zwei sich als Star-Kommunikatoren verstehende erwachsene Männer über ein Thema gezankt, von dem sie nur oberflächliche Kenntnisse haben. Weil es nicht der Inhalt war, sondern der Stil der Sendung, muss es der Krach, der Klamauk, der Kampf zweier Hähne gewesen sein, den die Menschen attraktiv fanden. Es war der Kampf zweier Gladiatoren, die auf „Big Brother“-Niveau absanken.

Dies hat natürlich nichts mit dem Informationsauftrag der SRG zu tun. Doch weist die Sendung darauf hin, was das Schweizer Volk von seinen Medienmachern erwartet: Mehr Klamauk, nicht weniger.

 

Trendforscher: Mme. Teissier für die Mittelklasse

Mittwoch, den 7. Januar 2015 um 9:05

Weil mehr Menschen denn je Angst vor der Zukunft haben, sind Trendforscher in. Das ist nichts Neues, denn im Orakel von Delphi waren es Frauen, die unter dem Einfluss berauschender Dämpfe für die meisten wenig verständliche Antworten gaben. Das Orakel selber wurde damit reich.

Mme. Teissier, eine Französin, die sich als Geliebte von François Mitterand ausgab, ist in der Schweiz das Orakel für die unteren Einkommensschichten; sie kostet nur ein „SI“-Abonnement, wurde selber aber auch sehr wohlhabend.

Für die gehobenen Gesellschaftsschichten haben wir als Schweizer Orakel das Gottlieb Duttweiler-Institut, wo Karin Frick als Forschungsleiterin der Zukunft auf den Fersen sitzt. Sie ist unter dem Druck der Medien deutlicher als ihre Vorgängerinnen in Delphi: Am sichersten lebe man künftig als selbständiger Unternehmer, der erst mit anderen teilt, ehe er im Migros einkaufe. Dieser Orakelspruch mag zutreffen, aber er zeigt nur die Hälfte der Medaille, denn die meisten dieser Unternehmer werden an der Armutsgrenze entlang schrammen und kaum Geld haben, sich bei einer Trendforscherin weiteren Rat zu suchen.

Was Karin Frick der Hälfte der Schweizer Bevölkerung voraussagt, ist die Wiederkehr der Basarwirtschaft, wo ein kleingewerbliches Proletariat sein Auskommen sucht. Wer sich in den globalen Konzernen der A-Schweiz halten kann, von welchen es in der Schweiz reichlich gibt, wird ob solchen Perspektiven den Daumen für die B-Schweiz nach unten senken.

 

 
     
     
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